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Das Internationale Jahr der Astronomie 2009 ist ein finsternisreiches Jahr. Es bringt neben zwei Sonnenfinsternissen gleich vier Mondfinsternisse, von denen allerdings nur die kleine partielle Mondfinsternis am Silvesterabend bei uns in Mitteleuropa beobachtet werden kann. Normalerweise gibt es pro Jahr im Schnitt vier Finsternisse. Doch 2009 liegen die Finsternisperioden so, dass die erste gleich zu Beginn des Jahres, eine weitere im Juli und die letzte Ende des Jahres erfolgt. So gibt es Winter- und Sommerfinsternisse. Das herausragende Ereignis ist zweifelsohne die längste totale Sonnenfinsternis des Jahrhunderts am 21./22. Juli, welche über Indien beginnt, dann über China in den Pazifik hinausläuft und eine maximale Totalitätsdauer von 6 Minuten 39 Sekunden erreicht.
Reisen Sie mit uns zur totalen Sonnenfinsternis am 22. Juli 2009
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| Datum/Zeit | Ereignis | Maximum | Sichtbarkeit |
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Ringförmige Sonnenfinsternis, Maximale Grösse 92.9% |
6:06 Uhr bis 9:52 Uhr Weltzeit |
Indischen Ozean, Sumatra, Borneo |
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Halbschatten-Mondfinsternis, Grösse 92.5% |
12:37 - 16:40 Uhr Weltzeit |
Asien, Australien und Osteuropa |
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Halbschatten-Mondfinsternis, Grösse 18.2% |
8:33 - 10:44 Uhr Weltzeit |
Amerika, Australien und im Pazifik |
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Totale Sonnenfinsternis, Maximale Grösse 108.1% |
23:58 (21.7.) - 5:12 Uhr Weltzeit |
Indien, China und im Pazifik. Partiell in Südostasien, in der Südsee und Japan |
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Halbschatten-Mondfinsternis, Grösse 42.8% |
23:01 (5.8.) - 2:17 Uhr Weltzeit |
Europa und Afrika |
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Partielle Mondfinsternis, Grösse 8.2% |
17:15 - 21:30 Uhr Weltzeit |
Europa, Afrika, Asien |
Die Finsternis ist als Sonnenring sichtbar innerhalb eines durch den Indischen Ozean, Sumatra und Borneo verlaufenden Streifens. Die partielle Phase ist in Südafrika, Teilen der Antarktis, Australien und Südostasien sichtbar.
Nur 5 Stunden und 32 Minuten nach Neumond durchstösst der Erdtrabant am 26. Januar 2009 die Ekliptikebene im aufsteigenden Knoten. Da der Mond nur drei Tage zuvor in Erdferne stand und die Erde ihrerseits am 4. Januar in Sonnennähe stand, sind die Bedingungen für das Zustandekommen einer ringförmigen Sonnenfinsternis gegeben. Der Mond erscheint mit einer scheinbaren Grösse von 29' 42'' deutlich kleiner als die Sonne (32' 29'').
In ihrer partiellen Phase kann die Sonnenfinsternis praktisch um den ganzen Indischen Ozean und seiner Anrainerstaaten beobachtet werden. In Australien findet die Finsternis am späteren Nachmittag und in den Stunden um Sonnenuntergang statt, während man die Teilfinsternis im südlichen Afrika in den Vormittagsstunden erlebt.
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Die relativ tiefe Halbschatten-Mondfinsternis ist von Asien, Australien und Osteuropa aus sichtbar.
Die erste Halbschattenfinsternis des Mondes ereignet sich in den späten Nachmittagsstunden des 9. Februar 2009. Das Intervall zwischen der genauen Vollmondstellung und dem Knotendurchlauf ist mit 19 Stunden und 5 Minuten zu gross, als dass der Mond noch in den Kernschatten der Erde eintauchen könnte. Immerhin reicht es noch zu einer tiefen Halbschatten-Mondfinsternis der Grösse 0.925 (in Einheiten des scheinbaren Monddurchmessers). Der Eintritt des Mondes in den Halbschatten erfolgt - für Mitteleuropa unter dem Horizont - um 13:36.8 Uhr MEZ. Das Finsternismaximum wird um 15:38.3 Uhr MEZ erreicht. Von Australien, Asien und Alaska aus kann man zum Zeitpunkt der grössten Verfinsterung eine leichte rauchartige Trübung der nördlichen Mondkalotte ausmachen. Noch bevor der Vollmond bei uns aufgeht, endet die Finsternis um 17:39.7 Uhr MEZ.
Die kleine Halbschatten-Mondfinsternis ist von Amerika, Australien und dem Pazifik aus sichtbar.
Diese Finsternis erwähnen wir nur der Vollständigkeit halber. Sie ist mit einer Eindringtiefe in den Halbschatten der Erde von 18.2% so klein, dass man womöglich nicht einmal fotometrisch eine Verdüsterung wahrnehmen wird. Die Finsternis ist so gering, weil der Mond geschlagene 30 Stunden und 5 Minuten nach dem Vollmondzeitpunkt die Ekliptik im aufsteigenden Knoten passiert.
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Die längste totale Sonnenfinsternis in diesem Jahrhundert ist entlang einem Streifen durch Indien, China und im Pazifik sichtbar. Die partielle Phase der Finsternis ist in Südostasien, in der Südsee und Japan beobachtbar.
Keine totale Sonnenfinsternis im 21. Jahrhundert wird länger dauern als die totale Sonnenfinsternis vom 21./22. Juli. Nur 1 Stunde und 12 Minuten nach dem Neumondzeitpunkt durchstösst der Mond die Erdbahnebene im absteigenden Knoten. Am gleichen Tag, nur 6 Stunden zuvor stand der Trabant in Erdnähe und erscheint mit 33' 25.2" scheinbarer Grösse einiges grösser als die Sonne (31' 28.8"). Es kommt zu einer relativ langen totalen Sonnenfinsternis, welche im Maximum mit 6 Minuten und 39 Sekunden Dauer während des gesamten Jahrhunderts nie mehr übertroffen wird!
Die 205 km bis 258.5 km breite Totalitätszone erstreckt sich von Indien (nördlich Mumbay) über Nepal und Bhutan nach China, knapp südlich an Japan vorbei in den Pazifik, wo noch einige Südseeinseln in den Nachmittagsstunden vom kreisrunden Mondkernschatten überfahren werden.
Die Sonnenfinsternis am 21./22. Juli 2009 tritt ziemlich genau mit dem Ende der Monsunzeit auf. Entsprechend sehen die langjährigen statistisch zu erwartenden Wetterverhältnisse entlang der Zentrallinie zumindest im Morgenabschnitt der Finsternis wenig verheissungsvoll aus. Erst ab dem chinesischen Chengdu werden die Verhältnisse etwas günstiger (Wolkenwahrscheinlichkeit 57%). Noch etwas sicherer ist die Gegend um Chongqing (53%). Dann steigt das Risiko, eine wolkenreiche Finsternis zu erleben, vorübergehend noch einmal auf 65% an, um gegen Shanghai hin auf knapp 51% abzusinken. Überhaupt scheinen die Pazifikküste und die Südjapanischen Inseln die besten Beobachtungsverhältnisse zu bieten (um 50% Wolkenwahrscheinlichkeit). Dies entspricht zum Vergleich etwa den Verhältnissen, die für die Sonnenfinsternis von 1999 für Mitteleuropa ausgegeben wurden.
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Die kleine Halbschatten-Mondfinsternis ist von Europa und Afrika aus sichtbar.
Auch die zweite Halbschatten-Mondfinsternis der Finsternisgruppe 2009 wird nur der Vollständigkeit halber erwähnt, obwohl sie zeitlich gut am europäischen Himmel zu beobachten wäre. Doch wie schon bei der Juli-Mondfinsternis taucht der Vollmond nicht sehr tief in den Erdhalbschattenkegel ein (nur 42.8%). So wird man von blossem Auge kaum etwas von dieser Finsternis wahrnehmen, denn der Halbschatten ist in seinen äusseren Zonen viel zu intensiv hell, um eine merkbare Verdüsterung hervorzurufen. Bestenfalls kann man den Halbschatten auf einer fotografischen Belichtungsreihe mit gleich bleibender Belichtungszeit bemerken, allerdings nur im Bereich des südlichen Mondrandes. Die Finsternis beginnt mathematisch um 01:01.0 Uhr MESZ, erreicht ihren Höhepunkt gegen 02:39.2 Uhr MESZ und endet unbemerkt um 04:17.4 Uhr MESZ.
Diese kleine partielle Mondfinsternis ist am Silvesterabend in Europa, Afrika und Asien beobachtbar. Die maximale Phase - der Vollmond taucht 8.2% seiner Breite in den Kernschatten der Erde - findet um 20 Uhr 22 MEZ statt.
Die einzige wirklich sichtbare Mondfinsternis des Jahres 2009 ereignet sich am Silvesterabend, 31. Dezember. Dank des etwas kürzeren Intervalls zwischen Vollmondzeitpunkt und Knotendurchlauf (diesmal 17 Stunden und 17 Minuten), taucht der südliche Mondrand noch knapp in den Kernschatten der Erde ein. Zeitlich liegt die Mini-Mondfinsternis günstig. Der Vollmond geht in Zürich um 16:21 Uhr MEZ auf. Um 18:15 Uhr MEZ beginnt er unmerklich in den Halbschatten einzutauchen. Sichtbar wird der "rauchartige Schleier" am unteren rechten Mondrand etwa eine Stunde später. Die partielle Phase der Finsternis beginnt um 19:51.6 Uhr MEZ. Der Kernschatten schneidet nur eine kleine Delle in die Vollmondscheibe. Um 20:22.7 Uhr MEZ ist die maximale Phase mit gut 8% erreicht. Der Austritt aus dem Kernschatten erfolgt gegen 20:53.8 Uhr MEZ. Für eine Weile ist der Halbschatten der Erde noch erkennbar, doch je höher der Vollmond in die Silvesternacht steigt, desto mehr verblasst der letzte Hauch von Finsternis.
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