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Planeten im Dezember 2008

Venus, der Abendstern, wird am Abend des 1. Dezembers vom Mond bedeckt. Venus verbessert seine abendliche Sichtbarkeit im Dezember markant und geht am Silvesterabend erst vier Stunden nach der Sonne unter. Die beiden hellsten Planeten Venus und Jupiter stehen am 1. Dezember in Konjunktion; die beiden Himmelskörper trennt dann scheinbar nur rund vier Monddurchmesser. Im Laufe des Monats läuft Venus dem Gasplaneten davon. Saturn taucht am späten Abend im Osten auf. Der Ringplanet schliesst seine Ringe weiter. Am 27. Dezember steht die Erde nur noch 0.8° unterhalb der Ringebene. Merkur startet am 25. Dezember zu einer Abendsichtbarkeit, wobei er am Silvesterabend eng bei Jupiter steht.

Venus

Bis zu vier Stunden nach Sonnenuntergang strahlend hell im Südwesten

Die Grafik zeigt die Höhe über dem Horizont zum Zeitpunkt der bürgerlichen Abenddämmerung für die Abendsichtbarkeit von Venus von 2008 bis 2009. Zudem kann der Azimut von Venus zu diesem Zeitpunkt abgelesen werden. © CalSky / A. Barmettler.
Morgensichtbarkeit 2007/08 von Venus
Simulation des Venusanblicks. © CalSky / A. Barmettler.
Venus, aktuelle Ansicht

Unser innerer Nachbarplanet Venus kommt im Laufe des Dezembers in Hochform: Gegen Ende der nautischen Abenddämmerung steht der Abendstern anfangs noch 10° über dem Horizont, am Silvesterabend sind es bereits über 20°. Dem entsprechend geht Venus erst bis zu vier Stunden nach der Sonne im Westsüdwesten unter. Venus ist bis Ende März 2009 als Abendstern zu bewundern, wobei sie uns im Januar und Februar ihre glanzvollste Zeit bieten wird.

Mondsichel bedeckt Venus am 1. Dezember

Der hellste Planet Venus wird am Abend des 1. Dezember 2008 vom zunehmenden Mond bedeckt. Während der nautischen Dämmerung verschwindet die etwas mehr als halb beschienene Venus hinter dem dunklen, aber vom Erdlicht erhellten Mondrand. Im Gegensatz zu Sternbedeckungen geschieht dies innerhalb von rund 40 Sekunden und lässt sich von blossem Auge, besser aber durch ein Fernglas oder Teleskop beobachten (Venus weist einen scheinbaren Pol-Durchmesser von 17 Bogensekunden auf). 80 Minuten später taucht Venus langsam wieder an der hellen Mondseite auf. Bald darauf geht das auffällige Trio bestehend aus Mondsichel, Venus und Jupiter unter.

Venus taucht am Abend des 1. Dezembers wieder hinter dem Mondrand auf. Darstellung für Zürich um 18.25 Uhr MEZ, rund 30 Sekunden nachdem der Scheibenmittelpunkt den Mondrand passiert hat. Der Mond steht dann noch 8° über Horizont. © Arnold Barmettler/CalSky.com.

Jupiter und Venus in Konjuktion

Das auffällige Ereignis der Konjunktion von Venus und Jupiter geht durch die noch spektakulärere Bedeckung der Venus durch den Mond fast vergessen: Am Abend des 1. Dezembers stehen nämlich die beiden hellsten Planeten nahe beisammen, wobei die hellere Venus den Gasplaneten Jupiter südlich, also unterhalb, überholt.

Zur engsten Begegnung kommt es am 1. Dezember am Vormittag, wobei beide Planeten sich noch unterhalb des mitteleuropäischen Horizontes aufhalten. Aber auch am Vorabend, bzw. am Abend stehen die beiden Planeten nicht wesentlich weiter voneinander entfernt als die minimalen 2°. Im Laufe des Dezembers entfernt sich Venus von Jupiter: Jupiter wird langsam von der Sonne eingeholt, während sich Venus weiterhin von der Sonne wegbewegt.



Jupiter

Letzte Chancen für die Beobachtung in den früheren Abendstunden; anfangs bei Venus: weniger hell als Venus

Die Grafik zeigt die Höhe von Jupiter über dem Horizont zum Ende der nautischen Abenddämmerung (Sonnenhöhe -12°) aufgetragen relativ zur Himmelsrichtung. Noch bis Ende des Jahres kann Jupiter abends in der frühen Abenddämmerung gesehen werden. © CalSky / A. Barmettler.
Abendsichtbarkeit 2008 von Jupiter
Jupiter-Ansicht, laufend aktualisiert. © CalSky.
Jupiter, aktuelle Ansicht

Jupiter ist im Dezember noch in den frühen Abendstunden zu beobachten, geht aber rasch früher unter. Am Silvesterabend verabschiedet sich der Gasriese bereits 90 Minuten nach Sonnenuntergang im Südwesten. Teleskopische Beobachtungen sollten möglichst noch am Anfang des Dezembers durchgeführt werden.

Jupiter hält sich im Sternbild Schütze auf und wird am 1. Dezember vom noch ein Stück helleren Planeten Venus überholt. Bei der Konjunktion trennt die beiden noch 2°, entsprechend von vier scheinbaren Monddurchmessern. Im Laufe des Monats entfernt sich Venus wieder von Jupiter; Jupiter wird von der Sonne eingeholt, während sich Venus gegenläufig noch weiter von der Sonne entfernt.

Ende des Dezembers trifft auch der sonnennächste Planet Merkur auf Jupiter. Zur Konjunktion kommt es am 31. Dezember, wobei der minimale gegenseitige Abstand um 16 Uhr nur 1.2° beträgt − wenig mehr als zwei scheinbare Monddurchmesser.

Stellung der Jupitermonde

Aktuelle Stellung der Jupitermonde, © CalSky.com.

Die Beobachtung von Schattenspielen der vier grössten Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto ist bereits in einem kleinen astronomischen Teleskop möglich, und die Stellung der vier Jupitermonde um Jupiter bereits im Fernglas sichtbar.



Merkur

Vom 25. Dezember bis 10. Januar 2009 in guter Abendsichtbarkeit

Merkur ist von Ende Dezember bis Mitte Januar über dem Südwest-Horizont in der Abenddämmerung zu sehen. Die Grafik zeigt die Höhe über dem Horizont, unter Angabe des Azimuts zum Zeitpunkt der bürgerlichen Dämmerung. © CalSky / A. Barmettler.
Sichtbarkeit Dezember 2008-Januar 2009 von Merkur
Ansicht von Merkur
Merkur, aktuelle Ansicht wird laufend aktualisiert

Der sonnennächste Planet Merkur durchlief am 25. November seine obere Konjunktionsstellung mit der Sonne und entfernt sich seither wieder scheinbar von unserem Zentralgestirn. Ab dem 20. Dezember kann versucht werden, den Planeten in der Abenddämmerung aufzusuchen. Seine Helligkeit beträgt dann -0.7 Grösse und seine Winkeldistanz von der Sonne (Elongation) beträgt erst 14°. Rasch entfernt er sich weiter von der Sonne, so dass er bereits ab dem Weihnachtstag auch für weniger geübte Beobachter relativ einfach zu sehen ist, Voraussetzung hierfür ist allerdings einen sehr tiefen Horizont in Richtung Südwesten.

Es ist ein leichtes, Merkur in der noch hellen Abenddämmerung entweder mit der strahlend hellen Venus oder dem hellen Jupiter zu verwechseln. Venus ist unübersehbar das hellste sternartige Objekt am Himmel. Venus steht deutlich höher als Jupiter, dem zweithellsten Objekt. Jupiter befindet sich also unterhalb rechts von der Venus. Merkur befindet sich wiederum unterhalb und rechts von Jupiter und ist lichtschwächer als Jupiter, wobei der Winkelabstand zwischen den beiden Plaenten bis zum 31. Dezember laufend abnimmt. Merkur geht am 25. Dezember rund 50 Minuten nach der Sonne unter, am Silvester bereits 85 Minuten später. Seine Helligkeit bleibt in diesem Zeitraum nahezu konstant.

Merkur gelangt am 4. Januar 2009 in grösste östliche Elongation und seine Helligkeit nimmt ab Anfang Januar ab. Noch bis 10. Januar 2009 ist Merkur in der Abenddämmerung zu finden.



Saturn

Ab spätem Abend am Himmel − nahezu Kantenlage

Die Grafik zeigt die Höhe über dem Horizont, unter Angabe des Azimuts zum Zeitpunkt der nautischen Morgendämmerung (Sonne 12° unter Horizont). © CalSky / A. Barmettler.
Morgensichtbarkeit Winter 2008/9 von Saturn
Simulierte Ansicht von Saturn − laufend aktualisiert © CalSky / A. Barmettler.
Saturn, aktuelle Ansicht

Saturn begleitet uns das gesamte Winterhalbjahr über in der Morgendämmerung. Im Dezember steigt der Ringplanet morgens im Südosten hoch empor und erreicht die Kulminationshöhe von nahezu 45°. Er hält sich im Sternbild Löwe auf. Mit einer Helligkeit von 1. Grösse ist er der hellste Stern in der Himmelsregion. In Opposition gelangt Saturn am 8. März 2009.

Saturn zeigt uns bis zum Jahresende seine Ringe praktisch von der Seite, die Ringebene von Saturn ist nun nur noch weniger als 1° gegen die Erde geneigt. Bis zum 27. Dezember werden die Ringe scheinbar noch etwas schmaler, öffnen sich aber anschliessend wieder, bevor es zur exakten Kantenlage kommt. Erst im August 2009 werden die Ringe gänzlich verschwinden: Weil die Erde in der Ringebene zu liegen kommt sehen wir dann genau seitlich auf die dünnen Ringe, die dadurch nicht zu erkennen sind.



Mars

Erst wieder im Mai 2009 sichtbar

In Konjunktion mit der Sonne gelangt Mars am 5. Dezember 2008, ist aber bereits jetzt zu nahe bei der Sonne und deshalb unsichtbar. Wer aber erwartet hat, Mars bereits wenig später am Morgenhimmel zu erhaschen, wird enttäuscht: Erst wieder im Mai 2009 gelangt Mars in der Morgendämmerung genügend hoch über den Horizont, dass er von blossem Auge zu finden ist.



Uranus, Neptun

Uranus optimal in den Abendstunden, Neptun verabschiedet sich

Uranus ist im Dezember bis gegen Mitternacht sichtbar. Uranus hält sich im Sternbild Wassermann auf und ist bei guten Bedingungen gerade noch von blossem Auge sichtbar: seine Helligkeit beträgt in diesem Monat 5.9 Grössenklassen. Allerdings braucht es ein Teleskop, um die Planetenscheibe eindeutig zu erkennen (Durchmesser 3.5"), und in Horizontnähe liegt die Grenzhelligkeit tiefer. Am Besten hält man gegen 18.30 Uhr mit einer Sternkarte und Fernglas ausgerüstet nach Uranus Ausschau. Er steht dann im Süden und erreicht mit 30-35° seine grösste Höhe über Horizont.

Der entferntere und deshalb lichtschwächere Neptun verfrüht seinen Untergang bis Ende des Monats auf 20 Uhr. Neptun hält sich im Sternbild Steinbock bei rund 10° tieferer Deklination als Uranus auf, und gelangt bei Kulmination in der Zeit um Sonnenuntergang nicht allzu hoch über den Südhorizont. Neptun weist eine Helligkeit von 7.9 Grössenklassen auf. Für die Beobachtung von Neptun um 18.30 Uhr ist ein kleines Teleskop und eine Sternkarte notwendig. Die Neptunscheibe misst 2.2 Bogensekunden.

Wenn Sie Uranus oder Neptun aufsuchen möchten, erstellen Sie sich bitte eine aktuelle Aufsuchkarte (die Bildausschnittshöhe entspricht jeweils etwa dem Winkel, den eine gespreizte, ausgestreckte Hand aufspannt):



Weiterführende Links



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15.12.2008 00:09 Uhr, Arnold Barmettler

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