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Am Abend des 1. Dezembers bedeckt die erdlichtbeschienene Mondsichel den hellsten Planeten Venus. Dieses Ereignis kann bereits von blossem Auge mitverfolgt werden. Gleichzeitig steht Jupiter, der zweithellste Planet, unmittelbar oberhalb des Mondes. Am Abend des 12. Dezembers ist Vollmond. Dadurch findet in der Nacht vom 12. auf den 13. Dezember in diesem Jahr die längste Vollmondnacht statt. In dieser Nacht steht der Mond besonders nahe an der Erde − so nahe wie seit dem 8. März 1993 nicht mehr. Am 27. ist Neumond. Am 28. Dezember kann mit Hilfe eines Fernglases versucht werden, die noch schmale Mondsichel erstmals nach Neumond in der hellen Abenddämmerung zu finden.
Die Sonne geht am 1. Dezember 2008 in Zürich um 16:37 Uhr MEZ unter. Die Abenddämmerung dauert an diesem Wintertag nur knapp zwei Stunden. Über dem Südsüdwesthorizont leuchtet gegen 16:45 Uhr MEZ 16° hoch die dreieinhalb Tage junge Mondsichel, nur knappe 6 Bogenminuten östlich von ihr strahlt brillant hell (-4.1 mag) Venus und 2° über dem Duo funkelt der -2 mag helle Jupiter! Auch der Laie dürfte beim Blick durch das Fernglas bemerken, dass der Venus in der Rolle des "Abendsterns" bald das Licht ausgehen wird, respektive, sich der Mond mit dem dunklen, schwach im Erdlicht schimmernden Teil voran, vor die Venus schieben wird. Immer näher rückt der Mondrand an den funkelnden "Abendstern" heran und ab 17:04.7 Uhr MEZ wird das Leuchten von Venus auch freisichtig immer schwächer, um pünktlich um 17:05.4 Uhr MEZ ganz auszugehen. So lange braucht der Mond, um die zu Dreivierteln beleuchtete Venus an der Mondkante verschwinden zu lassen. Der Himmel ist schon dunkler; die bürgerliche Dämmerung geht langsam zu Ende. Gegen 17:45 Uhr MEZ ist die Mitte der Venusbedeckung erreicht.
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Austritt bei dunkler Nacht
Spannend wird es kurz vor 18:25 Uhr MEZ. Die Mondsichel steht noch knapp 8° über dem Südwesthorizont, wenn am unteren Sichelhorn das gleissend helle Licht von Venus wieder aufgeht. Der Vorgang dauert gerade mal 45 Sekunden! Auch ohne ein Fernglas kann man das Erscheinen des Planeten mühelos verfolgen. Die Venusoberfläche, respektive ihre stark reflektierende Atmosphäre strahlt um einiges heller als die Mondoberfläche. Wir vergessen oft, dass unser Mond einer der dunkelsten Himmelskörper in unserem Sonnensystem ist.
Seltene Ereignisse
Verglichen mit Sonnen- und Mondfinsternissen, sind Planetenbedeckungen durch den Mond relativ seltene Ereignisse. Sie treten nur alle paar Jahre für ein bestimmtes Gebiet auf der Erde ein. Venus wird bis 2020 gerademal noch zweimal durch den Mond bedeckt, im Jahre 2016 und dann erst wieder 2020 - beide Male am Taghimmel. Schuld an der Seltenheit sind verschiedene Faktoren. Zum Einen deckt die Mondscheibe am Himmel nur einen Pfad von einem halben Winkelgrad ab. Die Mondbahn ist überdies gegenüber der Ekliptik (scheinbare jährliche Sonnenbahn) um etwas mehr als 5° gekippt.
Da sich die Planeten meist auf oder nahe der Ekliptik befinden - Venus kann sich bis etwa 8° von ihr entfernen - trifft der Mond bei seinem Erdumlauf nur ganz selten auf einen Planeten. Und schliesslich haben die Planeten selber Eigenbewegungen, wodurch sich ihre Lage bezüglich der Mondbahn stetig verändern. Natürlich finden nahe Begegnungen zwischen Mond und einem Planeten jeden Monat statt. Einmal fallen diese Treffen enger, dann wieder weiter aus.
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In der Vollmondnacht steht der Mond um 22.45 Uhr MEZ im Perigäum. Der Mondmittelpunkt befindet sich dann nur 350190.3 Kilometer vom nächsten Ort auf der Erdoberfläche entfernt, der Mond erscheint mit 34'07.5" deutlich grösser als im Mittel. Zuletzt stand der Mond am 8. März 1993 noch etwas näher bei der Erde − er war noch 40 Kilometer näher. Am 14. November 2016 wird auch dieser Rekord geknackt, dann gelangt der Mond noch einmal 17 Kilometer näher an die Erdoberfläche heran.
Mit einem Feldstecher oder Fernrohr erscheinen Mondkrater, Berge und Täler an der Lichtschattengrenze des Mondes besonders plastisch, da hier die Sonnenstrahlen flach auf das Mondrelief fallen und lange Schatten werfen. Die beste Zeit für die Mondbeobachtung ist deshalb der zunehmende Mond zwischen Neumond und Vollmond am Abend, oder der abnehmende Mond in der zweiten Nachthälfte. Vollmond ist für die Mondbeobachtung ungünstig, da dann die Sonnenstrahlen fast senkrecht auf die Mondoberfläche fallen und keine Schatten werfen. Als Orientierungshilfe können Sie unsere interaktive Mondkarte verwenden, welche über 800 Krater und Mondmeere beinhaltet.
Mond-Beobachtungen |
Für Mondbeobachtungen ist das Zeitintervall vom 1. bis 15. Dezember (ohne die Vollmondnacht um den 12. Dezember) besonders geeignet, weil dann die Schattengrenze von der Erde aus abends gut beobachtet werden kann. |
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Erdlicht |
Am 1. bis 5. und zwischen 20. bis 24. Dezember erhellt das reflektierte Erdlicht die sonnenabgewandte Mondoberfläche genügend, so dass die gesamte Mondscheibe von blossem Auge gut gesehen werden kann, und nicht nur die helle Mondsichel. |
Schmale Mondsichel |
In der Abenddämmerung am 28. Dezember ist die schmale Mondsichel möglicherweise erstmals nach Neumond zu sehen. Der Mond steht nur 27 Stunden nach Neumond noch sehr tief in der hellen Abenddämmerung. Für den Sichtungsversuch ist deshalb bein Fernglas oder Teleskop empfehlenswert. Am 29. Dezember ist dann die Sichtung der immer noch schmalen Mondsichel keine Herausforderung mehr, sondern bietet einen hübschen Anblick. Am 25. Dezember kann die abnehmende Mondsichel letztmals vor Neumond in der Morgendämmerung gefunden werden. |
Deep-Sky Beobachtungen |
Die abendliche Beobachtung von lichtschwachen Himmelsobjekten (z.B. Deep-Sky-Objekten wie Galaxien, Nebel, Sternhaufen) führt man am Besten bis zum 5. Dezember, bzw. ab dem 14. Dezember durch − dann stört das Mondlicht abends nicht. |
| Dezember 2008 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die folgenden Daten beziehen sich auf den deutschsprachigen Raum. Verwenden Sie CalSky, um ortsgenaue Zeiten und Abstandsdaten zu erhalten.
Venus: Bedeckung durch den Mond! |
1. Dezember, in der Abenddämmerung bis Nachtbeginn
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Jupiter |
1. Dezember, in der Abenddämmerung
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Bedeckung des Zwillingssternes Mebsuta (3.1 Grösse) |
13. Dezember, späteren Abend
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Antares |
25. Dezember, Morgendämmerung
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Venus |
31. Dezember, bis Nachtbeginn
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