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Kometen im Dezember 2008

Der Komet McNaught (C/2008 A1) schwächt sich auf weniger als 10. Grösse ab und ist nur noch für erfahrene Beobachter ein lohnendes Ziel. Die Aufmerksamkeit sollte nun auf den Kometen Lulin (C/2007 N3) gelenkt werden. Dieser Komet hat das Zeug um ab Ende Januar bis im März 2009 ein von blossem Auge einfach sichtbarer Komet zu werden. Noch hat er Anfang des Dezembers erst 8. Grösse, hellt aber bis im Februar auf 3. bis 4. Grösse auf. Er läuft der Ekliptik entlang vom Sternbild Skorpion in die Waage. Ansonsten kann von Europa aus kein Komet heller als 10. Grössenklasse beobachtet werden.

Selbst heute noch haben diese eisigen Besucher einen Hauch von Mystik: Die meisten Kometen kommen von der weit entfernten Grenze unseres Sonnensystems und erreichen nur einmal die warmen Zonen des inneren Sonnensystems. Nach der Vorführung von bis zu einigen Wochen Dauer verschwinden sie wieder (häufig für immer) in den Tiefen des Weltraums, brechen vielleicht in Sonnennähe auseinander oder stürzen sogar in die Sonne.

Nur etwa alle 5-10 Jahre erscheinen mit blossem Auge einfach sichtbare Kometen. Mit einem Teleskop ist es aber jede Nacht möglich, gleich mehrere dieser interessanten Himmelskörper zu sehen − allerdings wird man selten einen Schweif erkennen können, sondern höchstens ein verschwommenes Flecklein, oder sogar nur eine punktförmige Lichtquelle, die sich im Laufe von Stunden merklich vor dem Fixsternhintergrund verschiebt.

Komet Lulin (C/2007 N3)

Die Bahn des Kometen Lulin (C/2007 N3) liegt nahezu in der Ekliptikebene. Auf seiner Reise zur Sonne und wieder von ihr weg begegnet er deshalb von der Erde aus beobachtet einigen interessanten Objekten. Lulin wird am 10. Januar 2009 den sonnennächsten Punkt, den Perihel, durchlaufen. Zu diesem Zeitpunkt wird der Komet noch 20% weiter von der Sonne entfernt sein als die Erde von der Sonne (1.2 AE). Der Abstand von der Erde wird 1.6 astronomische Einheiten (AE) betragen. Bis im Februar nähert sich der Komet aber laufend der Erde und wird am 24. Februar den erdnächsten Punkt seiner Bahn durch das innere Sonnensystem durchlaufen. Dann befindet sich Lulin noch 0.4 AE von der Erde entfernt, aber bereits wieder 1.4 AE von der Sonne weg.

Sichtbarkeitsgrafik von Komet Lulin (C/2007 N3) am Morgenhimmel von Dezember 2008 bis Januar 2009. Ab Dezember ist der Komet heller als 8. Grössenklasse. Die Grafik zeigt die Höhe über Horizont bei nautischer Morgendämmerung, aufgetragen über dem Azimut des Kometen. Grafik CalSky.com.

Der Komet taucht im Dezember erst während der Morgendämmerung am Himmel auf und ist praktisch nicht zu beobachten. Erst gegen Ende Dezember dürfte er ein interessantes Ziel werden, wenn er zu Beginn der nautischen Morgendämmerung bereits 10-15° Höhe erreicht. Er hält sich den grössten Teil des Monats im Sternbild Skorpion auf, wobei er am 19./20. Dezember 6 Bogenminuten südlich am zweithellsten Skorpion-Stern Graffias (2.5 Grössenklasse) vorbeiläuft. Er wechselt am 27. Dezember ins Sternbild Waage.

Das Nebelflecklein wird im Januar 2009 rasch besser sichtbar und verfrüht seinen Aufgang auf 2 Uhr MEZ. Im Februar wechselt Komet Lulin in das Sternbild Jungfrau und später in den Löwen und wird dadurch Ende Februar die gesamte Nacht sichtbar − ideal um den Schweifstern in Erdnähe zu beobachten. Der Komet könnte dann eine Helligkeit von 3. Grössenklasse erreichen.

Sternkarte mit Positionen von Komet Lulin (C/2007 N3) vom Dezember 2008 bis März 2009. Die Helligkeit von Lulin liegt in dieser Periode voraussichtlich unterhalb von 8. Grösse, der Komet ist also bereits in kleinen Teleskopen leicht sichtbar. Von Mitte Januar bis Mitte März kann der Komet sogar von blossem Auge beobachtet werden, wobei die besten Beobachtungsbedingungen in der zweiten Hälfte Februar zu finden sind. Grafik CalSky.com.


Weiterführende Links

  • Erfahren Sie mehr über Kometen in unserem Astro-Lexikon
  • Liste der sichtbaren Kometen (CalSky.com)
  • Aktuelle Ephemeriden von Kometen (CalSky.com)
  • Sternkarten zum Auffinden von Kometen (CalSky.com)
  • Kometen in Sonnennähe: SOHO überwacht die Sonnenumgebung (Bilder in rechter Spalte)



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    29.11.2008 22:06 Uhr, Arnold Barmettler

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