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Planeten im November 2008

Venus ist der hell strahlende Stern tief im Südwesten in den frühen Abendstunden. Abends befindet sich der ebenfalls helle Jupiter im Süden. Er wird in diesem Monat von Venus eingeholt und am 1. Dezember in nur 2° Entfernung überholt. Saturn erreicht in der Morgendämmerung den höchsten Stand seiner täglichen Bahn. Der Blick durch eine Teleskop zeigt den Ringplaneten fast in Kantenlage. Merkur kann noch bis zum 10. November während seiner besten Morgensichtbarkeit in diesem Jahr vor Sonnenaufgang tief im Südosten gefunden werden.

Venus

Bis zu 2½ Stunden nach Sonnenuntergang strahlend hell im Südwesten

Die Grafik zeigt die Höhe über dem Horizont zum Zeitpunkt der bürgerlichen Abenddämmerung für die Abendsichtbarkeit von Venus von 2008 bis 2009. Zudem kann der Azimut von Venus zu diesem Zeitpunkt abgelesen werden. © CalSky / A. Barmettler.
Morgensichtbarkeit 2007/08 von Venus
Simulation des Venusanblicks. © CalSky / A. Barmettler.
Venus, aktuelle Ansicht

Venus entgleitet im November entgültig dem Strahlenkranz der Sonne und strahlt am Monatsende bis 2.5 Stunden nach Sonnenuntergang im Südwesten. Unser innerer Nachbarplanet ist bis Ende März 2009 als Abendstern zu bewundern, wobei Venus im Januar und Februar ihre glanzvollste Zeit bieten wird.

Am 1. November steht die schmale Mondsichel in der Abenddämmerung bei Venus. Der Planet befindet sich dann 5° rechts oberhalb des Mondes (Richtung 2 Uhr). Das Paar geht rund 75 Minuten nach Sonnenuntergang unter. Am 1. Dezember wird der Mond übrigens die Venus in den frühen Abendstunden bedecken. Zudem läuft die Venus am 1. Dezember in nur gerade 2° scheinbarer Distanz am ebenfalls hellen Planeten Jupiter vorbei.



Jupiter

Auffällig in den früheren Abendstunden, etwas weniger hell als Venus

Die Grafik zeigt die Höhe von Jupiter über dem Horizont zum Ende der nautischen Abenddämmerung (Sonnenhöhe -12°) aufgetragen relativ zur Himmelsrichtung. Noch bis Ende des Jahres kann Jupiter abends in der frühen Abenddämmerung gesehen werden. © CalSky / A. Barmettler.
Abendsichtbarkeit 2008 von Jupiter
Jupiter-Ansicht, laufend aktualisiert. © CalSky.
Jupiter, aktuelle Ansicht

Jupiter kann bequem in den ersten dunklen Stunden nach Feierabend beobachtet werden, seine diesjährigen Sichtbarkeitsperiode nähert sich aber dem Ende. Bei nautischer Abenddämmerung (Sonne 12° unter Horizont) erreicht er eine bescheidene Höhe von 10-18° in südsüdwestlicher Richtung.

Jupiter befindet sich im Sternbild Schütze. Sein Untergang verfrüht sich von 20.30 Uhr MEZ auf rund 19 Uhr. Jupiter durchläuft in diesen Monaten die südlichsten Bereiche der Ekliptik und gelangt dadurch nicht sonderlich hoch über den Horizont, so dass Teleskope nur bei sehr ruhiger Erdatmosphäre Details an den Wolkenbändern zeigen. Für die Beobachtung der Spiele der Jupitermonde reicht es dennoch allemal.

Im Laufe des Monats nähert sich der Abendstern Venus dem Jupiter. Während der ersten Nachthälfte am 1. Dezember beträgt der Abstand zwischen den hellsten Planeten nur 2°. Auch der Mond wird dann eine hübsche Rolle spielen: Er wird Venus am Abend des 1. Dezembers bedecken und sich gleichzeitig nahe bei Jupiter aufhalten.

Bereits in den Abendstunden am 3. November erhält der hell strahlende Gasplanet Jupiter Besuch vom zunehmenden Mond. Gegen 19.30 Uhr beträgt der scheinbare Abstand 3.5°. Jupiter befindet sich dann ziemlich genau über dem Mond.

Stellung der Jupitermonde

Aktuelle Stellung der Jupitermonde, © CalSky.com.

Die Beobachtung von Schattenspielen der vier grössten Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto ist bereits in einem kleinen astronomischen Teleskop möglich, und die Stellung der vier Jupitermonde um Jupiter bereits im Fernglas sichtbar.



Merkur

Bis 10. November in bester Morgensichtbarkeit des Jahres

Merkur ist im Oktober und November über dem Südost-Horizont in der Morgendämmerung zu sehen. Die Grafik zeigt die Höhe über dem Horizont, unter Angabe des Azimuts zum Zeitpunkt der bürgerlichen Dämmerung. © CalSky / A. Barmettler.
Sichtbarkeit Oktober/November 2008 von Merkur
Ansicht von Merkur
Merkur, aktuelle Ansicht wird laufend aktualisiert

Der flinke Planet erreichte am 22. Oktober seine grösste Elongation von der Sonne und bewegt sich seither scheinbar wieder der Sonne entgegen. Bis es am 25. November aber zur Konjunktion mit dem Zentralgestirn kommt, bietet uns Merkur bis zum 10. November seine beste Morgensichtbarkeit für das Jahr 2008. Die ersten Tage im Monat sind am besten geeignet, Merkur in der bürgerlichen Morgendämmerung bei einer Helligkeit von -1. Grösse tief im Ostsüdosten zu sehen.

Er bleibt bis zum 10. November hell, fällt aber der Sonne entgegen und verschwindet wieder im Strahlenkranz der Sonne. Er taucht erst gegen Ende des Jahres wieder am Abendhimmel auf.



Saturn

Am Morgenhimmel − nahezu Kantenlage

Die Grafik zeigt die Höhe über dem Horizont, unter Angabe des Azimuts zum Zeitpunkt der nautischen Morgendämmerung (Sonne 12° unter Horizont). © CalSky / A. Barmettler.
Morgensichtbarkeit Winter 2008/9 von Saturn
Simulierte Ansicht von Saturn − laufend aktualisiert © CalSky / A. Barmettler.
Saturn, aktuelle Ansicht

Saturn begleitet uns das gesamte Winterhalbjahr über in der Morgendämmerung. Im November steigt der Ringplanet morgens im Südosten hoch empor und erreicht fast die Kulminationshöhe von nahezu 45°. Er hält sich im Sternbild Löwe auf. Mit einer Helligkeit von 1. Grösse ist er der hellste Stern in der Himmelsregion. In Opposition gelangt Saturn am 8. März 2009.

Saturn zeigt uns bis zum Jahresende seine Ringe praktisch von der Seite, die Ringebene von Saturn ist nun nur noch 1° gegen die Erde geneigt. Bis Ende Dezember werden die Ringe scheinbar noch etwas schmaler, öffnen sich aber anschliessend wieder, bevor es zur exakten Kantenlage kommt. Erst im August 2009 werden die Ringe gänzlich verschwinden: Weil die Erde in der Ringebene zu liegen kommt sehen wir dann genau seitlich auf die dünnen Ringe, die dadurch nicht zu erkennen sind.



Mars

Erst wieder im Mai 2009 sichtbar

Mars-Ansicht, laufend aktualisiert. © CalSky.
Mars, aktuelle Ansicht

In Konjunktion mit der Sonne gelangt Mars am 5. Dezember 2008, ist aber bereits jetzt zu nahe bei der Sonne und deshalb unsichtbar. Wer aber erwartet hat, Mars bereits wenig später am Morgenhimmel zu erhaschen, wird enttäuscht: Erst wieder im Mai 2009 gelangt Mars in der Morgendämmerung genügend hoch über den Horizont, dass er von blossem Auge zu finden ist.



Uranus, Neptun

Uranus optimal in den Abendstunden

Uranus ist im November bis gegen 2 Uhr sichtbar. Uranus hält sich im Sternbild Wassermann auf und ist bei guten Bedingungen gerade noch von blossem Auge sichtbar: seine Helligkeit beträgt in diesem Monat 5.8 Grössenklassen. Allerdings braucht es ein Teleskop, um die Planetenscheibe eindeutig zu erkennen (Durchmesser 3.5"), und in Horizontnähe liegt die Grenzhelligkeit tiefer. Am Besten hält man gegen 20 Uhr mit einer Sternkarte und Fernglas ausgerüstet nach Uranus Ausschau. Er steht dann im Süden und erreicht mit 30-35° seine grösste Höhe über Horizont.

Der entferntere und deshalb lichtschwächere Neptun verfrüht seinen Untergang bis Ende des Monats auf 22 Uhr. Neptun hält sich im Sternbild Steinbock bei rund 10° tieferer Deklination als Uranus auf, und gelangt bei Kulmination in der Abenddämmerung nicht allzu hoch über den Südhorizont. Neptun weist eine Helligkeit von 7.9 Grössenklassen auf. Für die Beobachtung von Neptun um 19 Uhr ist ein kleines Teleskop und eine Sternkarte notwendig. Die Neptunscheibe misst 2.2 Bogensekunden.

Wenn Sie Uranus oder Neptun aufsuchen möchten, erstellen Sie sich bitte eine aktuelle Aufsuchkarte (die Bildausschnittshöhe entspricht jeweils etwa dem Winkel, den eine gespreizte, ausgestreckte Hand aufspannt):



Weiterführende Links



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28.10.2008 09:04 Uhr, Arnold Barmettler

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