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Planeten im September 2008

Jupiter fällt in der Abenddämmerung in südlicher Richtung auf. Er ist bis um Mitternacht der hellste Stern am Himmel. Tief im Westen geht die Venus rund 45 Minuten nach der Sonne unter. Sie wird erst ab November besser sichtbar. Nahezu unbemerkt kommt es zwischen 10. und 15. September zu einem Planetentreffen, wobei die Venus als Aufsuchhilfe dienen kann: In diesem Zeitfenster befindet sich Merkur 3½° unterhalb von Venus und am 11./12. September beträgt der Abstand zwischen Venus und Mars nur gerade 20 Bogenminuten. Uranus gelangt im September in Opposition. Er und der lichtschwächere Planet Neptun sind am Besten um den Tageswechsel zu beobachten.

Jupiter

Auffällig am Abendhimmel. Untergang um Mitternacht

Die Grafik zeigt die Höhe von Jupiter über dem Horizont zum Ende der nautischen Abenddämmerung (Sonnenhöhe -12°) aufgetragen relativ zur Himmelsrichtung. Noch bis Ende des Jahres kann Jupiter abends in der frühen Abenddämmerung gesehen werden. © CalSky / A. Barmettler.
Abendsichtbarkeit 2008 von Jupiter
Jupiter-Ansicht, laufend aktualisiert. © CalSky.
Jupiter, aktuelle Ansicht

Der September bietet noch einmal gute Möglichkeiten um den Gasplaneten während der diesjährigen Sichtbarkeitsperiode zu beobachten. In den Abendstunden erreicht er eine zwar bescheidene Kulminationshöhe von bis zu 20°, im Vergleich zu den kommenden Monaten ist dies aber noch als gut zu bezeichnen und das beste, was uns in diesem Jahr geboten wird.

Jupiter befindet sich im Sternbild Schütze. Abends fällt er hell leuchtend im Süden auf. Sein Untergang verfrüht sich von 1 Uhr auf rund 23 Uhr MESZ. Jupiter durchläuft in diesen Monaten die südlichsten Bereiche der Ekliptik und gelangt dadurch nicht sonderlich hoch über den Horizont, so dass Teleskope nur bei sehr ruhiger Erdatmosphäre Details an den Wolkenbändern zeigen. Für die Beobachtung der Spiele der Jupitermonde reicht es dennoch allemal.

Stellung der Jupitermonde

Aktuelle Stellung der Jupitermonde, © CalSky.com.

Die Beobachtung von Schattenspielen der vier grössten Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto ist bereits in einem kleinen astronomischen Teleskop möglich, und die Stellung der vier Jupitermonde um Jupiter bereits im Fernglas sichtbar.



Venus

Bis 45 Minuten nach Sonnenuntergang im Westen

Simulation des Venusanblicks. © CalSky / A. Barmettler.
Venus, aktuelle Ansicht

Unser innerer Nachbarplanet Venus taucht nur zögerlich in der Abenddämmerung auf, obwohl sich der Winkelabstand von der Sonne auf 30° vergrössert. Klares Wetter und gute Sicht gegen Westen vorausgesetzt, kann Venus bis 45 Minuten nach Sonnenuntergang beobachtet werden. Erst ab November steigt sie höher in den Abendhimmel und ist bis Ende März 2009 jeweils als Abendstern zu bewundern.

Am 1. September befindet sich Venus oberhalb der schmalen Mondsichel, die dann erstmals nach Neumond in der Abenddämmerung zu sehen ist. Venus ist sicherlich mit Hilfe eines Fernglas deutlich erkennbar. Zwischen 10. und 15. September läuft Venus an Merkur und Mars vorbei. Venus kann bei diesen Zusammentreffen als Aufsuchhilfe für die lichttschwachen und schwierig zu beobachtenden Planeten dienen.

Die Grafik zeigt die Höhe über dem Horizont zum Zeitpunkt der bürgerlichen Abenddämmerung für die Abendsichtbarkeit von Venus von 2008 bis 2009. Zudem kann der Azimut von Venus zu diesem Zeitpunkt abgelesen werden. © CalSky / A. Barmettler.
Morgensichtbarkeit 2007/08 von Venus



Saturn

Unsichtbar

Simulierte Ansicht von Saturn − laufend aktualisiert © CalSky / A. Barmettler.
Saturn, aktuelle Ansicht

Saturn wird von der Sonne eingeholt und gelangt am 4. September in Konjunktion mit der Sonne. Aus dem Strahlenkranz der Sonne entflieht der Ringplanet im Oktober: Dann taucht er wieder am Morgenhimmel auf.



Mars

Erst wieder im Juni 2009 sichtbar

Mars-Ansicht, laufend aktualisiert. © CalSky.
Mars, aktuelle Ansicht

Unser äusserer Nachbarplanet Mars steht bei bürgerlicher Abenddämmerung nur gerade noch 4° über Horizont. Angesichts seiner geringen Helligkeit von 1.7 Grössenklassen reicht dies nicht mehr für eine Sichtung. In Konjunktion mit der Sonne gelangt Mars erst am 5. Dezember 2008. Wer aber erwartet hat, Mars bereits wenig später am Morgenhimmel zu erhaschen, wird enttäuscht: Erst wieder im Mai 2009 gelangt Mars in der Morgendämmerung genügend hoch über den Horizont, dass er von blossem Auge zu finden ist.

Enge Konjunktion mit Venus

Teleskopisch könnte der Mars nochmals am 11./12. September gesichtet werden, wenn die helle Venus in Konjunktion mit dem schwachen Mars steht. In der bürgerlichen Abenddämmerung trennt die beiden am 11. September nur 20 Bogenminuten, also nicht einmal ein Monddurchmesser. An beiden Tagen befindet sich Mars unterhalb von Venus. Unterhalb des Paares, rund 3° tiefer, befindet sich Merkur, der heller als Mars, aber deutlich weniger hell ist als Venus.



Merkur

Unsichtbar

Merkur befindet sich Anfang September östlich von der Sonne und wäre im Prinzip am Abendhimmel zu sehen. Die Sichtbarkeitsbedingungen sind in unseren Breiten aber so schlecht, dass wir von dieser Abendsichtbarkeit mit blossem Auge nichts mitkriegen. Gut ausgerüstete Amateurastronomen können den Planeten bis zum 25. September am Taghimmel beobachten.

Venus als Aufsuchhilfe

In grösste Elongation gelangt Merkur am 11. September: Der Abstand von unserem Taggestirn beträgt dann 27°. Zwischen 11. und 15. September läuft Venus an Merkur vorbei, wobei der Abstand 3.6° beträgt. Venus kann an diesen Tagen zum Aufsuchen des 0.3 Grössenklassen hellen Merkur dienen, der sich unterhalb des helleren Planeten Venus aufhält. Ein Fernglas dürfte bei der Suche knapp über dem Westhorizont gute Dienste leisten, weil der Himmel um den Sonnenuntergangspunkt in den nur 25 zur Verfügung stehenden Minuten nach Sonnenuntergang noch sehr hell ist.



Uranus, Neptun

Ganze Nacht sichtbar

Uranus gelangt am 13. September in Opposition und ist im September theoretisch die gesamte Nacht über sichtbar. Uranus hält sich im Sternbild Wassermann auf und ist bei guten Bedingungen gerade noch von blossem Auge sichtbar: seine Helligkeit beträgt in diesem Monat 5.7 Grössenklassen. Allerdings braucht es ein Teleskop, um die Planetenscheibe eindeutig zu erkennen (Durchmesser 3.7"), und in Horizontnähe liegt die Grenzhelligkeit tiefer. Am Besten hält man um Mitternacht mit einer Sternkarte und Fernglas ausgerüstet nach Uranus Ausschau. Er steht dann im Süden und erreicht mit 35° seine grösste Höhe über Horizont.

Der entferntere und deshalb lichtschwächere Neptun stand bereits Mitte August der Sonne gegenüber und geht Ende des Monats bereits um 3 Uhr unter. Allerdings reicht Neptun, im Sternbild Steinbock rund 10° tiefer als Uranus, während der Nacht nicht allzu hoch über den Südhorizont. Neptun weist eine Helligkeit von 7.8 Grössenklassen auf. Für die Beobachtung von Neptun um 23 Uhr ist ein kleines Teleskop und eine Sternkarte notwendig. Die Neptunscheibe misst 2.2 Bogensekunden.

Wenn Sie Uranus oder Neptun aufsuchen möchten, erstellen Sie sich bitte eine aktuelle Aufsuchkarte (die Bildausschnittshöhe entspricht jeweils etwa dem Winkel, der eine gespreizte, ausgestreckte Hand aufspannt):



Weiterführende Links



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26.08.2008 20:15 Uhr, Arnold Barmettler

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