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Planeten im August 2008

Jupiter steht beim nach Abenddämmerung hell im Südosten im Sternbild Schütze. Ihm fast gegenüber, im Westen, taucht im August die Venus auf. Sie ist bis März 2009 Abendstern. Neptun gelangt im August in Opposition. Er und der hellere Uranus sind die gesamte Nacht über zu beobachten. Alle drei Gasplaneten, Jupiter, Uranus und Neptun gelangen diesen Sommer nur wenig über den Südhorizont, weil sie sich in den tiefsten Gegenden der Ekliptik aufhalten.

Jupiter

Bis in die Stunden nach Mitternacht gut sichtbar

Die Grafik zeigt die Höhe von Jupiter über dem Horizont zum Ende der nautischen Dämmerung (Sonnenhöhe -12°) aufgetragen relativ zur Himmelsrichtung. Noch bis November kann Jupiter abends in der frühen Abenddämmerung gesehen werden. © CalSky / A. Barmettler.
Abendsichtbarkeit 2008 von Jupiter
Jupiter-Ansicht, laufend aktualisiert. © CalSky.
Jupiter, aktuelle Ansicht

Jupiter stand am 9. Juli in seiner Oppositionsstellung und ist im August besonders gut am Abendhimmel zu beobachten. Er befindet sich im Sternbild Schütze und steht nach der Abenddämmerung nicht allzu hoch im Südosten. Sein Untergang verfrüht sich von 3 Uhr auf 1 Uhr. Jupiter durchläuft die südlichsten Bereiche der Ekliptik und gelangt dadurch nicht sonderlich hoch über dem Horizont. Mit rund 15-20° Kulminationshöhe zeigen Teleskope nur bei sehr ruhiger Erdatmosphäre Details an den Wolkenbändern. Für die Beobachtung der Spiele der Jupitermonde reicht es dennoch allemal.

Stellung der Jupitermonde

Aktuelle Stellung der Jupitermonde, © CalSky.com.

Die Beobachtung von Schattenspielen der vier grössten Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto ist bereits in einem kleinen astronomischen Teleskop möglich, und die Stellung der vier Jupitermonde um Jupiter bereits im Fernglas sichtbar.



Venus

Zaghaft in der Abenddämmerung

Simulation des Venusanblicks. © CalSky / A. Barmettler.
Venus, aktuelle Ansicht

Vor zwei Monaten stand Venus in oberer Konjunktion mit der Sonne. Zaghaft bewegt sich unser innerer Nachbarplanet nach seiner grössten Entfernung von der Erde wieder uns entgegen. Anfang August kann Venus erstmals wieder in der Abenddämmerung gesehen werden, wo sie bis Ende März 2009 Abendstern ist. Wirklich gut wird Venus aber erst wieder zu Jahreswechsel 2008/9 zu beobachten sein: dann steigt sie hoch in den Dämmerungshimmel empor.

Am 2. August kann Venus, mit einer Helligkeit von -3.9 Grösse, als Aufsuchhilfe für die schmale Mondsichel dienen. 33 Stunden nach der Sonnenfinsternis zeigt sich der Mond nämlich erstmals wieder am Abendhimmel. Er geht nur 30 Minuten nach der Sonne unter. Weil der helle Himmel den Kontrast des schmalen beleuchteten Streifens auf dem Mond verwischt, kann Venus helfen: Der Mond steht nur 3° links der im Fernglas hell und punktförmig erscheinenden Venus.

Die Grafik zeigt die Höhe über dem Horizont zum Zeitpunkt der bürgerlichen Abenddämmerung für die Abendsichtbarkeit von Venus von 2008 bis 2009. Zudem kann der Azimut von Venus zu diesem Zeitpunkt abgelesen werden. © CalSky / A. Barmettler.
Morgensichtbarkeit 2007/08 von Venus



Saturn

Unsichtbar

Simulierte Ansicht von Saturn − laufend aktualisiert © CalSky / A. Barmettler.
Saturn, aktuelle Ansicht

Die Sonne hat den Planeten Saturn eingeholt: In der hellen Abenddämmerung kann Saturn nicht mehr gesehen werden. In Konjunktion mit der Sonne gelangt Saturn am 4. September. Aus dem Strahlenkranz der Sonne entflieht der Ringplanet im Oktober: Dann taucht er wieder am Morgenhimmel auf.



Mars

Erst wieder im Juni 2009 sichtbar

Mars-Ansicht, laufend aktualisiert. © CalSky.
Mars, aktuelle Ansicht

Zum Monatswechsel hat die Sonne den Mars eingeholt, so dass dieser in der hellen Abenddämmerung verschwunden ist und eine lange Sichtbarkeitsperiode zu Ende ging. Am 5. Dezember 2008 steht Mars in Konjunktion mit der Sonne. Wer aber erwartet hat, Mars bereits wenig später am Morgenhimmel zu erhaschen, muss enttäuscht werden: Erst wieder im Juni 2008 gelangt Mars in der Morgendämmerung genügend hoch über den Horizont, dass er von blossem Auge zu finden ist.



Merkur

Unsichtbar

Merkur befindet sich im August östlich von der Sonne und wäre im Prinzip am Abendhimmel zu sehen. Die Sichtbarkeitsbedingungen sind in unseren Breiten aber so schlecht, dass wir von dieser Abendsichtbarkeit mit blossem Auge nichts mitkriegen. Gut ausgerüstete Amateurastronomen können den Planeten ab Mitte August am Taghimmel beobachten.

In grösste Elongation gelangt Merkur am 11. September: Der Abstand von unserem Taggestirn beträgt dann 27°.



Uranus, Neptun

Ganze Nacht sichtbar

Uranus verfüht seinen Aufgang von 22 auf 20 Uhr und gelangt am 13. September in Opposition. Der entferntere und deshalb lichtschwächere Neptun steht bereits am 15. August der Sonne gegenüber: Er geht dann bei Sonnenuntergang auf und bei Sonnenaufgang unter. Allerdings reicht Neptun, im Sternbild Steinbock, während der Nacht nicht allzu hoch über den Südhorizont. Neptun weist eine Helligkeit von 7.8 Grössenklassen auf. Für die Beobachtung von Neptun ist ein kleines Teleskop notwendig. Die Neptunscheibe misst 2.2 Bogensekunden.

Uranus hält sich im Sternbild Wassermann auf und ist theoretisch gerade noch von blossem Auge sichtbar: seine Helligkeit beträgt in diesem Monat 5.7 Grössenklassen. Allerdings braucht es ein Teleskop, um die Planetenscheibe eindeutig zu erkennen (Durchmesser 3.7"), und in Horizontnähe liegt die Grenzhelligkeit tiefer.

Wenn Sie Uranus oder Neptun aufsuchen möchten, erstellen Sie sich bitte eine aktuelle Aufsuchkarte (die Bildausschnittshöhe entspricht jeweils etwa dem Winkel, der eine gespreizte, ausgestreckte Hand aufspannt):



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12.08.2008 00:31 Uhr, Arnold Barmettler

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