Perseiden-Sternschnuppen
Der August ist der Sternschnuppen-Monat schlechthin. Bereits Anfang Monat huschen einige Meteore über den Himmel. Optimal wird es dann vom 11. bis 13. August; von dunklen Standorten aus, wenn der Mond gegen 1 Uhr untergegangen ist, sind bis 50 Sternschnuppen stündlich sichtbar. Das Maximum wird am 12. August um 16 Uhr erreicht. Wenn da noch Wünsche offen bleiben!
Bereits in der letzten Juli-Woche konnten vereinzelte Sternschnuppen des legendären Perseïden-Meteorstroms erspäht werden, doch richtig gut werden die Verhältnisse erst pünktlich auf das Maximum am 12. August hin. Die Erde durchfliegt dieser Tage die Auflösungsprodukte des Kometen 109P / Swift-Tuttle, der letztmals im Dezember 1992 wieder durch das innere Planetensystem flog, dabei viel Staub auf seiner Bahn zurückliess und im August 1993 für einen regelrechten Sternschnuppenregen sorgte. Noch heute können vom 11. bis 13. August bis zu 50 Meteore pro Stunde gesichtet werden, mitunter auch sehr helle Objekte, so genannte Feuerkugeln oder Boliden.
Dieses Jahr sind die Beobachtungsbedingungen recht gut, zumindest in der zweiten Nachthälfte, wenn
der zunehmende Mond untergegangen ist. Optimal sind die Bedingungen nach 4 Uhr in der Früh, dann steht der Radiant am Höchsten.
Am Besten begibt man sich etwas abseits von störendem Fremdlicht auf einen Hügel mit Sicht nach Nordosten, wo gegen 23 Uhr die Sternbilder Cassiopeia und Perseus aufgehen. Die Sternschnuppen scheinen aus demselben Punkt am Himmel zu entspringen und huschen radial in alle Himmelsrichtungen. Es ist vergleichbar einer Autofahrt in dichtem Schneegestöber; die Schneeflocken scheinen alle aus einem Punkt kommend, auf die Frontscheibe zu treffen. Genauso verhält es sich mit dem "Raumschiff Erde". Durch die irdische Atmosphäre blicken wir wie durch eine gigantische Windschutzscheibe, in der die winzigen Staubpartikel mit rund 60 km/s Geschwindigkeit eingefangen werden und verglühen. Was wir allerdings als Sternschnuppe wahrnehmen, ist nicht etwa das Glühen des Teilchens, sondern die Entladung der angeregten Luftmoleküle.
Benannt nach dem römischen Märtyrer Laurentius
Sternschnuppen gibt es das ganze Jahr hindurch zu beobachten. Je nachdem, in welchem Sternbild sie ihren Ursprung haben, werden die einzelnen Ströme mit dem lateinischen Sternbildnamen und der Endung "-iden" gekennzeichnet. Die Aurigiden entspringen beispielsweise dem Fuhrmann (Auriga), die im Oktober auftretenden Orioniden, dem Himmelsjäger Orion und die Perseïden dem Sternbild Perseus. Nach geschichtlicher Überlieferung wird der Perseïden-Strom in Erinnerung an den christlichen Märtyrer Laurentius auch "Laurentius-Tränen" genannt. Die Legende erzählt, dass Laurentius als erster Diakon von Rom für die Verwaltung des örtlichen Kirchenvermögens und dessen Verwendung zu sozialen Zwecken in päpstlichem Auftrag zuständig war. Nachdem Kaiser Valerian Papst Sixtus II. enthaupten liess, sollte Laurentius das gesamte kirchliche Eigentum herausgeben. Doch der Diakon verteilte das Vermögen an die Gemeinde und liess Arme und Kranke auf einem Platz versammeln, wo er sie als den wahren Reichtum der Kirche vor den Augen des Kaisers präsentierte. Valerian liess Laurentius foltern und anschliessend auf einem eisernen Gitterrost den qualvollen Feuertod sterben. Dies war am 10. August 258 in Rom. Seither fallen alljährlich zu dieser Zeit die "Laurentius-Tränen" vom Himmel.
Weitere Informationen
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10.08.2008 18:33 Uhr, Thomas Baer
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