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Planeten im Juli 2008

Saturn und Mars verabschieden sich im Juli vom Abendhimmel und feiern dies mit einer engen Begegnung am 10. Juli. Bereits am 1. Juli läuft Mars am ähnlich hellen Regulus vorbei. Als Monatshighlight zeigt sich der Gasriese Jupiter die gesamte kurze Nacht über am Himmel: er steht am 9. Juli im Sternbild Schützen in Opposition, allerdings mit einer sehr bescheidenen Kulminationshöhe. Auch er erhält Besuch: Während der Vollmondnacht 17./18. Juli befindet sich der Mond nur 5° vom Jupiter entfernt. Merkur ist bis über die Monatsmitte in der Morgendämmerung zu sehen.

Jupiter

In Opposition − ganze kurze Nacht sichtbar

Die Grafik zeigt die Höhe von Jupiter über Horizont zum Ende der nautischen Dämmerung (Sonnenhöhe -12°) aufgetragen relativ zur Himmelsrichtung. Noch bis November kann Jupiter abends in der frühen Abenddämmerung gesehen werden. © CalSky / A. Barmettler.
Abendsichtbarkeit 2008 von Jupiter
Jupiter-Ansicht, laufend aktualisiert. © CalSky.
Jupiter, aktuelle Ansicht

Jupiter gelangt am 9. Juli im Sternbild Schütze in Oppositionsstellung − er steht dann von der Erde aus gesehen der Sonne gegenüber und ist die gesamte − wenn auch nur sehr kurze − Nacht über am Himmel zu sehen. Seine höchste Höhe der täglichen Bahn erreicht er um ein Uhr, allerdings bei sehr bescheidenen Höhen über Horizont: Mit rund 15-20° Höhe zeigen Teleskope nur bei sehr ruhiger Erdatmosphäre Details an den Wolkenbändern. Für die Beobachtung der Spiele der Jupitermonde reicht es dennoch allemal.

Stellung der Jupitermonde

Aktuelle Stellung der Jupitermonde, © CalSky.com.

Die Beobachtung von Schattenspielen der vier grössten Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto ist bereits in einem kleinen astronomischen Teleskop möglich, und die Stellung der vier Jupitermonde um Jupiter bereits im Fernglas sichtbar.



Saturn

Bis etwa 20. Juli am Abendhimmel sichtbar

Simulierte Ansicht von Saturn − laufend aktualisiert © CalSky / A. Barmettler.
Saturn, aktuelle Ansicht

Saturn verfrüht seinen Untergang von anfangs Mitternacht auf 22 Uhr. Bis etwa am 20. Juli kann der Ringplanet noch in der Abenddämmerung erhascht werden, bevor er im Strahlenkranz der Sonne versinkt. Er taucht nach seiner Konjunktion mit der Sonne am 4. September im September wieder am Morgenhimmel auf.

Er entfernt sich weiter ostwärts vom Hauptstern des Löwen, Regulus. Auf seiner Bewegung durch das Sternbild Löwe erhält er um den 10. Juli Besuch vom weniger hellen Mars. Die nächste Begegnung findet am 10. Juli um 19.36 Uhr MESZ statt. Dann trennt die beiden Gestirne nur 38.4 Bogenminuten. Saturn leuchtet mit einer Helligkeit von 0.8 Grösse fast doppelt so hell wie Regulus und Mars.

Die Ringebene von Saturn ist nun nur noch 9° geneigt. In den nächsten Monaten werden die Ringe scheinbar immer schmaler, bis sie im August 2009 gänzlich verschwinden: Weil die Erde in der Ringebene zu liegen kommt sehen wir seitlich auf die dünnen Ringe.



Mars

Anfangs noch am Abendhimmel sichtbar

Mars-Ansicht, laufend aktualisiert. © CalSky.
Mars, aktuelle Ansicht

Mars eilt der Ekliptik entlang, im Juli durch das Sternbild Löwe. Am 1. und 2. Juli läuft er in unmittelbarer Nähe am Herz des Löwen, am Löwenstern Regulus, vorbei. Bei der nächsten Annäherung am 1. Juli trennt die beiden Gestirne nur gerade etwas mehr als ein Vollmonddurchmesser. Regulus und Mars sind in etwas gleich hell (1.5 Grössenklassen); Mars verrät sich durch sein orange-rötliches Licht.

Mars nähert sich damit auch dem Ringplaneten Saturn, der sich östlich von Regulus aufhält und fast doppelt so hell leuchtet wie Regulus oder Mars. Die engste Begegnung findet am 10. Juli um 19.36 Uhr MESZ statt. Dann trennt die beiden Gestirne nur noch etwas mehr als ein Monddurchmesser, nämlich 38.4 Bogenminuten. Natürlich ist der Anblick auch in den Tagen vor und nach dem 10. Juli sehenswert, lässt sich doch die himmlische Bewegung zwischen den Gestirnen von Tag zu Tag gut beobachten.

In der zweiten Monatshälfte verblasst der Mars in der Abenddämmerung, obwohl es bis zur Konjunktion noch bis Dezember dauert. Erst im 2009 wird Mars wieder in der Morgendämmerung auftauchen.



Merkur

Bis etwa 22. Juli am Morgenhimmel

Ansicht von Merkur
Merkur, aktuelle Ansicht wird laufend aktualisiert
Merkur ist im Juli über dem Nordost-Horizont in der Morgendämmerung zu sehen. Die Grafik zeigt die Höhe über Horizont, unter Angabe des Azimuts zum Zeitpunkt der bürgerlichen Dämmerung. © CalSky / A. Barmettler.
Sichtbarkeit Juli 2008 von Merkur

Merkur gelangte am 7. Juni in untere Konjunktion mit der Sonne, aber erst gegen Ende Juni ragte der sonnennächste Planet vor Sonnenaufgang genügend hoch in den Himmel der Morgendämmerung, dass er mit einem Fernglas gefunden werden konnte. In grösster westlicher Elongation steht Merkur bereits am 1. Juli, der Winkelabstand zur Sonne beträgt dann 22°. Erst in den folgenden Tagen wird er besser sichtbar, erreicht bei bürgerlicher Morgendämmerung eine Höhe von immerhin bis zu 5° und hellt bis am 22. Juli bis auf -1.5 Grössenklassen auf. Nach diesem Datum taucht Merkur wieder rasch in die Helligkeit des Morgenhimmels und läuft bereits am 29. Juli durch die obere Konjunktionsstellung.

Der optimale Zeitpunkt für die Beobachtung von Merkur ist demnach um die Monatsmitte.



Uranus, Neptun

Ab späterem Abend im Südosten

Uranus taucht Anfang Monat gegen Mitternacht im Südosten auf. Er befindet sich im Sternbild Wassermann und ist theoretisch gerade noch von blossem Auge sichtbar: seine Helligkeit beträgt in diesem Monat 5.8 Grössenklassen. Allerdings braucht es ein Teleskop, um die Planetenscheibe eindeutig zu erkennen, und in Horizontnähe liegt die Grenzhelligkeit tiefer.

Neptun befindet sich bei einer rund 10° südlicheren Deklination als Uranus im Sternbild Steinbock. Dadurch erreicht er nach seinem Aufgang 22 Uhr vor der Morgendämmerung eine nur bescheidene Kulminationshöhe von gut 25°. Für die Beobachtung von Neptun ist ein kleines Teleskop notwendig.

Wenn Sie Uranus oder Neptun aufsuchen möchten, erstellen Sie sich bitte eine aktuelle Aufsuchkarte (die Bildausschnittshöhe entspricht jeweils etwa dem Winkel, der eine gespreizte, ausgestreckte Hand aufspannt):



Venus

Unsichtbar

Venus stand am 9. Juni 2008 in oberer Konjunktion mit der Sonne und ist bis im August unsichtbar. Bis Venus wieder gut sichtbar wird müssen wir uns noch etwas gedulden: erst wieder zu Jahreswechsel 2008/9 steigt die Venus hoch in den Dämmerungshimmel empor, dann wird sie für einige Monate den Abendhimmel zieren.



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25.06.2008 23:54 Uhr, Arnold Barmettler

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