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Planeten im Juni 2008

Saturn und Mars sind im Juni noch gut nach dem Einnachten zu beobachten. Mars nähert sich im Monatslauf dem gut doppelt so hellen Löwenstern Regulus und Saturn. Das Trio geht nach Mitternacht unter. Jupiter nähert sich seiner Oppositionsstellung vom 9. Juli und erscheint Ende Monat um 22 Uhr im Südosten. In den Morgenstunden erreicht er nur eine Kuliminationshöhe von 15-20° über Horizont, scheint aber heller als sämtliche anderen Gestirne.

Saturn

Im Juni noch am Abendhimmel sichtbar

Simulierte Ansicht von Saturn − laufend aktualisiert © CalSky / A. Barmettler.
Saturn, aktuelle Ansicht
Die Grafik zeigt die Höhe über Horizont, unter Angabe des Azimuts zum Zeitpunkt der astronomischen Dämmerung (Sonne 18° unter Horizont). © CalSky / A. Barmettler.
Sichtbarkeit 2008 von Saturn

Saturn kulminiert schon weit vor Sonnenuntergang. Sein Untergang verfrüht sich von anfangs 2 Uhr auf Mitternacht. Der Juni bietet uns nochmals die letzten Möglichkeiten, den Ringplaneten durch ein Teleskop zu beobachten. Im Juli wird er in der Abenddämmerung gerade noch erkennbar sein, bevor er verschwindet. Er taucht nach seiner Konjunktion mit der Sonne am 4. September im September wieder am Morgenhimmel auf.

Er entfernt sich langsam von Regulus, dem Hauptstern vom Löwen. Er leuchtet mit einer Helligkeit von 0.7 Grösse fast doppelt so hell wie Regulus. Gegen Monatsende nähert sich Mars dem Regulus und somit auch Saturn. Saturn ist aber deutlich heller als beide Gestirne.

Die Ringebene von Saturn ist nun nur noch 10° geneigt. In den nächsten Monaten werden die Ringe scheinbar immer schmaler, bis sie im August 2009 gänzlich verschwinden: Weil die Erde in der Ringebene zu liegen kommt sehen wir seitlich auf die dünnen Ringe.



Mars

Im Juni noch am Abendhimmel sichtbar

Mars-Ansicht, laufend aktualisiert. © CalSky.
Mars, aktuelle Ansicht

Mars bewegt sich im Juni südwärts durch die Ekliptik. Erst um den 22. Mai befand er sich noch im Herzen vom Sternbild Krebs, dem offenen Sternhaufen Praesepe, und bereits am 1. und 2. Juli läuft er in unmittelbarer Nähe am Herz des Löwen, am Löwenstern Regulus, vorbei. Bei der nächsten Annäherung am 1. Juli trennt die beiden Gestirne nur gerade etwas mehr als ein Vollmonddurchmesser. Regulus und Mars sind in etwas gleich hell (1.5 Grössenklassen); Mars verrät sich durch sein orange-rötliches Licht.

Mars nähert sich damit auch dem Ringplaneten Saturn, der sich östlich von Regulus aufhält und fast doppelt so hell leuchtet wie Regulus oder Mars.

Der Juni bietet die letzten guten Möglichkeiten, Mars am Abendhimmel zu beobachten. Im Juli verblasst er in der Abenddämmerung. Nach seiner Konjunktion im Dezember 2008 wird er erst 2009 wieder in der Morgendämmerung auftauchen.

Die Grafik zeigt die Höhe über Horizont von Mars, unter Angabe des Azimuts zum Zeitpunkt der nautischen Dämmerung (Sonne 12° unter Horizont). © CalSky / A. Barmettler.
Sichtbarkeit 2008 von Mars



Jupiter

Nähert sich seiner Opposition; taucht schon vor Mitternacht auf

Die Grafik zeigt die Höhe von Jupiter über Horizont zum Ende der nautischen Dämmerung (Sonnenhöhe -12°) aufgetragen relativ zur Himmelsrichtung. Noch bis November kann Jupiter abends in der frühen Abenddämmerung gesehen werden. © CalSky / A. Barmettler.
Abendsichtbarkeit 2008 von Jupiter
Jupiter-Ansicht, laufend aktualisiert. © CalSky.
Jupiter, aktuelle Ansicht

Jupiter bewegt sich rückläufig im Sternbild Schütze. In Opposition gelangt er am 9. Juli − er steht dann von der Erde aus gesehen der Sonne gegenüber und ist die gesamt − wenn auch nur sehr kurze − Nacht über am Himmel zu sehen. Anfang Juni taucht der Gasplanet Jupiter erst gegen Mitternacht am Südosthimmel auf. Bis Ende Juni verfrüht sich der Aufgang auf 22 Uhr MESZ. Seine höchste Höhe der täglichen Bahn erreicht er in den Morgenstunden, allerdings bei sehr bescheidenen Höhen über Horizont: Mit rund 15-20° Höhe zeigen Teleskope nur bei sehr ruhiger Erdatmosphäre Details an den Wolkenbändern. Für die Beobachtung der Spiele der Jupitermonde reicht es dennoch allemal.

Stellung der Jupitermonde

Aktuelle Stellung der Jupitermonde, © CalSky.com.

Die Beobachtung von Schattenspielen der vier grössten Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto ist bereits in einem kleinen astronomischen Teleskop möglich, und die Stellung der vier Jupitermonde um Jupiter bereits im Fernglas sichtbar.



Merkur

Unsichtbar

Merkur gelangt am 7. Juni in untere Konjunktion und ist unsichtbar. Der sonnennächste Planet entfernt sich zwar rasch von der Sonne und steht am 1. Juli 22° westlich von ihr, gelangt aber Ende Juni bei bürgerlicher Morgendämmerung nur gerade 5° über den Horizont.



Venus

Unsichtbar

Venus steht am 9. Juni 2008 in oberer Konjunktion mit der Sonne und ist bis im August unsichtbar. Bis Venus wieder gut sichtbar wird müssen wir uns noch etwas gedulden: erst wieder zu Jahreswechsel 2008/9 steigt die Venus hoch in den Dämmerungshimmel empor, dann wird sie für einige Monate den Abendhimmel zieren.



Uranus, Neptun

Am Morgenhimmel

Uranus taucht Anfang Monat gegen 2½ Uhr im Südosten auf. Er befindet sich im Sternbild Wassermann und ist theoretisch gerade noch von blossem Auge sichtbar: seine Helligkeit beträgt im Juni 5.8 Grössenklassen. Allerdings braucht es ein Teleskop, um die Planetenscheibe eindeutig zu erkennen, und in Horizontnähe liegt die Grenzhelligkeit tiefer.

Neptun befindet sich bei einer rund 10° südlicheren Deklination als Uranus im Sternbild Steinbock. Dadurch erreicht er nach seinem Aufgang um Mitternacht in der Morgendämmerung eine nur bescheidene Kulminationshöhe von gut 25°. Für die Beobachtung von Neptun ist ein kleines Teleskop notwendig.

Wenn Sie Uranus oder Neptun aufsuchen möchten, erstellen Sie sich bitte eine aktuelle Aufsuchkarte (die Bildausschnittshöhe entspricht jeweils etwa dem Winkel, der eine gespreizte, ausgestreckte Hand aufspannt):



Weiterführende Links



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25.06.2008 20:55 Uhr, Arnold Barmettler

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