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Planeten im April 2008

Saturn kann mit seinen flach geöffneten Ringen nach dem Einnachten hoch im Süden im Sternbild Löwe beobachtet werden und bringt jeden Sternwartenbesucher zum Staunen. Mars ist noch bis in die frühen Morgenstunden im Sternbild Zwillinge zu finden. Ein Teleskop zeigt ein ovales aber detailloses kleines Scheibchen. Jupiter taucht Ende Monat bereits um 2 Uhr am Himmel auf. In der Morgendämmerung ist er hell aber nur in 15° Höhe im Südsüdosten zu sehen. Ab 25. April beginnt Merkur seine beste Abendsichtbarkeit für dieses Jahr.

Saturn

Bis in die Morgendämmerung sichtbar − ideal am Abendhimmel

Simulierte Ansicht von Saturn − laufend aktualisiert © CalSky / A. Barmettler.
Saturn, aktuelle Ansicht
Die Grafik zeigt die Höhe über Horizont, unter Angabe des Azimuts zum Zeitpunkt der astronomischen Dämmerung (Sonne 18° unter Horizont). © CalSky / A. Barmettler.
Sichtbarkeit 2008 von Saturn

Saturn kulminiert bei Nachtbeginn in einer Höhe von über 50°. Der April bietet deshalb perfekte Bedingungen um den König der Planeten durch ein Teleskop einer öffentlichen Sternwarte zu beobachten. Er befindet sich im Sternbild Löwe und zieht im April dem Hauptstern vom Löwen, Regulus, entgegen. Er leuchtet mit einer Helligkeit von 0.5 Grösse doppelt so hell wie Regulus.

Die Ringebene von Saturn ist nun nur noch 9° geneigt, dem entsprechend dünn und "zerbrechlich" wirken die Ringe. Im August 2009 wird Saturn an einigen Tagen ganz ohne Ringe erscheinen, weil die Erde in der Ringebene zu liegen kommt und wir seitlich auf die dünnen Ringe blicken.

Marco Iten zeichnete am 16. März 2008 den Saturn an seinem 10"-SCT: Am Teleskop machte er mehrere grobe Skizzen. Anschliessend scannte er eine Reinzeichnug in den PC ein überarbeitete diese so, bis das Bild mit dem visuellen Eindruck am Teleskop übereinstimmt.
Saturn



Mars

Bis gegen 3 Uhr in den Zwillingen sichtbar

Mars-Ansicht, laufend aktualisiert. © CalSky.
Mars, aktuelle Ansicht

Mars kulminiert nun bereits vor Sonnenuntergang und steht beim Einnachten noch hoch im Südwesten. Er verschwindet gegen 3 Uhr von der Himmelsbühne. Er durchläuft im April mit relativ hellen 1. Grösse das Sternbild Zwillinge. Sein Durchmesser beträgt bescheidene 6 Bogensekunden: damit zeigen auch grössere Amateurteleskope keine Oberflächendetails mehr auf Mars. Dafür ist der Beleuchtungsdefekt deutlich erkennbar.

Die Grafik zeigt die Höhe über Horizont von Mars, unter Angabe des Azimuts zum Zeitpunkt der nautischen Dämmerung (Sonne 12° unter Horizont). © CalSky / A. Barmettler.
Sichtbarkeit 2008 von Mars

Der Mars erhält am 11./12. April Besuch vom zunehmenden Mond. Vor Monduntergang um 3 Uhr (12. April) beträgt der scheinbare Abstand rund 3°.



Jupiter

Am Morgenhimmel

Jupiter-Ansicht, laufend aktualisiert. © CalSky.
Jupiter, aktuelle Ansicht

Der Gasplanet Jupiter taucht anfangs erst gegen 4 Uhr in der Früh am Osthimmel auf. Ende April können Nachtvögel den Planeten bereits um 2 Uhr begrüssen. Der grösste Planet unseres Sonnensystems hält sich das ganze Jahr über im Sternbild Schütze auf, und somit in den südlichsten Regionen der Ekliptik. Er kulminiert zwar schon bald nach Sonnenaufgang, erreicht aber in der Morgendämmerung mit 15° Höhe trotzdem nur eine bescheidene Höhe über Horizont. Durch seine Helligkeit von -2. Grösse fällt er am Morgenhimmel dennoch auf.

Teleskopische Beobachtungen machen wegen der geringen Höhe über Horizont und den damit verbundenen starken Turbulenzen in der Erdatmosphäre nur eingeschränkt Freude. Für die Beobachtung der Monde reicht es dennoch allemal:

Stellung der Jupitermonde

Aktuelle Stellung der Jupitermonde, © CalSky.com.

Die Beobachtung von Schattenspielen der vier grössten Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto ist bereits in einem kleinen astronomischen Teleskop möglich, und die Stellung der vier Jupitermonde um Jupiter bereits im Fernglas sichtbar.



Merkur

Ab Ende April in bester Abendsichtbarkeit

Ansicht von Merkur
Merkur, aktuelle Ansicht wird laufend aktualisiert
Merkur ist Ende April und im Mai über dem Südwest-Horizont in der Abenddämmerung zu sehen. Die Grafik zeigt die Höhe über Horizont, unter Angabe des Azimuts zum Zeitpunkt der bürgerlichen Dämmerung. © CalSky / A. Barmettler.
Sichtbarkeit April/Mai 2008 von Merkur

Der sonnennächste Planet steht am 16. April in oberer Konjunktion mit der Sonne und ist bis dahin unsichtbar. Bereits ab dem 25. April taucht Merkur in der Abenddämmerung auf und steigt rasch höher, während seine Helligkeit bis Ende April noch helle -1. Grösse beträgt. Die grösste östliche Elongation erreicht Merkur zwar erst am 14. Mai, bis dahin verliert er aber bereits deutlich an Helligkeit. Das Optimum zwischen Helligkeit und Höhe über Horizont bei bürgerlicher Abenddämmerung dürfte um den Monatswechsel April/Mai erreicht sein: Dann fällt Merkur sofort in der Abenddämmerung auf und geht auch erst 90 Minuten nach der Sonne unter.



Venus

Unsichtbar

Simulation des Venusanblicks. © CalSky / A. Barmettler.
Venus, aktuelle Ansicht

Venus ist zwar immer noch mehr als 15° von der Sonne entfernt, aber unser innerer Nachbarplanet erklimmt bis zum Sonnenaufgang nur eine sehr bescheidene Höhe von gerademal 2-3°! Venus ist also nicht zu sehen. Erst Ende August beginnt Venus langsam in der Abenddämmerung hochzusteigen. Bis Venus wieder gut sichtbar wird müssen wir uns allerdings noch etwas gedulden: erst wieder zu Jahreswechsel 2008/9 steigt die Venus hoch in den Dämmerungshimmel empor, dann wird sie für einige Monate den Abendhimmel zieren. In oberer Konjunktion mit der Sonne steht Venus am 9. Juni 2008.



Uranus, Neptun

Unsichtbar

Uranus erreichte am 8. März seine Konjunktionsstellung mit der Sonne, der lichtschwachere der beiden äussersten Gasplaneten, Neptun, erreichte diese Stellung bereits im Februar. Beide Planeten sind in der ersten Aprilhälfte noch zu nahe bei der Sonne und können nicht beobachtet werden. Später kann vor der Morgendämmerung versucht werden, die beiden Planeten telekopisch aufzusuchen.



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31.03.2008 16:41 Uhr, Arnold Barmettler

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