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Planeten im März 2008

Der Ringplanet Saturn ist das Paradeobjekt im März. Die wenig geöffneten Ringe bringen garantiert jeden Sternwartenbesucher zum Staunen. Am Abend ist auch Mars zu sehen, allerdings zeigt ein Teleskop nur ein kleines, detailloses oranges Scheibchen. Am Morgenhimmel steht der helle Gasplanet Jupiter im Südosten. Ganz tief am Osthorizont kann während der bürgerlichen Morgendämmerung die helle Venus und anfangs auch Merkur gesucht werden. Die beiden Planeten befinden sich nahe beisammen, am 24. März sogar weniger als 1° voneinander entfernt.

Saturn

Ganze Nacht sichtbar - Gang in die Sternwarte lohnt

Simulierte Ansicht von Saturn − laufend aktualisiert © CalSky / A. Barmettler.
Saturn, aktuelle Ansicht
Die Grafik zeigt die Höhe über Horizont, unter Angabe des Azimuts zum Zeitpunkt der astronomischen Dämmerung (Sonne 18° unter Horizont). © CalSky / A. Barmettler.
Sichtbarkeit 2008 von Saturn

Ende Febuar gelangte Saturn in Opposition zur Sonne und kann auch im März praktisch die ganze Nacht über beobachtet werden. Er befindet sich (wie auch im gesamten Jahr) im Sternbild Löwe und zieht im März und April dem Hauptstern vom Löwen, Regulus, entgegen. Er leuchtet mit einer Helligkeit von 0.2 Grösse etwas heller als ausserhalb der Oppositionsmonats.

Saturn kann bei öffentlichen Sternwartenführung bereits früh im Programm eingebaut werden: Im März lohnt sich der Gang in die Sternwarte besonders, auch weil es noch einigermassen früh einnachtet. Der wahre Grund für einen Besuch dürfte aber der Ringplanet Saturn sein, das Paradeobjekt jeder Führung. Die Ringebene ist nun nur noch 8° geneigt, dem entsprechend dünn und "zerbrechlich" wirken die Ringe. Im August 2009 wird Saturn an einigen Tagen ganz ohne Ringe erscheinen, weil die Erde in der Ringebene zu liegen kommt und wir seitlich auf die dünnen Ringe blicken.

Peter Heinzen hat am 16. Februar 2008 Saturn mit einer Philips Webcam SPC 900N durch ein 16"-Meade aufgenommen.
Saturn



Mars

Bis gegen 3 Uhr - verliert rasch an Helligkeit

Mars-Ansicht, laufend aktualisiert. © CalSky.
Mars, aktuelle Ansicht
Der Mars am 16. Februar 2008 mit einer Firewire Webcam durch ein 8"-Meade aufgenommen. Bilder und Bearbeitung: Christoph Bosshard.
Mars

Mars steht beim Einnachten bereits sehr hoch im Süden. Mit dem Ende der Oppositionsschlaufe am Monatswechsel Januar/Februar endete auch die gute Sichtbarkeitsperiode von Mars. Dies zeigt sich besonders in diesem Monat, wo die Helligkeit von auffälligen 0.2 Grössenklasse auf 0.8 Grössenklasse zurückfällt. Auch der scheinbare Durchmesser verringert sich bis Ende März auf nur noch 7 Bogensekunden − damit zeigen auch grössere Amateurteleskope keine Oberflächendetails mehr auf Mars.

Unser äussere Nachbarplanet wechselt am 5. März vom Sternbild Stier in die Zwillinge und fällt in Mitten der ähnlich hellen Sterne der Wintersternbilder durch sein relativ ruhiges und orange-rötlichem Licht auf. Um den 10. März läuft er bereits zum dritten Mal seit Oktober 2007 am offenen Sternhaufen Messier 35 vorbei.

Mars-Ansichten bei gleichem Massstab durch ein 20 cm Teleskop bei perfektem Seeing im Herbst/Winter 2007/08. Berücksichtigt wurde die sich ändernde Ausdehnung der Polarhaube und Eiskappe der Pole. Norden ist oben. In Erdnähe stand Mars am 19. Dezember 2007. Auf Mars begann am 9. Dezember 2007 der Nordfrühling. Unter den Bildern sind der Scheibendurchmesser in Bogensekunden und die Helligkeit angegeben. Simulationen © Arnold Barmettler.
Marsbahn
Die Grafik zeigt die Höhe über Horizont von Mars, unter Angabe des Azimuts zum Zeitpunkt der nautischen Dämmerung (Sonne 12° unter Horizont). © CalSky / A. Barmettler.
Sichtbarkeit 2008 von Mars

Der Mars erhält am 15. März Besuch vom zunehmenden Mond. Vor Monduntergang um 2½ Uhr (16. März) beträgt der scheinbare Abstand weniger als drei Monddurchmesser.



Jupiter

In der Morgendämmerung

Jupiter-Ansicht, laufend aktualisiert. © CalSky.
Jupiter, aktuelle Ansicht

Der grösste Planet unseres Sonnensystems, Jupiter, hält sich das ganze Jahr über im Sternbild Schütze auf, und somit in den südlichsten Regionen der Ekliptik. Im März erscheint der Gasplanet anfangs um 5 Uhr, zum Monatsende um 4 Uhr im Südosten auf der Himmelsbühne. Er kulminiert zwar schon bald nach Sonnenaufgang, erreicht aber in der Morgendämmerung mit 15° Höhe trotzdem nur eine bescheidene Höhe über Horizont. Durch seine Helligkeit von -2. Grösse fällt er am Morgenhimmel dennoch auf.

Teleskopische Beobachtungen machen wegen der geringen Höhe über Horizont und den damit verbundenen starken Turbulenzen in der Erdatmosphäre nur eingeschränkt Freude. Für die Beobachtung der Monde reicht es dennoch allemal:

Stellung der Jupitermonde

Aktuelle Stellung der Jupitermonde, © CalSky.com.

Die Beobachtung von Schattenspielen der vier grössten Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto ist bereits in einem kleinen astronomischen Teleskop möglich, und die Stellung der vier Jupitermonde um Jupiter bereits im Fernglas sichtbar.



Venus

Vor Sonnenaufgang nur wenig über Horizont

Simulation des Venusanblicks. © CalSky / A. Barmettler.
Venus, aktuelle Ansicht

Venus' Zeit am Morgenhimmel ist für dieses Jahr abgelaufen. Venus strahlt zwar heller als alle anderen Sterne und Planeten, sie reicht aber vor Sonnenaufgang nur wenige Grade über den Horizont. Sie kann im März nur noch von Standorten mit sehr tiefem Ost-Horizont ab 30 Minuten vor Sonnenaufgang gesehen werden. In obere Konjunktion mit der Sonne gelangt Venus am 9. Juni 2008 und erst wieder zu Jahreswechsel 2008/9 steigt die Venus hoch in den Dämmerungshimmel empor, dann wird sie für einige Monate den Abendhimmel zieren.

Die Grafik zeigt die Höhe über Horizont zum Zeitpunkt der bürgerlichen Morgendämmerung für die Morgensichtbarkeit 2007 bis 2008. Zudem kann der Azimut von Venus zu diesem Zeitpunkt abgelesen werden. © CalSky / A. Barmettler.
Morgensichtbarkeit 2007/08 von Venus



Merkur

Unsichtbar, eventuell am Taghimmel

Ansicht von Merkur
Merkur, aktuelle Ansicht wird laufend aktualisiert

Der sonnennächste Planet erreicht zwar am 3. März eine mit 27° grosse Elongation von der Sonne, die Ekliptik liegt aber in diesen Monaten flach am Morgenhimmel. Merkur kann nur wenige Winkelgrade über den Horizont wandern, bevor die Sonne aufgeht. Beobachter mit einem ausgesprochen tiefen Osthorizont können während der bürgerlichen Morgendämmerung der ersten Märzwoche versuchen, den Planeten zu finden.

Einfacher kann Merkur am Taghimmel beobachtet werden. Dies ist aber wegen der Nähe zur Sonne gefährlich und darf nur von instruierten Personen versucht werden.



Uranus, Neptun

Unsichtbar

Neptun erreichte am 11. Februar seine Konjunktionsstellung mit der Sonne und Uranus tut ihr dies am 8. März gleich. Beide Planeten sind deshalb zu nahe bei der Sonne und können nicht beobachtet werden.



Weiterführende Links



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23.02.2008 22:54 Uhr, Arnold Barmettler

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