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Planeten im Februar 2008

Der Februar offeriert eine ganze Reihe von schönen Planetenkonstellationen. Gerade zu Begin, am Morgen des 1. Februar, stehen die hellen Planeten Jupiter und Venus nahe beieinander. Am 4. Februar gesellt sich auch die schmale Mondsichel hinzu; das Trio bietet einen unvergesslichen Anblick. Ende Monat kann Merkur mit Hilfe der hellen Venus in der Morgendämmerung gefunden werden. Hier beträgt der kleinste Abstand etwas mehr als zwei Vollmonddurchmesser. Beide Ereignisse bedürfen eines tiefen Osthorizonts. Mars verliert an Helligkeit und steht inmitten der hellsten Sterne des Winterhimmels. Saturn steht in Opposition und ist die gesamte Nacht gut im Sternbild Löwe zu beobachten.

Saturn

Ganze Nacht sichtbar - ideale Zeit für Beobachtungen

Simulierte Ansicht von Saturn − laufend aktualisiert © CalSky / A. Barmettler.
Saturn, aktuelle Ansicht

Am 24. Februar gelangt Saturn in Opposition zur Sonne und kann die gesamte Nacht über beobachtet werden. Saturn verfrüht seinen Aufgang von anfangs 19½ Uhr auf etwa 17½ Uhr MEZ. Der Planet kann bis in die Morgendämmerung beobachtet werden. Er befindet sich (wie auch im gesamten Jahr) im Sternbild Löwe und leuchtet mit einer Helligkeit von 0.2 Grösse etwas heller als ausserhalb der Oppositionsmonats.

Saturn sollte bereits ab 20 Uhr während Führungen öffentlicher Sternwarten gezeigt werden können. Der Anblick der Ringe ist etwas vom schönsten, was uns der nächtliche Himmel bieten kann! Die Ringebene ist nun nur noch 8° geneigt, dem entsprechend dünn und "zerbrechlich" wirken die Ringe. Im August 2009 wird Saturn an einigen Tagen ganz ohne Ringe erscheinen, weil die Erde in der Ringebene zu liegen kommt und wir seitlich auf die dünnen Ringe blicken.



Mars

Bis in die Morgenstunden hell und rötlich leuchtend

Mars-Ansicht, laufend aktualisiert. © CalSky.
Mars, aktuelle Ansicht

Mars hat seine Oppositionsschlaufe beendet und entfernt sich weiter von der Erde. Seine Helligkeit fällt von anfangs hellen -0.6 Grösse auf 0.2 Grösse zurück. Noch fällt er in Mitten der ähnlich hellen Sterne des Wintersternhimmels durch sein relativ ruhiges und orange-rötlichem Licht auf.

Mars steht beim Einnachten bereits sehr hoch im Südosten. Teleskopische Beobachtungen sind nun bereits wieder schwierig, weil der Durchmesser von Mars auf unter 12 Bogensekunden geschrumpft ist. Die Veränderung der Grösse des Marsscheibchens können Sie anhand der folgenden Grafik verfolgen.

Mars-Ansichten bei gleichem Massstab durch ein 20 cm Teleskop bei perfektem Seeing im Herbst/Winter 2007/08. Berücksichtigt wurde die sich ändernde Ausdehnung der Polarhaube und Eiskappe der Pole. Norden ist oben. In Erdnähe stand Mars am 19. Dezember 2007. Auf Mars begann am 9. Dezember 2007 der Nordfrühling. Unter den Bildern sind der Scheibendurchmesser in Bogensekunden und die Helligkeit angegeben. Simulationen © Arnold Barmettler.
Marsbahn

In der Nacht vom 15. auf den 16. Februar läuft der abnehmende Mond an Mars vorbei, bis das Duo um 4.30 Uhr untergeht. Gegen 4 Uhr in der Früh beträgt der scheinbare Abstand rund 3°.



Venus

Hellstes Objekt in der hellen Morgendämmerung. Hübsches Treffen mit Jupiter und Mondsichel

Simulation des Venusanblicks. © CalSky / A. Barmettler.
Venus, aktuelle Ansicht

Venus strahlt in der Morgendämmerung zwar heller alle anderen Gestirne, erreicht aber bis zum Sonnenaufgang nur noch maximal 10° Höhe über Horizont. Dieser Monat bietet und nochmals Gelegenheiten, Venus zu beobachten. Für ähnlich gute Bedingungen müssen wir uns anschliessend bis im Dezember gedulden! Für den Grossteil des Jahres gelangt unser innere Nachbarplanet nur wenig über Horizont, bevor die Sonne aufgeht. In obere Konjunktion mit der Sonne gelangt Venus am 9. Juni. Erst wieder mit Jahreswechsel 2008/9 steigt die Venus hoch in den Dämmerungshimmel empor.

Der scheinbare Durchmesser von Venus beträgt rund 12 Bogensekunden. Durch ein Teleskop dürfte Venus diesen Monat viel besser am Taghimmel zu beobachten sein, wo sie weniger von der Luftunruhe beeinflusst wird. Ihre Helligkeit beträgt -4. Grösse.

Die Grafik zeigt die Höhe über Horizont zum Zeitpunkt der bürgerlichen Morgendämmerung für die Morgensichtbarkeit 2007 bis 2008. Zudem kann der Azimut von Venus zu diesem Zeitpunkt abgelesen werden. © CalSky / A. Barmettler.
Morgensichtbarkeit 2007/08 von Venus

Enge Begegnung mit Jupiter und der schmalen Mondsichel

Diesen Monat bieten uns Venus und Jupiter einen hübschen Morgenaufsteller: die beiden Gestirne stehen nahe beieinander in der hellen Morgendämmerung. Am Nachmittag des 1. Februars weisen die hellen Planeten nur noch einen Abstand von 35 Bogenminuten auf, also nur rund einen Monddurchmesser. Anschliessend entfernen sich die beiden hellen Planeten wieder voneinander, wobei Jupiter über die Tage gesehen rasch nach rechts und etwas höher zieht.

Am 3. und 4. Februar gesellt sich auch noch die schmale Mondsichel zu den Planeten. In der Morgendämmerung am Montagmorgen 4. Februar befindet sich der auch durch Erdlicht erhellte Mond rund 5° unterhalb des hellen Planetenduos − garantiert ein Grund, für einmal zwischen um 7 und 7.30 Uhr einen unvergesslicher Morgenspaziergang zu machen!

Ende Februar trifft Venus auch noch den deutlich weniger hellen Planeten Merkur in der Morgendämmerung. Ab dem 25. Februar ist Merkur jeweils etwas oberhalb von Venus zu finden. In der hellen Dämmerung kann dabei ein Fernglas gute Dienste leisten.

Venus und Jupiter entfernen sich im Laufe des Februars voneinander. Gezeichnet für 7.15 Uhr MEZ für Mitte Deutschland. © Thomas Baer.
Venus trifft Jupiter



Merkur

In der zweiten Februarhälfte sehr tief in der Morgendämmerung bei Venus

Ansicht von Merkur
Merkur, aktuelle Ansicht wird laufend aktualisiert

Nach der schönen Abendsichtbarkeit vom Januar verabschiedete sich Merkur vom Abendhimmel und zieht bereits am 6. Februar durch seine untere Konjunktion mit der Sonne. Sein Auftauchen am Morgenhimmel fällt im Februar ungünstig aus, maximal steigt er ab dem 20. Februar bei bürgerlichen Morgendämmerung nur 5° über Horizont. Dies reicht nicht für eine einfache Sichtung. Zudem macht ihn seine Helligkeit im Bereich von 0 bis 0.5 Grösse nicht gerade auffällig in der hellen Morgendämmerung.

Begegnung mit Venus zu Monatsende hilft beim Auffinden

Während Merkur selber nicht sehr gut zu sehen ist, hilft die helle Venus bei der Suche. Ab 25. Februar ist Merkur nämlich jeweils etwas oberhalb von Venus zu finden. In der hellen Dämmerung kann dabei ein Fernglas gute Dienste leisten. Der kleinste Abstand wird am Morgen des 27. Februar erreicht: Mit 1.1° trennt die beiden sonnennächsten Gestirne gerade noch zwei Vollmonddurchmesser und sind gemeinsam im Sichtfeld eines Fernglas zu sehen.

Erster Besuch nach 30 Jahren

Merkur erhielt im Januar erstmals seit 30 Jahren Besuch von einer Raumsonde. Die amerikanische Sonde Messenger flog in nur 200 km Abstand über der Merkuroberfläche hinweg und sendete zahlreiche Bilder des sonnennächsten Planeten zur Erde. Im Oktober wird es zu einem weiteren Vorbeiflug kommen. Erst am 18. März 2011 soll die Sonde in einer Umlaufbahn um Merkur einschwenken. Hier finden Sie erste Bilder.

Peter Heinzen fotografierte am 23. Januar 2008 Merkur am Abendhimmel. So gut und einfach wie im Januar wird Merkur im Februar bei weitem nicht in der Morgendämmerung zu sehen sein.
Merkur von Peter Heinzen fotografiert



Jupiter

Gemeinsam mit Venus in der Morgendämmerung

Der Gasplanet Jupiter kann im Februar recht einfach am Morgenhimmel gesehen werden. Allerdings erreicht er bei bürgerlicher Morgendämmerung mit 10° nur eine geringe Höhe über Horizont.

Den gesamten Monat über kann die hell strahlende Venus als Aufsuchhilfe für den etwas weniger hellen Jupiter dienen: Jupiter befindet sich immer rechts etwas oberhalb von Venus. Der Abstand zwischen den beiden Gestirnen nimmt dabei laufend zu, nachdem die beiden Planeten am 1. Februar in Konjunktion standen und sie nur noch ein Monddurchmesser trennte.

Stellung der Jupitermonde

Aktuelle Stellung der Jupitermonde, © CalSky.com.

Die Beobachtung von Schattenspielen der vier grössten Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto ist bereits in einem kleinen astronomischen Teleskop möglich, und die Stellung der vier Jupitermonde um Jupiter bereits im Fernglas sichtbar.



Uranus, Neptun

Unsichtbar

Neptun erreicht am 11. Februar seine Konjunktionsstellung mit der Sonne, Uranus holt dies am 8. März nach. Beide Planeten sind deshalb zu nahe bei der Sonne und können nicht beobachtet werden.



Weiterführende Links



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30.01.2008 14:03 Uhr, Arnold Barmettler

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