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Planeten im Januar 2008

Der orange und ruhig leuchtende Mars begleitet uns unübersehbar fast die ganze Nacht. Er befindet sich momentan in Erdnähe und bietet sich im Januar für teleskopische Beobachtungen an. Merkur ist ab dem 10. Januar in der Abenddämmerung über dem Sonnenuntergangspunkt zu sehen. Saturn geht in den Abendstunden im Osten auf. Venus überstrahlt am Morgenhimmel alle anderen Sterne und Planeten. Jupiter entfernt sich seit seiner Konjunktion mit der Sonne am 23. Dezember rasch von unserem Zentralgestirn und ist bei bürgerlicher Morgendämmerung tief im Südosten zu finden. Die beiden hellsten Gestirne Jupiter und Venus nähern sich im Monatslauf, bis sie am 1. Februar scheinbar nur ein Monddurchmesser trennt.

Mars

Bis in die Morgendämmerung auffällig hell und orange leuchtend

Die Grafik zeigt die Höhe von Mars über Horizont um 20.30 MEZ aufgetragen relativ zum Azimut des Planeten. Ab November taucht Mars in den Abendstunden am Abendhimmel auf. © CalSky / A. Barmettler.
Abendsichtbarkeit 2007 von Mars
Mars-Ansicht, laufend aktualisiert. © CalSky.
Mars, aktuelle Ansicht

Im nördlichsten Scheitelpunkt der Ekliptik zeichnet Mars dieses Jahr eine Oppositionsschleife an den Himmel, ein Ereignis, das rund alle 779 Tage eintritt, wenn die schnellere Erde ihren äusseren Nachbarplaneten auf der engeren Innenbahn überholt. Vorübergehend wird Mars zu einem auffälligen Gestirn am Nachthimmel: immerhin beträgt seine scheinbare Helligkeit im Januar bis zu -1.5 mag und ist so hell wie die hellsten Fixsterne. Grund für diese markante Helligkeitssteigerung ist die Annäherung der Erde während ihres inneren Vorbeizugs an Mars. Am 19. Dezember 2007 wurde die Distanz minimal.

Der ruhig leuchtende Mars steht um 18 Uhr anfangs 20°, Ende Monat bereits 45° über Horizont in Richtung Osten. Obwohl er in einem Gebiet mit zahlreichen fast ähnlich hellen Sternen steht, fällt unser äussere Nachbar auf: sein helles und oranges Licht ist im Vergleich zu Sternen deutlich ruhiger.

In der Nacht vom 19. auf den 20. Januar erhält der rote Planet Besuch vom zunehmenden Mond. Am 20. Januar um 1½ Uhr trennt die beiden Gestirne nur noch ein Monddurchmesser.

Mars-Ansichten bei gleichem Massstab durch ein 20 cm Teleskop bei perfektem Seeing im Herbst/Winter 2007/08. Berücksichtigt wurde die sich ändernde Ausdehnung der Polarhaube und Eiskappe der Pole. Norden ist oben. In Erdnähe stand Mars am 19. Dezember 2007, in Opposition gelangt der Planet am 24. Dezember. Auf Mars begann am 9. Dezember 2007 der Nordfrühling. Unter den Bildern sind der Scheibendurchmesser in Bogensekunden und die Helligkeit angegeben. Simulationen © Arnold Barmettler.
Marsbahn

Teleskopisch lassen sich auf der Marsoberfläche Details ausmachen, obwohl der scheinbare Durchmesser im Januar von 15.4 auf 12 Bogensekunden schrumpft. Auf dem Mars begann der Frühling am 9. Dezember 2007. So sehen wir in diesen Wochen praktisch auf den Marsäquator, womit beide Polkappen randlich, also nicht sonderlich gut sichtbar sein werden. Die Nordpolkappen beginnen nun rasch zu schrumpfen, während sich um den Südpol starke Dunstschwaden bilden.

Für die Planung der Beobachtung wurde der Marsviewer von CalSky erweitert. Nun werden die sich klimatisch wechselnden Polkappen und -Hauben simuliert. Gemeinsam mit der Berücksichtigung der Auflösungsgrenze eines virtuellen Teleskops gibt CalSky eine recht gute Vorstellung von dem wieder, was durch ein Teleskop zu sehen sein sollte. Als Beispiel zeigt folgende Grafik die ändernde Ansicht von Mars während der laufenden Opposition.





Merkur

in zweitbester Abendsichtbarkeit des Jahres

Ansicht von Merkur
Merkur, aktuelle Ansicht wird laufend aktualisiert
Merkur ist im Januar über dem Südwest-Horizont in der Abenddämmerung zu sehen. Die Grafik zeigt die Höhe über Horizont, unter Angabe des Azimuts zum Zeitpunkt der bürgerlichen Dämmerung. © CalSky / A. Barmettler.
Sichtbarkeit Januar 2007 von Merkur

Merkur entfernt sich in den ersten drei Januarwochen rasch von der Sonne und ist ab der zweiten Januarwoche am Abendhimmel zu finden. Seine Helligkeit beträgt anfangs gut -1. Grösse, die nach der grössten Elongation von der Sonne am 22. Januar rasch bis auf +1. Grösse abnimmt. In der Abenddämmerung ist der sonnennächste Planet vom 10. bis 25. Januar ein auffälliger Stern.

Merkur erhält diesen Monat erstmals seit 30 Jahren Besuch von einer Raumsonde: Am 14. Januar 2008 passiert die amerikanische Sonde Messenger um 19.17 Uhr MEZ die Merkuroberfläche in nur 200 km Abstand. Im Oktober wird es zu einem weiteren Vorbeiflug kommen. Erst am 18. März 2011 soll die Sonde in einer Umlaufbahn um Merkur einschwenken. Diese Mission wird unser Wissen über Merkur Meilensteine weiterbringen. Bisher existierten nähmlich nicht einmal Übersichtsbilder der gesamten Merkuroberfläche.



Saturn

Aufgang am Abend im Osten

Simulierte Ansicht von Saturn − laufend aktualisiert © CalSky / A. Barmettler.
Saturn, aktuelle Ansicht

Saturn verfrüht seinen Aufgang von anfangs 21½ Uhr auf etwa 19½ Uhr MEZ. Der Ringplanet steht bei Morgendämmerung noch sehr hoch am Himmel in Richtung Südwesten. Er befindet sich (wie auch im gesamten Jahr) im Sternbild Löwe und leuchtet mit einer Helligkeit von 0.5 Grösse. Für Nachtschwärmer lohnt sich der Blick durch ein Teleskop auf den wunderschönen Ringplaneten: Die Ringebene ist nun nur noch 7° geneigt, dem entsprechend dünn und "zerbrechlich" wirken die Ringe.

In der Nacht vom 24. auf den 25. Januar läuft der abnehmende Mond an Saturn vorbei.



Venus

Hellstes Objekt in der Morgendämmerung

Die Grafik zeigt die Höhe über Horizont zum Zeitpunkt der bürgerlichen Morgendämmerung für die Morgensichtbarkeit 2007 bis 2008. Zudem kann der Azimut von Venus zu diesem Zeitpunkt abgelesen werden. © CalSky / A. Barmettler.
Morgensichtbarkeit 2007/08 von Venus
Simulation des Venusanblicks. © CalSky / A. Barmettler.
Venus, aktuelle Ansicht

Venus überstrahlt in der Morgendämmerung alle anderen Gestirne, erreicht aber bis zum Sonnenaufgang nur noch maximal 20° Höhe über Horizont. Der Januar bietet noch die beste Gelegenheit, Venus zu beobachten. Für ähnlich gute Bedingungen müssen wir uns anschliessend bis im Dezember gedulden! Für den Grossteil des Jahres gelangt unser innere Nachbarplanet nur wenig über Horizont, bevor die Sonne aufgeht. In obere Konjunktion mit der Sonne gelangt Venus am 9. Juni. Erst wieder mit Jahreswechsel 2008/9 steigt die Venus hoch in den Dämmerungshimmel empor.

Der scheinbare Durchmesser von Venus beträgt rund 13 Bogensekunden. Teleskopisch dürfte Venus diesen Monat einfacher am Taghimmel zu beobachten sein, wo sie weniger von der Luftunruhe beeinflusst wird.

Begegnung mit Jupiter und Trifid-Nebel

Ende Monat nähern sich Venus und Jupiter an, um zur Konjunktion am Nachmittag des 1. Februars nur noch 35 Bogenminuten Abstand aufzuweisen (rund ein Monddurchmesser). Am 25. Januar steht Venus unmittelbar vor dem offenen Sternhaufen Messier 21 und bem bekannten Trifid-Nebel (Messier 20). Leider findet dieses Treffen mit den Deep-Sky-Objekten nur bei sehr geringer Horizonthöhe ab, so dass es eher unwahrscheinlich ist, dass dies ein Astrofotograf in unseren Breiten festhalten kann. Am ehesten ist dies von einer über dem Nebelmeer gelegenen Bergspitze aus möglich, wobei der Blick bis fast zum mathematischen Horizont reichen muss. Der beste Zeitpunkt für ein Foto wäre um 6½ Uhr, wenn die Sonne noch mehr als 15° unter Horizont steht.

Venus trifft am Morgen des 25. Januars die Deep-Sky-Objekte Messier 21 und Trifid-Nebel (Messier 20). Position von Venus gezeichnet für 7 Uhr MEZ. © CalSky / A. Barmettler.
Venus trifft M20 und M21



Jupiter

In der Morgendämmerung

Der grösste Planet unseres Sonnensystems stand am 23. Dezember in Konjunktion mit der Sonne. Im Laufe des Januars erscheint der Planet nun wieder in der Morgendämmerung. Bis Ende Monat vergrössert sich sein Abstand von der Sonne bereits auf 30°.

Den gesamten Monat über kann die hell strahlende Venus als Aufsuchhilfe für den etwas weniger hellen Jupiter dienen: Jupiter befindet sich immer links unterhalb von Venus. Der Abstand zwischen den beiden Gestirnen nimmt dabei laufend ab und erreicht am 1. Februar ein Minimum. Bei der Konjunktion der beiden hellsten Planeten trennt sie nur noch ein Monddurchmesser.

Venus und Jupiter nähern sich im Laufe des Januars kontinuierlich an. Gezeichnet für 7.15 Uhr MEZ für Mitte Deutschland. © Thomas Baer.
Venus trifft Jupiter



Uranus, Neptun

Uranus noch abends sichtbar

Die beiden äussersten Planeten unseres Sonnensystems, Uranus und Neptun, erreichen in den Nachmittagsstunden die höchsten Punkte ihrer täglichen Bahn und gehen abends unter. Amateurastronomen können Uranus am frühen Abend unmittelbar nach dem Einnachten beobachten. Bei Neptun lohnt sich die Mühe kaum noch, geht er doch anfang Monat bereits um 19½ Uhr unter.

Wenn Sie Uranus oder Neptun aufsuchen möchten, erstellen Sie sich bitte eine aktuelle Aufsuchkarte (die Bildausschnittshöhe entspricht jeweils etwa dem Winkel, der eine gespreizte, ausgestreckte Hand aufspannt):



Weiterführende Links



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31.12.2007 11:44 Uhr, Arnold Barmettler

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