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Komet 17P/Holmes ist wegen seiner Ausdehnung von über zwei Vollmonddurchmessern nur noch fernab von störendem Kunstlicht von blossem Auge oder Fernglass im Perseus zu sehen. Der periodische Komet 8P/Tuttle steht am 1. Januar in Erdnähe. In der ersten Woche ist der grünliche Nebelfleck bis zu 5.5 Grössenklasse hell in den Fischen mit einem Fernglas zu finden. Er bewegt sich rasch südwärts und gelangt gegen Ende Januar nicht mehr über unseren Horizont. Der Komet 46P/Wirtanen steht am 2. Februar im Perihel und hellt bis auf 9. Grösse auf.
Selbst heute noch haben diese eisigen Besucher einen Hauch von Mystik: Die meisten Kometen erreichen nur einmal die warmen Zonen des inneren Sonnesystems und sie kommen von weit entfernt, von der Grenze unseres Sonnensystems. Nach der Vorführung von bis zu einigen Wochen Dauer verschwinden sie wieder (häufig für immer) in den Tiefen des Weltraums, brechen vielleicht in Sonnennähe auseinander oder stürzen sogar in die Sonne.
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Der Komet 17P/Holmes ist seit seinem Ausbruch am 23. Oktober 2007 von sehr dunklen Standorten aus noch von blossem Auge als grosser Nebelfleck zu erahnen. Er hat einen Durchmesser von über einem Winkelgrad, also dem doppelten Vollmonddurchmesser. Er liegt anfangs zwischen dem Hauptstern des Sternbilds Perseus (Mirfak) und dem Stern Algol. Algol wird er am 23. Januar passieren. Die Gesamthelligkeit des Kometen wird Anfang Januar noch auf 4. Grösse geschätzt, durch seine enorme Grösse stört aber bereits das Mondlicht oder die Lichtverschmutzung, um ihn von blossem Auge zu sehen. Ein Blick durch ein Fernglas fernab von den Aufhellungen einer Stadt zeigt aber einen runden Nebel. Das indirekte Sehen hilft bei der Beobachtung des nebeligen Kometen.
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Der Komet entfernt sich von der Erde auf über die doppelte Distanz Sonne-Erde. Die Entfernung zur Sonne beträgt 2.8 AE (eine Astronomische Einheit ist die mittlere Distanz Sonne-Erde). Wegen diesen grossen Entfernungen konnte nie ein richtiger Kometenschweif ausgemacht werden. Die äussere Staubhülle des Kometen, also die Wolke aus Gas und Staub, die den Kometenkern seit dem Ausbruch umgibt, expandiert mit einer Geschwindigkeit von rund 500 Meter pro Sekunde und zeigte im Dezember einen scheinbaren Durchmesser von rund zwei Monddurchmessern.
Das Sternbild Perseus steht jetzt abends gegen 20 Uhr MEZ in unmittelbarer Nähe des Zenits. Der Komet befindet sich praktisch oberhalb des hell funkelnden Sterns Capella.
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Die Entdeckung des Kometen gelang ebenfalls wegen einem Ausbruch. 1892 wollte E. Holmes von London aus die Andromeda-Galaxie beobachten, fand aber bei der Suche plötzlich ein anderes Objekt im Okular. Wie sich später herausstellte, stand der Komet bereits einen Monat früher in Erdnähe und wurde übersehen. Es liegt daher nahe, dass Holmes den von blossem Auge sichtbaren Kometen nach einem Helligkeitsausbruch entdeckt hatte, wie wir in jetzt gerade erleben dürfen. Im Jahr 1892 blieb der Komet für rund drei Wochen von blossem Auge aus sichtbar. Bis 2007 verhielt sich der Komet, der in 7 Jahren um die Sonne kreist, ruhig, war also nur sehr schwierig zu beobachten. Zwei Monate nach der Entdeckung im Jahr 1892 kam es zu einem weiteren, aber weniger starken Ausbruch. Vielleicht hellt der Komet Holmes auch dieses Mal wieder auf? Es lohnt sich also, den Kometen auch in den folgenden Wochen regelmässig ins Visier zu nehmen.
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Der Komet 8P/Tuttle ist ein periodischer Komet, der erstmals 1790 beobachtet wurde. Seine Periodizität von 14 Jahren wurde allerdings erst 1858 festgestellt. Die Sonnennähe bringt den Kometen 2007/2008 besonders nahe an die Erde heran: am 1. Januar 2008 beträgt der Abstand zur Erde nur einen Viertel der Entfernung Erde-Sonne. Der Komet erreicht dann voraussichtlich eine Helligkeit von 5.5 Grössenklasse, ist somit von dunklen Standorten aus bereits von blossem Auge als verschwommener Fleck erkennbar. In Fotoaufnahmen zeigt sich die Koma in einer grünlichen Farbe.
Im Laufe des Januars gelangt der Komet rasch südlich, von den Fischen über den Walfisch, Chemischer Ofen zum Eridanus, wo er für unsere Breiten für die nächsten Jahre unter dem Horizont verschwindet. Zudem verliert er im Januar laufend an Helligkeit, von anfangs 5½. Grösse wird er Ende Monat nur noch als Flecklein 7. Grösse schimmern. Am Höchsten steht er jeweils gegen 19 Uhr MEZ. Den Perihel durchläuft 8P/Tuttle am 27. Januar 2008, knapp ausserhalb der Erdbahn. Zu diesem Zeitpunkt ist er nur für Beobachter der Südhalbkugel ein lohnendes Objekt.
Mit Komet 46P/Wirtanen kommt im Januar ein weiterer Komet in den Beobachtungsbereich von Ferngläsern. Er erreicht am 2. Februar den Perihel wenig ausserhalb der Erdbahn. Die Distanz zur Erde wird dann ebenfalls eine Erde-Sonne-Distanz betragen.
Komet Wirtanen hellt im Laufe des Januar von 10. Grösse auf 9. Grösse auf und durchläuft den Wassermann, Walfisch und die Fische. Die beste Zeit für eine Beobachtung bietet sich in den frühen Abendstunden unmittelbar nach Ende der Abenddämmerung.
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