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Planeten im Dezember 2007

Mars ist der helle, orange "Stern" der uns die gesamte Nacht begleitet. Am 19. Dezember steht er in Erdnähe und erscheint in Teleskopen im Dezember besonders gross. Zu seiner Opposition am 24. Dezember wird er am Morgen für nördlichere Gebiete vom Vollmond bedeckt. Die strahlende Venus dominiert ab anfangs 4 Uhr und um den Jahreswechsel ab 5 Uhr den Morgenhimmel. Saturn taucht in den späteren Abendstunden im Osten auf. Jupiter und Merkur befinden sich scheinbar nahe bei der Sonne und sind im Dezember nicht beobachtbar.

Mars

Die ganze Nacht auffällig hell und orange leuchtend

Die Grafik zeigt die Höhe von Mars über Horizont um 20.30 MEZ aufgetragen relativ zum Azimut des Planeten. Ab November taucht Mars in den Abendstunden am Abendhimmel auf. © CalSky / A. Barmettler.
Abendsichtbarkeit 2007 von Jupiter
Mars-Ansicht, laufend aktualisiert. © CalSky.
Mars, aktuelle Ansicht

Im nördlichsten Scheitelpunkt der Ekliptik zeichnet Mars dieses Jahr eine Oppositionsschleife an den Himmel, ein Ereignis, das rund alle 779 Tage eintritt, wenn die schnellere Erde ihren äusseren Nachbarplaneten auf der engeren Innenbahn überholt. Vorübergehend wird Mars zu einem auffälligen Gestirn am Nachthimmel: immerhin beträgt seine scheinbare Helligkeit im Dezember bis zu -1.6 mag und ist heller als alle Fixsterne. Grund für diese markante Helligkeitssteigerung ist die Annäherung der Erde während ihres inneren Vorbeizugs an Mars. Am 19. Dezember 2007 ist die Distanz mit 88.2 Millionen Kilometer minimal. In Opposition gelangt Mars am Abends des 24. Dezember, er steht dann der Sonne scheinbar gegenüber.

Mars geht praktisch mit Sonnenaufgang im Nordosten auf und fällt durch sein helles, oranges und im Vergleich zu Sternen ruhigem Licht auf. Nach Mitternacht steht Mars hoch am Himmel und geht erst bei Sonnenaufgang im Nordwesten unter. Dann stielt ihm aber die deutlich hellerer Venus die Show; Venus befindet sich am Morgenhimmel gegenüber im Südosten.

Mars-Ansichten bei gleichem Massstab durch ein 20 cm Teleskop bei perfektem Seeing im Herbst/Winter 2007/08. Berücksichtigt wurde die sich ändernde Ausdehnung der Polarhaube und Eiskappe der Pole. Norden ist oben. In Erdnähe steht Mars am 19. Dezember 2007, in Opposition gelangt der Planet am 24. Dezember. Auf Mars beginnt am 9. Dezember 2007 der Nordfrühling. Unter den Bildern sind der Scheibendurchmesser in Bogensekunden und die Helligkeit angegeben. Simulationen © Arnold Barmettler.
Marsbahn

Teleskopisch lassen sich auf der Marsoberfläche zahlreiche Details ausmachen, obwohl der scheinbare Durchmesser nur auf rund 16 Bogensekunden wächst. Auf dem Mars ist die Frühjahrs-Tagundnachtgleiche am 9. Dezember 2007. So sehen wir in den kommenden Wochen praktisch auf den Marsäquator, womit beide Polkappen randlich, also nicht sonderlich gut sichtbar sein werden. Die Nordpolkappen zeigen sich noch in nahezu maximaler Ausdehnung. In den Bereichen der Polkappen bilden sich auch Dunstschwaden, die vor allem im Norden gut zu sehen sein sollte.

Für die Planung der Beobachtung wurde der Marsviewer von CalSky erweitert. Nun werden die sich klimatisch wechselnden Polkappen und -Hauben simuliert. Gemeinsam mit der Berücksichtigung der Auflösungsgrenze eines virtuellen Teleskops gibt CalSky eine recht gute Vorstellung von dem wieder, was durch ein Teleskop zu sehen sein sollte. Als Beispiel zeigt folgende Grafik die ändernde Ansicht von Mars während der laufenden Opposition.


Vollmond bedeckt Mars am Morgen des 24. Dezember

Am frühen Morgen des 24. Dezember 2007 gibt es gewissermassen das Pendant zum «Weihnachtsstern» zu sehen. Diesmal sind die Protagonisten der volle Mond und der in Opposition stehende Mars. Wenn das Duo am Abend des 23. Dezember 2007 gegen 18 Uhr MEZ im Ostnordosten steht, trennen die beiden noch gut 10 Mondbreiten. Mars ist östlich, in Bezug auf den Horizont links unterhalb des Vollmondes zu sehen.

Kurz nach 5 Uhr MEZ steht der rote Planet für z.B. Zürich lediglich noch 2’ 15” über dem Mondrand. Unweit nördlich der Schweiz, entlang einer ungefähren südlichen Grenze nördl. Dortmund – südl. Fulda – nördl. Erlangen – Regensburg – südl. Straubing – Gmunden – südl. Graz streift die Mondkante den Marsmittelpunkt. Nördlich dieser Grenze bedeckt der Mond die Marsscheibe, in Berlin beispielsweise von 4.42 bis 5.10 Uhr MEZ.

Marsbedeckung durch den Vollmond in der Nacht auf den Heiligabend 2007. © Thomas Baer.
Marsbahn


Saturn

Aufgang am späteren Abend im Osten

Simulierte Ansicht von Saturn − laufend aktualisiert © CalSky / A. Barmettler.
Saturn, aktuelle Ansicht

Saturn verfrüht seinen Aufgang von anfangs 23 Uhr auf etwa 21½ Uhr MEZ. Der Ringplanet steht bei Morgendämmerung sehr hoch am Himmel in Richtung Süden. Er befindet sich im Sternbild Löwe und leuchtet mit einer Helligkeit von 0.6 Grösse. Für Frühaufsteher bzw. Nachtschwärmer lohnt sich der Blick durch ein Teleskop auf den wunderschönen Ringplaneten: Die Ringebene ist nun nur noch 6° geneigt, dem entsprechend dünn und 'zerbrechlich' wirken die Ringe.



Venus

Hellstes Objekt in der Morgendämmerung

Die Grafik zeigt die Höhe über Horizont zum Zeitpunkt der bürgerlichen Morgendämmerung für die Morgensichtbarkeit 2007 bis 2008. Zudem kann der Azimut von Venus zu diesem Zeitpunkt abgelesen werden. © CalSky / A. Barmettler.
Morgensichtbarkeit 2007/08 von Venus
Simulation des Venusanblicks. © CalSky / A. Barmettler.
Venus, aktuelle Ansicht

Venus dominiert den Morgenhimmel im Dezember. Bis zu Beginn der bürgerlichen Morgendämmerung erklimmt der mit -4.2 Grösse fast gleissend helle Planet eine Höhe von fast 30° über Horizont. Im Monatslauf fällt die Venus quasi der Sonne entgegen: Zum Jahreswechsel reicht Venus nur noch 16° über Horizont, bevor die Sonne am Morgen die Höhe von 6° unter Horizont erreicht. Die beste Zeit für Venusbeobachtungen ist deshalb ab etwas Mitte Dezember vorbei. Wir müssen uns dann bis im März mit geringen Venushöhen begnügen, bevor sie am 9. Juni in obere Konjunktion mit der Sonne gelangt. Erst wieder mit Jahreswechsel 2008/9 steigt die Venus hoch in den Dämmerungshimmel empor!

Der scheinbare Durchmesser von Venus schrumpft im November von 18 auf 15 Bogensekunden, während die Phase zunimmt: durch eine Teleskop zeigt sich wie die Ausbauchung zunimmt.



Jupiter

Unsichtbar

Der Gasriese Jupiter gelangt am 23. Dezember in Konjunktion mit der Sonne. Er wird dabei von der Sonne bedeckt. Erst im Laufe des Januars erscheint der Planet in der Morgendämmerung.



Merkur

Unsichtbar

Nach der besten Morgensichtbarkeit des Jahres im November hat sich der Planet Merkur von der Morgendämmerung verabschiedet und nähert sich der Sonne. In oberer Konjunktion steht er am 17. Dezember. Im neuen Jahr startet Merkur zu seiner zweit besten Abendsichtbarkeit von 2008.



Uranus, Neptun

Abends sichtbar

Die beiden äussersten Planeten unseres Sonnensystems, Uranus und Neptun, erreichen in den (späten) Nachmittagsstunden die höchsten Punkte ihrer täglichen Bahn und gehen um Mitternacht unter. Amateurastronomen können die beiden äussersten Planeten unseres Sonnensystems nur noch am frühen Abend gut beobachten.

Wenn Sie Uranus oder Neptun aufsuchen möchten, erstellen Sie sich bitte eine aktuelle Aufsuchkarte (die Bildausschnittshöhe entspricht jeweils etwa dem Winkel, der eine gespreizte, ausgestreckte Hand aufspannt):



Weiterführende Links



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01.12.2007 00:26 Uhr, Arnold Barmettler

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