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Planeten im November 2007

Jupiter ist nur noch in der Abenddämmerung im Südosten zu sehen. In den frühen Abendstunden taucht der orange Mars am Osthimmel auf; nun beginnt die Mars-Saison: sein Durchmesser erreicht 15 Bogensekunden und seine Helligkeit nimmt es mit dem des hellsten Sterns Sirius auf. Mars ist durch sein im Vergleich zu Sternen ruhigerem Licht erkennbar. Saturn geht gegen Mitternacht auf und steht am Morgen hoch im Süden. Das hellste Objekt am Morgenhimmel bleibt die Venus. Auch den letzten der fünf seit der Antike bekannten Planeten, Merkur, ist im November zu sehen: der sonnennächste Planet zeigt sich in bester Morgensichtbarkeit des Jahres.

Jupiter

In der Abenddämmerung tief im Südwesten

Die Grafik zeigt die Höhe von Jupiter über Horizont zum Ende der nautischen Dämmerung (Sonnenhöhe -12°) aufgetragen relativ zur Himmelsrichtung. Noch bis November kann Jupiter abends in der frühen Abenddämmerung gesehen werden. © CalSky / A. Barmettler.
Abendsichtbarkeit 2007 von Jupiter
Jupiter-Ansicht, laufend aktualisiert. © CalSky.
Jupiter, aktuelle Ansicht

Der November erlaubt die letzten Blicke auf den Gasriesen Jupiter, bevor er am 23. Dezember hinter der Sonne durchläuft. Jupiter steht in der Abenddämmerung bereits tief im Südwesten, ab der zweiten Monatshälfte dürfte er in der hellen Dämmerung nur noch schwierig auszumachen sein.

Teleskopische Beobachtungen sind wegen der sehr geringen Höhe über Horizont und den damit verbundenen starken Turbulenzen in der Erdatmosphäre nur noch eingeschränkt möglich.





Mars

Erscheint in den Abendstunden und beginnt die Nacht zu dominieren

Die Grafik zeigt die Höhe von Mars über Horizont um 20.30 MEZ aufgetragen relativ zum Azimut des Planeten. Ab November taucht Mars in den Abendstunden am Abendhimmel auf. © CalSky / A. Barmettler.
Abendsichtbarkeit 2007 von Jupiter
Mars-Ansicht, laufend aktualisiert. © CalSky.
Mars, aktuelle Ansicht

Mars nähert sich weiter der Erde und seine Helligkeit nimmt im November um 0.7 Grössenklassen zu. Während er anfang November noch mit -0.6 Grösse scheint, leuchtet er zu Monatsende mit -1.3 Grösse ähnlich hell wie der hellste Fixstern Sirius. Zu Monatsbeginn geht Mars in Norddeutschland gegen 19.30 Uhr auf, in Süddeutschland um 20.30 Uhr. Bis Ende Monat verfrüht sich das Auftauchen in Azimutrichtung Nordost um gut zwei Stunden.

Der Rote Planet verharrt im November im Sternbild Zwillinge, wo er zu seiner Oppositionsschlaufe ansetzt; am 15. November ist er stationär und wird dann rückläufig.

Mars lädt nun zu teleskopische Beobachtung ein: er vergrössert seinen scheinbarer Durchmesser von 12 auf 15 Bogensekunden. Dieser wächst bis zur Erdnähe am 19. Dezember nur noch auf 16 Bogensekunden. In Oppositionsstellung gelangt Mars am 24. Dezember 2007.

Für die Planung der Beobachtung wurde der Marsviewer von CalSky erweitert. Nun werden die sich klimatisch wechselnden Polkappen und -Hauben simuliert. Gemeinsam mit der Berücksichtigung der Auflösungsgrenze eines virtuellen Teleskops gibt CalSky eine recht gute Vorstellung von dem wieder, was durch ein Teleskop zu sehen sein sollte. Als Beispiel zeigt folgende Grafik die ändernde Ansicht von Mars während der laufenden Opposition.

Mars-Ansichten bei gleichem Massstab durch ein 20 cm Teleskop bei perfektem Seeing im Herbst/Winter 2007/08. Berücksichtigt wurde die sich ändernde Ausdehnung der Polarhaube und Eiskappe der Pole. Norden ist oben. In Erdnähe steht Mars am 19. Dezember 2007, in Opposition gelangt der Planet am 24. Dezember. Auf Mars beginnt am 9. Dezember 2007 der Nordfrühling. Unter den Bildern sind der Scheibendurchmesser in Bogensekunden und die Helligkeit angegeben. Simulationen © Arnold Barmettler.
Marsbahn

Saturn

In der zweiten Nachthälfte zu sehen

Saturn verfrüht seinen Aufgang von anfangs 1 Uhr auf etwa 23 Uhr. Der Ringplanet steht bei Morgendämmerung sehr hoch am Himmel in Richtung Süden. Er befindet sich im Sternbild Löwe und leuchtet mit einer Helligkeit von 0.8 Grösse. Für Frühaufsteher lohnt sich der Blick durch ein Teleskop auf den wunderschönen Ringplaneten: Die Ringebene ist nun nur noch 10° geneigt, dem entsprechend dünn und 'zerbrechlich' wirken die Ringe.





Venus

Hellstes Objekt in der Morgendämmerung

Die Grafik zeigt die Höhe über Horizont zum Zeitpunkt der bürgerlichen Morgendämmerung für die Morgensichtbarkeit 2007 bis 2008. Zudem kann der Azimut von Venus zu diesem Zeitpunkt abgelesen werden. © CalSky / A. Barmettler.
Morgensichtbarkeit 2007/08 von Venus
Simulation des Venusanblicks. © CalSky / A. Barmettler.
Venus, aktuelle Ansicht

Venus dominiert den Morgenhimmel im November. Bis zu Beginn der bürgerlichen Morgendämmerung erklimmt der mit -4.3 Grösse fast gleissend helle Planet eine Höhe von über 30° über Horizont.

Der scheinbare Durchmesser von Venus schrumpft im November von 23 auf 18 Bogensekunden, während die Phase zunimmt: durch eine Teleskop zeigt sich anfangs die Venus zur Hälfte beleuchtet, später ist eine Ausbauchung deutlich erkennbar.



Merkur

In der Morgendämmerung

Ansicht von Merkur
Merkur, aktuelle Ansicht wird laufend aktualisiert
Merkur ist im November über dem Ostsüdost-Horizont in der Morgendämmerung zu sehen. Die Grafik zeigt die Höhe über Horizont, unter Angabe des Azimuts zum Zeitpunkt der bürgerlichen Dämmerung. © CalSky / A. Barmettler.
Sichtbarkeit November 2007 von Merkur

Der November bietet uns die beste Morgensichtbarkeit des Jahres für den Planeten Merkur. In der ersten Woche schiesst er von Tag zu Tag die Morgendämmerung hoch und steht am 8. November in grösster westlicher Elongation von der Sonne. Der Winkelabstand beträgt dann 19° von unserem Tagesgestirn und der Planet geht rund 2 Stunden vor der Sonne auf. In den ersten Novembertagen dürfte Merkur mit seiner relativ bescheidenen 0. Grösse ein schwierigeres Ziel sein, die Helligkeit nimmt aber rasch zu: Bis zum Monatsende erreicht Merkur -0.8 Grösse.



Uranus, Neptun

In der ersten Nachthälfte sichtbar

Die beiden äussersten Planeten unseres Sonnensystems, Uranus und Neptun, erreichen in den Abendstunden die höchsten Punkte ihrer täglichen Bahn und gehen um Mitternacht unter. Amateurastronomen können die beiden äussersten Planeten unseres Sonnensystems nun gut beobachten.

Wenn Sie Uranus oder Neptun aufsuchen möchten, erstellen Sie sich bitte eine aktuelle Aufsuchkarte (die Bildausschnittshöhe entspricht jeweils etwa dem Winkel, der eine gespreizte, ausgestreckte Hand aufspannt):



Weiterführende Links



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26.10.2007 15:46 Uhr, Arnold Barmettler

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