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Planeten im Oktober 2007

Jupiter ist am Abend noch für rund zwei Stunden nach Sonnenuntergang im Südwesten zu beobachten. Später erscheint der orange Mars am Osthimmel. Er ist etwas heller als die Sterne des Wintersternhimmels und fällt durch sein ruhigeres Licht auf. Venus ist der überaus hell strahlende Morgenstern. Um die Monatsmitte steht Venus beim Ringplaneten Saturn und dem Stern Regulus.

Jupiter

In den Abendstunden

Die Grafik zeigt die Höhe von Jupiter über Horizont zum Ende der nautischen Dämmerung (Sonnenhöhe -12°) aufgetragen relativ zur Himmelsrichtung. Noch bis November kann Jupiter abends in der Dämmerung gesehen werden. © CalSky / A. Barmettler.
Abendsichtbarkeit 2007 von Jupiter
Jupiter-Ansicht, laufend aktualisiert. © CalSky.
Jupiter, aktuelle Ansicht

Der Gasriese Jupiter durchläuft momentan mit einer Deklination von -22° den südlichsten Abschnitt der Ekliptik. Bereits in der frühen Abenddämmerung fällt der Planet durch seine Helligkeit im Südwesten auf. Im Vergleich zum Skorpion-Stern Antares, über dem er sich im Oktober aufhält, stahlt er in einem ruhigeren Licht. Jupiter verschwindet rund zwei Stunden nach Sonnenuntergang von der Himmelsbühne.

Teleskopische Beobachtungen sind wegen der geringen Höhe über Horizont und den damit verbundenen starken Turbulenzen in der Erdatmosphäre nur noch eingeschränkt möglich.



Stellung der Jupitermonde

Aktuelle Stellung der Jupitermonde, © CalSky.com.

Die Beobachtung von Schattenspielen der vier grössten Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto ist bereits in einem kleinen astronomischen Teleskop möglich, und die Stellung der vier Jupitermonde um Jupiter bereits im Fernglas sichtbar.



Mars

Erscheint in den Abendstunden

Mars-Ansicht, laufend aktualisiert. © CalSky.
Mars, aktuelle Ansicht

Die Helligkeit von unserem äusseren Nachbar nimmt im Monatslauf um 0.5 Grössenklassen zu: anfangs ist er ähnlich hell wie der helle Stern Capella, Ende Oktober ist er mit -0.6 Grössenklassen deutlich heller als die anderen Sterne der Wintersternbilder, in deren Region er sich aufhält. Zu Monatsbeginn geht Mars in Norddeutschland gegen 22 Uhr auf, in Süddeutschland um 23 Uhr. Bis Ende Monat, nach der Umstellung auf Winterzeit, verfrüht sich das Auftauchen im Nordosten um zwei Stunden.

Der Rote Planet durchläuft im Oktober das Sternbild Zwillinge. Bemerkenswert ist seine Begegnung mit dem offenen Sternhaufen Messier 35. Am 4. Oktober beträgt der Abstand zu diesem nur noch rund zwei Monddurchmesser.

Mars wird nun ein Objekt für die teleskopische Beobachtung: am 5. Oktober wächst sein scheinbarer Durchmesser auf über 10 Bogensekunden. Dieser wird bis zur Opposition am 24. Dezember auf immer noch bescheidene 16 Bogensekunden anwachsen. Für die Planung der Beobachtung wurde der Marsviewer von CalSky erweitert. Nun werden die sich klimatisch wechselnden Polkappen und -Hauben mit einer Auflösung von zwei Wochen simuliert. Gemeinsam mit der Berücksichtigung des Teleskopdurchmessers gibt CalSky eine recht gute Vorstellung von dem, was durch ein Teleskop zu sehen sein sollte.



Uranus, Neptun

Bis in die zweite Nachthälfte sichtbar

Die beiden äussersten Planeten unseres Sonnensystems, Uranus und Neptun, erreichen um 23 Uhr die höchsten Punkte ihrer täglichen Bahn und gehen in der zweiten Nachthälfte unter. Neptun erreichte vor zwei Monaten seine Oppositionsstellung, Uranus am 9. September. Für Amateurastronomen ist nun eine gute Zeit zur Beobachtung dieser beiden äussersten Planeten unseres Sonnensystems.

Wenn Sie Uranus oder Neptun aufsuchen möchten, erstellen Sie sich bitte eine aktuelle Aufsuchkarte (die Bildausschnittshöhe entspricht jeweils etwa dem Winkel, der eine gespreizte, ausgestreckte Hand aufspannt):



Venus

Strahlend hell in der Morgendämmerung sichtbar

Die Grafik zeigt die Höhe über Horizont zum Zeitpunkt der bürgerlichen Morgendämmerung für die Morgensichtbarkeit 2007 bis 2008. Zudem kann der Azimut von Venus zu diesem Zeitpunkt abgelesen werden. © CalSky / A. Barmettler.
Morgensichtbarkeit 2007/08 von Venus
Simulation des Venusanblicks. © CalSky / A. Barmettler.
Venus, aktuelle Ansicht

Der Morgenhimmel gehört im Oktober der Venus. Bis zu Beginn der bürgerlichen Morgendämmerung erklimmt der mit -4.5 Grösse fast gleissend helle Planet mehr als 30° über Horizont.

Bei Anblick durch ein Teleskop kann im Monatslauf verfolgt werden, wie die Venusscheibe von 34 auf 23 Bogensekunden schrumpft. Gleichzeitig ändert sich die Gestalt von einer Sichel zur Halbphase; Halbvenus ist am 27. Oktober. Die grösste Winkeldistanz von der Sonne, die grösste Elongation, erreicht unser innerer Nachbar am 28. Oktober. Der Winkelabstand beträgt dann 46½°



Begegnung von Venus, Saturn, Mond und Regulus

Venus läuft am 7. Oktober in rund 3° Entfernung am Löwenstern Regulus vorbei. Gleichentags, nach Sonnenaufgang, kommt es in südlicheren Regionen des deutschen Sprachraums zu einer Bedeckung des Sterns durch den Mond. Um die Monatsmitte überholt Venus dann den Ringplaneten Saturn. Die deutlich hellere Venus steht am Morgen des 15. Oktobers rund 3° von Saturn entfernt.

Die Grafik zeigt im Horizontsystem die Annäherung von Venus an Regulus und Mondsichel (7. Oktober) und Saturn (15. Oktober) jeweils um 6.45 Uhr MESZ im Nordostenen. © CalSky / A. Barmettler.
Venus, Saturn, Mond und Regulus am Morgenhimmel


Saturn

Am Morgen immer besser zu sehen

Die Winkeldistanz zwischen Sonne und Saturn nimmt im Oktober täglich um ein Grad zu. Dadurch und weil die Sonne rasch später aufgeht, vergrössert der Ringplanet seine Höhe über Horizont bei nautischer Morgendämmerung von unter 20° auf über 45°. Für Frühaufsteher lohnt sich der Blick durch ein Teleskop auf den wunderschönen Ringplaneten: Die Ringebene ist nun nur noch 10° geneigt, dem entsprechend dünn und 'zerbrechlich' wirken die Ringe.

An den Tagen um den 15. Oktober läuft die viel hellere Venus an Saturn vorbei. Eine nähere Beschreibung finden Sie weiter oben beim Monatslauf Venus.



Merkur

Unsichtbar

Ansicht von Merkur
Merkur, aktuelle Ansicht wird laufend aktualisiert

Die Geometrie zwischen der Planetenbahn und dem Horizont ist in der ersten Oktober-Woche so ungünstig, dass der sonnennächste Planet von erfahrenen Beobachtern nur am Taghimmel erhascht werden kann. In untere Konjunktion gelangt Merkur am 24. Oktober. Zu Monatsende startet Merkur zu seiner besten Morgensichtbarkeit des Jahres.



Weiterführende Links



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29.09.2007 23:00 Uhr, Arnold Barmettler

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