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Kometen im Oktober 2007

Der periodische Komet 17P/Holmes hellte Ende Oktober innerhalb von Stunden sensationell um das 250'000-fache auf: von praktisch unscheinbaren und nur für Spezialisten sichtbaren 16. Grösse auf rund 2.5 Grösse. Der Komet ist im Sternbild Perseus als stellares Objekt einfach zu beobachten; wegen der sehr grossen Distanz zum Kometen ist kein Schweif sichtbar. Er dürfte noch einige Tage so hell bleiben. Der Komet LONEOS (C/2007 F1) ist im Oktober heller als 10. Grössenklasse, und sowohl in der Abend- und Morgendämmerung sichtbar, leider aber nur knapp über Horizont. Im Perihel steht am 28. Oktober, für unsere Breiten nicht mehr sichtbar. Um den 20. Oktober ist er im Fernglas in der astronomischen Abenddämmerung in westlicher Richtung zu finden. Alle anderen Kometen sind in diesem Monat lichtschwächer als 11. Grössenklasse oder von der Nordhemisphäre aus nicht zu beobachten.

Selbst heute noch haben diese eisigen Besucher einen Hauch von Mystik: Die meisten Kometen erreichen nur einmal die warmen Zonen des inneren Sonnesystems und sie kommen von weit entfernt, von der Grenze unseres Sonnensystems. Nach der Vorführung von bis zu einigen Wochen Dauer verschwinden sie wieder (häufig für immer) in den Tiefen des Weltraums, brechen vielleicht in Sonnennähe auseinander oder stürzen sogar in die Sonne.

Komet 17P/Holmes

17P/Holmes
Peter Heinzen fotografierte den Kometen 17P/Holmes am Abend des 28. Oktober 2007. Es ist kein Schweifansatz erkennbar.

Der Komet 17P/Holmes macht momentan einen Superausbruch durch. Das ansonsten unscheinbare 16-17 mag Objekt ist am 23. Oktober 2007 innert wenigen Stunden auf 2.5 mag Helligkeit angestiegen und ist somit trotz Mond problemlos von blossem Auge zu sehen. Der Komet erscheint praktisch sternförmig und liegt 4.5 Grad östlich von alpha im Sternbild Perseus (Mirphak). Wer sich derzeit über der Wolken- oder Nebelgrenze befindet, sollte daher unbedingt einen Blick auf das Sternbild Perseus werfen, denn solche Ereignisse sind äusserst selten. Der Komet ist bereits der dritthellste "Stern" im Perseus - der neue "Stern" dürfte gleich ins Auge springen.

Der Komet befindet sich momentan fast 2/3 weiter entfernt von der Erde als die Sonne. Die Entfernung zur Sonne beträgt 2.44 AE (eine Astronomische Einheit ist die mittlere Distanz Sonne-Erde). Wegen diesen grossen Entfernungen kann kein Kometenschweif gesehen werden. Die äussere Staubhülle des Kometen, also die Wolke aus Gas und Staub, die den Kometenkern umgibt, hat einen Durchmesser von rund 1.5 Bogenminuten und expandiert mit einer Geschwindigkeit von rund 500 Meter pro Sekunde. Der Durchmesser liegt leicht über dem Auflösungsvermögen des menschlichen Auges. Gute Augen können den Kometen deshalb gerade als nebelig erkennen, während andere den Kometen nicht von Sternen unterscheiden können. Ein Blick durch ein Fernglas zeigt dann aber eindeutig einen runden Nebel, mit einer darin eingebetteten Aufhellung.

Das Sternbild Perseus steht jetzt abends gegen 20 Uhr MEZ im Nordosten in etwa 35° Höhe. Der Komet befindet sich praktisch oberhalb des hell funkelnden Sterns Capella und unterhalb des bekannten Sternbilds Cassiopeia, dem "Himmels-W". Zwischen 1 und 2 Uhr in der Früh befindet sich Holmes in unmittelbarer Nähe des Zenits.

Spektroskopische Analysen zeigen, dass das Licht primär von im Staub der Koma reflektiertem Sonnenlicht stammt. Weiter aussen wurden auch die für Kometen typischen Gase detektiert. Der Helligkeitsanstieg kann durch einen explosionsartigen Ausbruch von frischem Material aus dem Kometenkern stammen, oder der Kometenkern könnte sogar auseinander gebrochen sein.

Die Entdeckung des Kometen gelang ebenfalls wegen einem Ausbruch. 1892 wollte E. Holmes von London aus die Andromeda-Galaxie beobachten, fand aber bei der Suche plötzlich ein anderes Objekt im Okular. Wie sich später herausstellte, stand der Komet bereits einen Monat früher in Erdnähe und wurde übersehen. Es liegt daher nahe, dass Holmes den von blossem Auge sichtbaren Kometen nach einem Helligkeitsausbruch entdeckt hatte, wie wir in jetzt gerade erleben dürfen. Im Jahr 1892 blieb der Komet für rund drei Wochen von blossem Auge aus sichtbar. Zwei Monate später kam es zu einem weiteren, aber weniger starken Ausbruch. Bis 2007 verhielt sich der Komet, der in 7 Jahren um die Sonne kreist, ruhig, war also nur sehr schwierig zu beobachten.

17P/Holmes im Perseus
Peter Heinzen fotografierte den Kometen 17P/Holmes im Sternbild Perseus am 26. Oktober 2007 gegen 22 Uhr MESZ. Diese Foto gibt den von blossem Auge zu erwartenden Eindruck gut wieder.


Sichtbarkeit des Kometen
Die Position des Kometen 17P/Holmes im Sternbild Perseus für Oktober und November 2007. Ein Schweif ist wegen der grossen Distanz zur Sonne und Erde nicht sichtbar. Grafik A. Barmettler.


Komet LONEOS (C/2007 F1)

Der Komet LONEOS (C/2007 F1) ist im Oktober heller als 10. Grössenklasse, und sowohl in der Abend- und Morgendämmerung sichtbar, leider aber nur knapp über Horizont. Im Perihel steht er am Abend des 28. Oktober, für unsere Breiten nicht mehr sichtbar. Um den 20. Oktober ist er im Fernglas in der astronomischen Abenddämmerung in westlicher Richtung zu finden, voraussichtlich mit einer Helligkeit von rund 6. Grösse. Der Komet könnte aber auch deutlich heller werden, je nach dem wie sich seine Aktivität bei der Annäherung an die Sonne verändert.

Sichtbarkeit des Kometen
Die Position des Kometen LONEOS (C/2007 F1) am Abendhimmel bei Beginn der astronomischen Dämmerung, gezeichnet für Süddeutschland. Die schematische Darstellung des (Gas-)Schweifes soll nur deren Richtung anzeigen, aber nicht dessen Länge.

Sichtbarkeit des Kometen
Die Position des Kometen LONEOS (C/2007 F1) am Morgenhimmel bei Ende der astronomischen Dämmerung, gezeichnet für Süddeutschland. Die schematische Darstellung des (Gas-)Schweifes soll nur deren Richtung anzeigen, aber nicht dessen Länge.

Weiterführende Links

  • Erfahren Sie mehr über Kometen in unserem Astro-Lexikon
  • Liste der sichtbaren Kometen (CalSky.com)
  • Aktuelle Ephemeriden von Kometen (CalSky.com)
  • Sternkarten zum Auffinden von Kometen (CalSky.com)
  • Kometen in Sonnennähe: SOHO überwacht die Sonnenumgebung (Bilder in rechter Spalte)



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    29.10.2007 12:13 Uhr, Arnold Barmettler

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