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Planeten im Juni 2007

In den kurzen Sommernächten lassen sich sämtliche Planeten unseres Sonnensystems beobachten. Venus dominiert den Westhimmel bis um Mitternacht, begleitet von Saturn. Anfangs zeigt sich auch noch Merkur am Abendhimmel. Im Südosten geht bei Sonnenuntergang Jupiter auf und ist die ganze Nacht zu sehen. Aussergewöhnlich zeigt sich der Kleinplanet Vesta im Juni: seine Opposition fand am 30. Mai in Sonnennähe statt, so dass Vesta mit einer Helligkeit von 5.4 Grössenklassen sogar von blossem Auge zu sehen ist. Nur Mars zeigt sich erst in der Morgendämmerung.

Venus

Unübersehbar hell am Abendhimmel

Simulation des Venusanblicks. © CalSky / A. Barmettler.
Venus, aktuelle Ansicht
Die Grafik zeigt die Höhe über Horizont zum Zeitpunkt der bürgerlichen Abenddämmerung für die erste Jahreshälfte 2007. Zudem kann der Azimut von Venus zu diesem Zeitpunkt abgelesen werden. © CalSky / A. Barmettler.
Abendsichtbarkeit 2007 von Venus

Der Abends im Nordwesten überaus hell strahlende Stern ist der Planet Venus. Unser innerer Nachbarplanet ist bis im Juli Abendstern, wobei er fast noch den ganzen Juni erst nach Mitternacht untergeht. Nachdem Venus im Mai mit bis zu 30° die höchste Höhe über Horizont in der Abenddämmerung erreicht hatte, verliert sie im Juni 10° Höhe. (In der nebenstehenden Grafik kann die Höhe über Horizont zum Zeitpunkt der bürgerlichen Abenddämmerung abgelesen werden − je höher Venus dann steht, desto auffallender und länger ist der Planet am Abend sichtbar).

Am 9. Juni erreicht Venus die grösste Winkeldistanz von der Sonne, die grösste östliche Elongation. Diese beträgt dann 45°. Bereits am 8. Juni strahlt Venus halb erleuchtet, d.h. in Halbphase (Halbvenus). Im grössten Glanz, also am hellsten, strahlt Venus erst wenn sie noch ein wenig näher bei der Erde steht, am 14. Juli. Im Juni strahlt Venus mit einer Helligkeit von -4.4 Grösse. Im grössten Glanz wird die Helligkeit mit einer Grösse von -4.5 nur geringfügig, ja unmerkbar, heller sein. Durch die geringere Höhe über Horizont wird sie sogar weniger hell wirken.

Im Teleskop zeigt sich Venus nun als grosse, halb erleuchtete Planetenscheibe. Im Monatlauf vergrössert sich der Durchmesser von 22 auf 32 Bogensekunden. Dieser Wert vergrössert sich bis Venus im August einen Durchmesser von 58 Bogensekunden erreicht (nicht direkt beobachtbar, weil die Venus dann zu nahe bei der Sonne stehen wird),

Venus wird am 18. Juni vom Mond bedeckt

Der Mond gibt gerade den Planeten Venus frei. Ansicht für Zürich. Grafik Arnold Barmettler.
Venusbedeckung

Am 18. Juni kommt es am späteren Nachmittag zwischen 16 und 18 Uhr zu einer Bedeckung des Planeten Venus durch den Mond. Obwohl das Ereignis am Taghimmel stattfindet, kann es bereits mit einem Fernglas verfolgt werden. Venus ist sogar so hell, dass der Planet auch am Tage von blossem Auge gesehen werden kann − allerdings ist es wichtig zu wissen, wo er genau steht. Venus selber ist durch ein Fernrohr in seiner Halbphase zu sehen.

Um die Beobachtung zu planen, hilft Ihnen die Kenntnis der genauen Ein- und Austrittszeiten. CalSky bietet Ihnen diese Zahlen für den Mittelpunkt der Planetenscheibe. Im Gegensatz zu Sternbedeckungen verschwindet Venus nicht plötzlich am Mondrand, sondern wird langsam überfahren.

  • Berechnung der Ein- und Austrittszeiten

    Nach Sonnenuntergang steht der durch das Erdlicht erhellte Mond hübsch zwischen Venus und dem Ringplaneten Saturn, den der Mond im Mai bedeckt hat. Venus steht dabei rechts vom Mond und strahlt deutlich heller als Saturn

    Der Mond bedeckt den Planeten Venus. Grafik Thomas Baer.
    Venusbedeckung


    Saturn

    Noch bis Mitternacht sichtbar

    Simulierte Ansicht von Saturn − laufend aktualisiert © CalSky / A. Barmettler.
    Saturn, aktuelle Ansicht

    Saturn steht in der Abenddämmerung bereits im Westen. Der Ringplanet geht aber erst um Mitternacht unter, so dass er im Juni noch bei Sternwartenführungen gezeigt werden kann. Er hält sich im Sternbild Löwe in der Nähe des etwas lichtschwächeren Sterns Regulus auf. Ende Monat holt die viel hellere Venus Saturn ein und überholt ihn am 1. Juli. Um 11.35 MESZ beträgt dann der Abstand zwischen den beiden Planeten weniger als 40 Bogenminuten.

    Der Blick durch ein Teleskop zeigt das Saturn-Ringsystem mit einer Ringneigung von 15°. In drei Jahren wird Saturn für eine kurze Zeit als stark abgeplattetes Planetenscheibchen ohne Ringe erscheinen − dies geschieht wenn wir von der Erde aus direkt von der Seite auf die dünnen Ringe schauen, oder die Sonne die Ringebene durchstösst; dann sind die Ringe nicht beleuchtet und fallen uns deswegen nicht auf.



    Merkur

    Beendet seine Abendsichtbarkeit

    Ansicht von Merkur
    Merkur, aktuelle Ansicht wird laufend aktualisiert
    Merkur ist im Mai und Juni über dem Nordwest-Horizont in der Abenddämmerung zu sehen. Die Grafik zeigt die Höhe über Horizont, unter Angabe des Azimuts zum Zeitpunkt der bürgerlichen Dämmerung. © CalSky / A. Barmettler.
    Sichtbarkeit Mai/Juni 2007 von Merkur

    Merkur gelangt am 2. Juni in grösste östliche Elongation. Bis dahin hat aber die Helligkeit bereits auf 0.5 Grössenklassen abgenommen, so dass die Sichtung im durch die Dämmerung aufgehellten Himmel schwierig wird. Die beste Zeit für die Merkurbeobachtung war zwar bereits im Mai, erfahrene Himmelsbeobachter können ihn aber noch bis Mitte Juni in der Abenddämmerung oder am Taghimmel finden. Für letzteres muss aus Sicherheitsgründen das Teleskop im Schatten aufgestellt werden. Im Teleskop kann auch beobachtet werden, wie die Merkurscheibe im Monatslauf grösser wird, die Phase aber von Halbmerkur zu einer schmalen Sichel abnimmt.

    Am 28. Juni steht Merkur vor der Sonne in unterer Konjunktion. Er kann dann ein paar Tage lange ausschliesslich auf Bildern des Sonnensatelliten SOHO gesehen werden.



    Jupiter

    Die ganze kurze Nacht sichtbar

    Die Grafik zeigt die Höhe von Jupiter über Horizont zum Ende der bürgerlichen Dämmerung (Sonnenhöhe -6°) aufgetragen relativ zur Himmelsrichtung. Noch bis Novenber kann Jupiter abends in der Dämmerung gesehen werden. © CalSky / A. Barmettler.
    Abendsichtbarkeit 2007 von Jupiter
    Jupiter-Ansicht, laufend aktualisiert. © CalSky.
    Jupiter, aktuelle Ansicht

    Jupiter steht am 6. Juni in Oppositionsstellung. Er geht dann bei Sonnenuntergang auf und bei Sonnenaufgang unter. Weil er der Sonne gegenüber steht erreicht er nach Mitternacht nur eine geringe Kuliminationshöhe: In Norddeutschland nur 13° in der Schweiz und Österreich knapp über 20°.

    Jupiter befindet sich in der Nähe des rötlichen Fixsterns Antares, ist aber wegen seiner Helligkeit von rund -2.5 Grössenklasse deutlich fälliger.



    Stellung der Jupitermonde

    Aktuelle Stellung der Jupitermonde, © CalSky.com.

    Die Beobachtung von Schattenspielen der vier grössten Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto ist bereits in einem kleinen astronomischen Teleskop möglich, und die Stellung der vier Jupitermonde um Jupiter bereits im Fernglas sichtbar.



    Kleinplanet Vesta

    Die ganze Nacht sichtbar

    Aufnahme von Vesta durch das Hubble Weltraumteleskop im Jahr 1997. Bild Ben Zellner, Peter Thomas und NASA.

    Es scheint als ob Vesta das 200-Jahr Jubiläum seiner Entdeckung am 29. März 1807 mit uns feiern möchte: In diesem Jahr erreicht der Kleinplanet Vesta eine für Vertreter des Asteroidengürtels ungewöhnlich grosse Helligkeit von 5.4 Grössenklassen. Der Kleinplanet gelangte am 30. Mai in Oppositionsstellung, nur rund zwei Wochen bevor er im Perihel (Sonnennähe) steht. Sein Abstand von der Sonne beträgt dann 2.15 Astronomische Einheiten (AE), die Distanz zur Erde schmilzt auf 1.14 AE. Dadurch kann der Kleinplanet für einige Wochen einfach mit einem Fernglas oder bei guten atmosphärischen Verhältnissen, sogar von blossem Auge gesehen werden. Die folgende Sternkarte hilft bei der Suche nach dem 520 km durchmessenden Asteroiden.


    Sternkarte mit Vesta. © CalSky / A. Barmettler.
    Sichtbarkeit 2007 von Vesta


    Mars

    In der Morgendämmerung

    Der Planet Mars erscheint nun rund 120 Minuten vor der Sonne am morgendlichen Osthimmel. Er steigt der Ekliptik entlang rasch höher und nähert sich der Erde. Mit einer Helligkeit von 0.8 Grösse fällt er im Himmelsbereich mit ansonsten lichtschwachen Sternen auf. Ausser für Norddeutschland erreicht Mars in der nautischen Morgendämmerung wenigstens 20° Höhe. Teleskopische Beobachtung von Mars lohnen momentan aber noch immer nicht. Der Scheibchendurchmesser beträgt in diesem Monat nur gerade 6 Bogensekunden. Dieser wird bis zur Opposition am 24. Dezember auf immer noch bescheidene 16 Bogensekunden anwachsen.



    Uranus, Neptun

    Vor der Morgendämmerung sichtbar

    Die beiden äussersten Planeten unseres Sonnensystems, Uranus und Neptun, erreichen bei Beginn der Morgendämmerung nur eine bescheidene Höhe über Horizont. Die äussersten beiden Planeten sind deshalb nicht günstig zu beobachten.



    Weiterführende Links



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    24.05.2007 11:26 Uhr, Arnold Barmettler

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