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Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr wird der Ringplanet Saturn vom Mond bedeckt. Am Abend des 22. Mai ist der Vorgang besonders gut zu verfolgen, da der Erdtrabant erst kurz vor seiner Halbphase steht.
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Planetenbedeckungen durch unseren Mond zählen in der Astronomie zu den selteneren Himmelsereignissen. Sie treten verglichen mit Sonnen- und Mondfinsternissen nur alle paar Jahre für eine bestimmte Erdgegend auf - dann dafür meist in kurzer Folge - je nachdem, ob einer der hellen Wandelsterne ideal im Mondpfad liegt. Da die Mondbahn über die Jahre gesehen nicht fix im Raum steht, sondern eine rückläufige Bewegung vollführt und auch die Planeten entlang der Ekliptik (scheinbare jährliche Sonnenbahn) stetig wandern, kommt es im Gegensatz zu gewissen Fixsternen, nicht bei jedem Mondumlauf zu einer Planetenbedeckung, da Rektaszension und Deklination beider Gestirne fast identisch sein müssen.
Saturn ist der Auserwählte
Saturn indessen tut uns dieses Jahr den Gefallen, sich optimal genug an der Mondbahn aufzuhalten. So kommt es nach dem 2. März - damals war der Himmel über Mitteleuropa weitgehend bedeckt - in den Abendstunden des 22. Mai bereits zum zweiten Aufeinandertreffen der beiden Gestirne. Der Mond ist noch nicht ganz zur Hälfte beleuchtet und steuert in der Abenddämmerung mit seinem dunklen Teil voran auf den beringten Planeten zu. Das noch schwach sichtbare Erdlicht dient als gute Referenz, um den exakten Zeitpunkt des Eintritts nicht zu verpassen. Am besten lässt sich das Himmelsschauspiel durch ein Fernglas oder noch besser in einer Sternwarte am Teleskop verfolgen. Um 21:24 Uhr (Sommerzeit, Zeitbeispiel Zürich) berührt der Mondrand Saturns Ringe. Eine Minute später ist der Planet hinter dem Erdtrabanten verschwunden.
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Während dieses Bedeckungsvorgangs kann ein Beobachter am Fernrohr direkt miterleben, wie der Mond am Himmel von Westen nach Osten (nicht mit der täglichen Himmelsdrehung zu verwechseln!) wandert. Nur selten sind Bewegungen von Gestirnen so leicht wahrnehmbar. Was von blossem Auge kaum sichtbar ist, macht eine starke Vergrösserung am Fernrohr möglich. Nach einer guten Stunde hat sich der Mond um seinen eigenen scheinbaren Durchmesser ostwärts verschoben und lässt pünktlich um 22:31 Uhr den "Herrn der Ringe" wieder unversehrt an der hellen Mondkante auftauchen. Um 22:32 Uhr ist der kosmische Spuk vorüber und Saturn wieder in seiner vertrauten Gestalt knapp über der Krater übersäten Mondoberfläche zu sehen, so als sei er eben am Mondhorizont aufgegangen.
Um die Beobachtung zu planen, hilft Ihnen die Kenntnis der genauen Ein- und Austrittszeiten. CalSky bietet Ihnen diese Zahlen für den Mittelpunkt der Planetenscheibe. Die Ringe werden gut eine Minute vor diesen Zeiten vom Mondrand überfahren und gut eine Minute später freigegeben:
Stadt | Eintritt Saturnmitte MESZ | Austritt Saturnmitte MESZ |
|---|---|---|
Berlin | 21:18.0 | 22:25.4 |
Hamburg | 21:16.6 | 22:21.8 |
Köln | 21:16.6 | 22:24.6 |
München | 21:25.6 | 22:32.8 |
Wien | 21:28.5 | 22:34.9 |
Zürich | 21:25.2 | 22:32.1 |
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Im Doppelpack - ein Jahrtausendereignis
Wer diese Saturn-Bedeckung verpasst, muss sich in Mitteleuropa bis zum 25. Oktober 2014 gedulden, ehe die schmale Mondsichel erneut Kurs auf den Planeten nimmt. Davor bedeckt der Trabant am 18. Juni 2007 in den späten Nachmittagsstunden Venus und am 24. Dezember 2007 schrammt der volle Mond haarscharf an Mars vorbei. Auf eine weitere Venusbedeckung dürfen wir uns am Abend des 1. Dezember 2008 freuen; Jupiter ist am 15. Juli 2012 an der Reihe. Eine doppelte Planetenbedeckung am selben Tag werden unsere Nachfahren in 103 (Saturn-Mars) respektive in fernen 437 Jahren erleben; dann trifft es Venus und Merkur.
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