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Planeten im Mai 2007

Die lauen Mai-Abende werden durch zahlreiche Planeten am Himmel geschmückt: Venus dominiert den Westhimmel bis weit nach Mitternacht. In der zweiten Monatshälfte zeigt sich Merkur in bester Abendsichtbarkeit in diesem Monat, und auch Jupiter verfrüht seinen Aufgang auf Nachtbeginn, während Saturn bis tief in die Nacht sichtbar ist. Aussergewöhnlich zeigt sich der Kleinplanet Vesta im Mai: seine Opposition am 30. Mai findet in Sonnennähe statt, so dass Vesta mit einer Helligkeit von 5.4 Grössenklassen sogar von blossem Auge zu sehen ist. Nur Mars zeigt sich erst in der Morgendämmerung.

Venus

Unübersehbar hell am Abendhimmel

Simulation des Venusanblicks. © CalSky / A. Barmettler.
Venus, aktuelle Ansicht
Die Grafik zeigt die Höhe über Horizont zum Zeitpunkt der bürgerlichen Abenddämmerung für die erste Jahreshälfte 2007. Zudem kann der Azimut von Venus zu diesem Zeitpunkt abgelesen werden. © CalSky / A. Barmettler.
Abendsichtbarkeit 2007 von Venus

Venus ist der abends überaus hell strahlende Stern im Westen. Unser innerer Nachbarplanet ist bis im Juli Abendstern, wobei er im Mai sogar erst nach Mitternacht untergeht. In der nebenstehenden Grafik kann die Höhe über Horizont zum Zeitpunkt der bürgerlichen Abenddämmerung abgelesen werden − je höher Venus dann steht, desto auffallender und länger ist der Planet am Abend sichtbar. Die längste Sichtbarkeit wird demnach in diesem Monat erreicht − beim Einnachten steht Venus bis zu 30° über Horizont.

Im Mai strahlt Venus mit einer Helligkeit von -4.2 Grösse und befindet sich nun näher an der Erde als die Sonne von der Erde entfernt ist. Der Durchmesser der Planetenscheibe ist noch nicht sehr gross, nur rund 20 Bogensekunden. Dieser Wert vergrössert sich nun laufend, bis Venus im August einen Durchmesser von 58 Bogensekunden erreicht (nicht direkt beobachtbar, weil die Venus dann zu nahe bei der Sonne stehen wird),



Saturn

Noch bis nach Mitternacht sichtbar

Simulierte Ansicht von Saturn − laufend aktualisiert © CalSky / A. Barmettler.
Saturn, aktuelle Ansicht

Saturn kulminiert am Abend noch vor Sonnenuntergang. In der Abenddämmerung erreicht er noch eine Höhe von rund 40° − er bietet damit auch in diesem Monat noch das Highlight von Sternwartenführungen. Er hält sich im Sternbild Löwe in der Nähe des etwas lichtschwächeren Sterns Regulus auf.

Saturn lädt zum abendlichen Blick durch ein Teleskop ein; dieses zeigt das Ringsystem zwar deutlich weniger weit geöffnet als noch vor einem Jahr − die Ringneigung bezüglich der Erde beträgt noch 15°. In drei Jahren wird Saturn für eine kurze Zeit als stark abgeplattetes Planetenscheibchen ohne Ringe erscheinen − dies geschieht wenn wir von der Erde aus direkt von der Seite auf die dünnen Ringe schauen, oder die Sonne die Ringebene durchstösst; dann sind die Ringe nicht beleuchtet und fallen uns deswegen nicht auf.

Mond bedeckt Saturn

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr wird der Ringplanet Saturn vom Mond bedeckt. Am Abend des 22. Mai ist der Vorgang besonders gut zu verfolgen, da der Erdtrabant erst kurz vor seiner Halbphase steht.



Merkur

In bester Abendsichtbarkeit

Ansicht von Merkur
Merkur, aktuelle Ansicht wird laufend aktualisiert
Merkur ist im Mai und Juni über dem Nordwest-Horizont in der Abenddämmerung zu sehen. Die Grafik zeigt die Höhe über Horizont, unter Angabe des Azimuts zum Zeitpunkt der bürgerlichen Dämmerung. © CalSky / A. Barmettler.
Sichtbarkeit Mai/Juni 2007 von Merkur

Anfang Mai steht Merkur hinter der Sonne in oberer Konjunktion. Er kann dann ein paar Tage lange ausschliesslich auf Bildern des Sonnensatelliten SOHO gesehen werden. Rasch entfernt sich der flinke Planet aber scheinbar von der Sonne, so dass er bereits ab 10. Mai in der noch hellen Abenddämmerung tief am Nordwesthorizont entdeckt werden kann − er strahlt mit -1.5 Grössenklasse.

In grösste östliche Elongation gelangt Merkur am 2. Juni. Bis dahin nimmt aber die Helligkeit bis auf 0.5 Grössenklassen ab, so dass die Sichtung im durch die Dämmerung aufgehellten Himmel schwierig wird. Die beste Zeit für die Merkurbeobachtung dürfte − als Kompromiss zwischen Elongation und Helligkeit − zwischen 15. und 20. Mai sein.

Erfahrene Beobachter können Merkur ab Mitte Monat auch am Tage beobachten. Hierfür muss aus Sicherheitsgründen das Teleskop im Schatten aufgestellt werden. Im Teleskop kann auch beobachtet werden, wie die Merkurscheibe im Monatslauf grösser wird, die Phse aber von praktisch Vollphase auf Halbmerkur abnimmt.



Jupiter

Ab späterem Abend sichtbar

Die Grafik zeigt die Höhe von Jupiter über Horizont zum Ende der bürgerlichen Dämmerung (Sonnenhöhe -6°) aufgetragen relativ zur Himmelsrichtung. Noch bis Novenber kann Jupiter abends in der Dämmerung gesehen werden. © CalSky / A. Barmettler.
Abendsichtbarkeit 2007 von Jupiter
Jupiter-Ansicht, laufend aktualisiert. © CalSky.
Jupiter, aktuelle Ansicht

Während der Morgendämmerung ist Jupiter der auffällig helle Stern tief in südwestlicher Richtung. Der grösste Planet unseres Sonnensystems verfrüht seinen Aufgang im Monatslauf um über 2 Stunden: Anfangs geht er um Mitternacht auf, am Monatsende bereits während der bürgerlichen Abenddämmerung. Er erreicht am 5. Juni die Oppositionstellung und steht dann die ganze kurze Nacht über Horizont.

Leider hält sich Jupiter in den tiefsten Regionen der Ekliptik auf, im Sternbild Schlangenträger. Deshalb erreicht er bei der Kulmination in den Nachtstunden nur eine bescheidene Höhe über Horizont: In Berlin beispielsweise 15°, in Österreich und der Schweiz immerhin 20°. Jupiter befindet sich in der Nähe des rötlichen Fixsterns Antares, ist aber wegen seiner Helligkeit von rund -2.5 Grössenklasse deutlich fälliger.

Stellung der Jupitermonde

Aktuelle Stellung der Jupitermonde, © CalSky.com.

Die Beobachtung von Schattenspielen der vier grössten Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto ist bereits in einem kleinen astronomischen Teleskop möglich, und die Stellung der vier Jupitermonde um Jupiter bereits im Fernglas sichtbar.



Kleinplanet Vesta

Die ganze Nacht sichtbar

Aufnahme von Vesta durch das Hubble Weltraumteleskop im Jahr 1997. Bild Ben Zellner, Peter Thomas und NASA.

Es scheint als ob Vesta das 200-Jahr Jubiläum seiner Entdeckung am 29. März 1807 mit uns feiern möchte: In diesem Jahr erreicht der Kleinplanet Vesta eine für Vertreter des Asteroidengürtels eine ungewöhnlich grosse Helligkeit von 5.4 Grössenklassen. Der Kleinplanet gelangt am 30. Mai in Oppositionsstellung, nur rund zwei Wochen bevor er im Perihel (Sonnennähe) steht. Sein Abstand von der Sonne beträgt dann 2.15 Astronomische Einheiten (AE), die Distanz zur Erde schmilzt auf 1.14 AE. Dadurch kann der Kleinplanet für einige Wochen einfach mit einem Fernglas oder bei guten atmosphärischen Verhältnissen, sogar von blossem Auge gesehen werden. Die folgende Sternkarte hilft bei der Suche nach dem 520 km durchmessenden Asteroiden.


Sternkarte mit Vesta. © CalSky / A. Barmettler.
Sichtbarkeit 2007 von Vesta


Mars

In der Morgendämmerung

Der Planet Mars erscheint nun rund 90 Minuten vor der Sonne am morgendlichen Osthimmel. Der Rote Planet wechselt im Mai vom Sternbild Wassermann in die Fische und stattet auch dem Sternbild Walfisch einen kurzen Besuch ab. Er steigt also der Ekliptik entlang rasch höher und quert den Äquator am 20. Mai nordwärts. Noch ist er mit einer Helligkeit von 1. Grösse nicht sonderlich auffällig. In den nächsten Monaten bewegt sich der Planet weiter nordwärts und wird besser sichtbar. Allerdings müssen wir uns noch bis im Juni und in Norddeutschland sogar bis Juli gedulden, bis Mars in der nautischen Morgendämmerung wenigstens 20° Höhe erreicht. Teleskopische Beobachtung von Mars lohnen momentan nicht. Der Scheibchendurchmesser beträgt in diesem Monat nicht einmal 6 Bogensekunden. Dieser wird bis zur Opposition am 24. Dezember auf immer noch bescheidene 16 Bogensekunden anwachsen.



Uranus, Neptun

Vor der Morgendämmerung sichtbar

Uranus erreichte seine Konjunktionstellung mit der Sonne im März, Neptun stand im Februar in Konjunktion mit der Sonne. Beide erreichen bei Beginn der Morgendämmerung nur eine bescheidene Höhe über Horizont. Die äussersten beiden Planeten sind deshalb nicht günstig zu beobachten.



Weiterführende Links



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23.05.2007 20:29 Uhr, Arnold Barmettler

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