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Planeten im April 2007

Venus dominiert den westlichen Abendhimmel bis teilweise nach Mitternacht. Der Ringplanet Saturn steht abends bereits hoch im Süden und geht erst vor der Morgendämmerung unter. Jupiter verfrührt seinen Aufgang von 2 auf 1½ Uhr, während Mars weiterhin erst eine Stunde vor der Sonne aufgeht. Beide Planeten erreichen in der Morgendämmerung nur eine bescheidene Höhe über Horizont.

Venus

Unübersehbar hell am Abendhimmel

Simulation des Venusanblicks. © CalSky / A. Barmettler.
Venus, aktuelle Ansicht
Die Grafik zeigt die Höhe über Horizont zum Zeitpunkt der bürgerlichen Abenddämmerung für die erste Jahreshälfte 2007. Zudem kann der Azimut von Venus zu diesem Zeitpunkt abgelesen werden. © CalSky / A. Barmettler.
Abendsichtbarkeit 2006/2007 von Venus

Venus ist der abends überaus hell strahlende Stern im Westen. Unser innerer Nachbarplanet ist bis im Juli Abendstern, wobei er im Ende April sogar erst nach Mitternacht untergeht. In der nebenstehenden Grafik kann die Höhe über Horizont zum Zeitpunkt der bürgerlichen Abenddämmerung abgelesen werden − je höher Venus dann steht, desto auffallender und länger ist der Planet am Abend sichtbar. Die längste Sichtbarkeit wird demnach zum Monatswechsel April/Mai erreicht.

Im März strahlt Venus konstant mit einer Helligkeit von -4. Grösse und befindet sich weiter von der Erde entfernt als die Sonne. Dem entsprechend ist der Durchmesser der Planetenscheibe nicht sehr gross, nur rund 15 Bogensekunden. Dieser Wert vergrössert sich nun laufend, bis Venus im August einen Durchmesser von 58 Bogensekunden erreicht (nicht direkt beobachtbar, weil die Venus zu nahe bei der Sonne stehen wird),



Saturn

Fast die ganze Nacht sichtbar − beste Zeit für Beobachtungen

Simulierte Ansicht von Saturn − laufend aktualisiert © CalSky / A. Barmettler.
Saturn, aktuelle Ansicht

Saturn kulminiert während der Abenddämmerung in einer Höhe von rund 55° − er bietet diesen Monat das Highlight von Sternwartenführungen. Er hält sich im Sternbild Löwe in der Nähe des etwas lichtschwächeren Sterns Regulus auf.

Saturn lädt nun zum abendlichen Blick durch ein Teleskop ein; dieses zeigt das Ringsystem zwar deutlich weniger weit geöffnet als noch letzten Winter − die Ringneigung bezüglich der Erde beträgt noch 15°. In drei Jahren wird Saturn für eine kurze Zeit als stark abgeplattetes Planetenscheibchen ohne Ringe erscheinen − dies geschieht wenn wir von der Erde aus direkt von der Seite auf die dünnen Ringe schauen, oder die Sonne die Ringebene durchstösst; dann sind die Ringe nicht beleuchtet und fallen uns deswegen nicht auf.



Jupiter

Zweite Nachthälfte

Während der Morgendämmerung ist Jupiter der auffällige Stern tief in südwestlicher Richtung. Im Monatslauf verfrüht es seinen Aufgang von 2 auf 0½, Uhr. Er hält sich im Sternbild Schlangenträger auf und bewegt sich entlang der tiefsten Regionen der Ekliptik. Am 4. April erreicht er für die nächsten sechs Monate die südlichste Lage, wird am 6. April rückläufig und nähert sich anschliessend bis am 7. August dem Sternbild Skorpion. Er wird aber erst im Dezember 2007 das Sternbild Schütze und die südlichste Lage erreichen. Jupiter befindet sich in der Nähe des rötlichen Fixsterns Antares, ist aber wegen seiner Helligkeit von rund -2.5 Grössenklasse deutlich fälliger.

Stellung der Jupitermonde

Aktuelle Stellung der Jupitermonde, © CalSky.com.

Die Beobachtung von Schattenspielen der vier grössten Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto ist bereits in einem kleinen astronomischen Teleskop möglich, und die Stellung der vier Jupitermonde um Jupiter bereits im Fernglas sichtbar.



Mars

In der Morgendämmerung

Unser äusserer Nachbarplanet Mars wechselt im April vom Sternbild Steinbock in den Wassermann. Er steigt der Ekliptik entlang rasch höher, seine Deklination nimmt im April 8° zu. Trotzdem geht er erst während der Morgendämmerung auf und ist mit einer Helligkeit von 1. Grössenklasse nicht sonderlich auffällig. In den nächsten Monaten bewegt sich der Planet weiter nordwärts und wird besser sichtbar. Allerdings müssen wir uns noch bis im Juni und in Norddeutschland sogar bis Juli gedulden, bis Mars in der nautischen Morgendämmerung wenigstens 20° Höhe erreicht. Teleskopische Beobachtung von Mars lohnen momentan nicht. Der Scheibchendurchmesser beträgt in diesem Monat nur wenig mehr 5 Bogensekunden. Dieser wird bis zur Opposition am 24. Dezember auf, immer noch bescheidene, 16 Bogensekunden anwachsen.



Merkur

Unsichtbar

Seit Ende März nähert sich Merkur wieder dem Tagesgestirn. In oberer Konjunktion steht der sonnennächste Planet erst Anfang Mai. Merkur kann von Mitteleuropa aus nicht beobachtet werden kann.

Erfahrene Beobachter können Merkur allerdings in der ersten Monatshälfte am Tage beobachten. Hierfür muss aus Sicherheitsgründen das Teleskop im Schatten aufgestellt werden.



Uranus, Neptun

Unsichtbar

Uranus erreichte seine Konjunktionstellung mit der Sonne am 5. März. Neptun stand im Februar in Konjunktion mit der Sonne kommt aber nur zögerlich aus der Helligkeit der Morgendämmerung hervor. Die äussersten beiden Planeten sind deshalb nicht zu beobachten.



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25.03.2007 17:40 Uhr, Arnold Barmettler

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