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Kometen im Januar 2007

Nach dem Periheldurchgang am 12. Januar zeigt der Komet C/2006 P1 McNaught seine volle Pracht für Bewohner der Südhalbkugel der Erde. Seit 21. Januar taucht der Kometenkern zwar nicht mehr am Himmel von Mitteleuropa auf, aber streifenförmige Teile seines über 30° langen Staubschweifes sind abends auch von Europa aus zu beobachten.
Ein weiterer Komet, C/2006 M4 SWAN, entfernt sich weiter von Erde und der Sonne. Im Januar ist er als verschwommenes Flecklein um die 9. Helligkeitsklasse im Teleskop im Sternbild Wassermann auszumachen. Weitere Kometen sind jenseits der 10. Grössenklasse und somit grösseren Teleskopen zugänglich.

Selbst heute noch haben diese eisigen Besucher einen Hauch von Mystik: Die meisten Kometen erreichen nur einmal die warmen Zonen des inneren Sonnesystems und sie kommen von weit entfernt, von der Grenze unseres Sonnensystems. Nach der Vorführung von bis zu einigen Wochen Dauer verschwinden sie wieder (häufig für immer) in den Tiefen des Weltraums, brechen vielleicht in Sonnennähe auseinander oder stürzen sogar in die Sonne.

Nur etwa alle 5-10 Jahre erscheinen von blossem Auge einfach sichtbare Kometen. Mit einem Teleskop ist es aber jede Nacht möglich, gleich mehrere dieser interessanten Himmelskörper zu sehen − allerdings wird man selten einen Schweif erkennen können, sondern höchstens ein verschwommenes Flecklein, oder sogar nur ein punktförmige Lichtquelle, die sich im Laufe von Stunden merklich vor dem Fixsternhintergrund verschiebt.

Komet C/2006 P1 McNaught

Der von R. H. McNaught entdeckte Komet C/2006 P1 flog am 12. Januar 2007 in nur 0.17 Astronomischen Einheiten (Abstand Erde-Sonne) an der Sonne vorbei. Er überlebte diesen nahen Vorbeiflug. Dies war nicht nur anhand von Aufnahmen des Sonnensatelliten SOHO zu beobachten, sondern sogar von blossem Auge am Taghimmel. Der Komet hellte über den Jahreswechsel auf und erreichte in der ersten Januarwoche bereits Helligkeiten um -1. Grössenklasse − aber bei einer nur sehr geringen Elongation von unserem Tagesgestirn. Nach dem Periheldurchgang wurde der Komet aktiver und schien sogar noch heller als Venus. Teilweise schätzten Beobachter im Anschluss seine Helligkeit auf bis zu -6. Grösse.

Komet C/2006 P1 McNaught aufgenommen von Marco Fulle in Italien.
Strahlenförmige Ausläufer des Staubschweifes von Komet C/2006 P1 konnte Marco Fulle (www.stromboli.net) in Italien am 19. Januar beobachten und fotografieren. Das Bild wurde aus 4 Einzelbilder mit jeweils 2 Minuten Belichtungszeit und 35mm Brennweite bei f/1.4 und ISO800 aufaddiert. Das Bildausschnitt ist 22° x 33° gross.

Da der Komet nach dem Perihel rasch gegen Süden wandert, können nur noch Beobachter von der Südhalbkugel einen hellen Kometen am dunklen Himmel erleben. Von Mitteleuropa aus hatten wir an den Tagen vor dem Perihel und bis am 14. Januar die Möglichkeit, C/2006 P1 abends knapp über dem Südsüdwesthorizont und in der Morgendämmerung zu sehen, anschliessend konnte der Kometenkern tagsüber teilweise von blossem Auge bis am 20. Januar beobachtet werden.

Komet McNaught ist in der zweiten Januarhälfte ein wunderschönes Objekte für Bewohner der Südhalbkugel. Aber auch von Mitteleuropa aus können wir teilweise noch erahnen, was uns entgeht: der Staubschweif von McNaught ist nämlich so lang, dass Teile auch bei uns am Abendhimmel sichtbar sind. Um diese strahlenförmige Lichtaufhellungen am Himmel aber sehen zu können bedarf es eines ganz dunklen Himmels, fernab von der Lichtverschmutzung der Städte. Der beste Zeitpunkt hierfür ist rund eine Stunde nach Sonnenuntergang. Im Westen, über der hellen Venus, können mit dem Fernglas längliche Lichtaufhellungen ausgemacht werden.

Komet C/2006 P1 McNaught über Chile. Copyright ESO.
Komet McNaught in voller Länge aufgenommen am Abend des 18. Januar 2007 vom Standort Paranal in Chile. Rechts ist eines der VLT Teleskope zu sehen. Bild ESO.
Komet C/2006 P1 McNaught aufgenommen in Chile. Copyright ESO.
Komet McNaught in der Dämmerung aufgenommen vom Standort Paranal in Chile. Bild ESO.
Komet C/2006 P1 McNaught aufgenommen von Stefan Meister
Der Komet C/2006 P1 (McNaught konnte vom Redaktionsmitglied Stefan Meister am 7. Januar 2007 festgehalten werden. 4 Einzelbilder einer Nikon D70 mit 300mm Tele wurden jeweils 0.1s mit f/4, 400 ISO belichtet und gestackt.
Komet C/2006 P1 McNaught aufgenommen vom Sonnensatelliten SOHO
Der Komet C/2006 P1 McNaught erschien um die Tage des Periheldurchgangs auf Aufnahmen des Sonnenbeobachtungssatelliten SOHO. McNaught ist der helle, überstrahlte Fleck auf der linken Bildseite. Unterhalb des Kometen ist Merkur mit einer Helligkeit von -1.1 Grössenklassen erkennbar.



Komet SWAN C/2006 M4 am Abendhimmel

Komet C/2006 M4 SWAN aufgenommen von Christian Rusch
Der Komet C/2006 M4 (SWAN) konnte vom Amateurastronom Christian Rusch am 16. Oktober 2006 im Sternbild Bootes festgehalten werden. Die 6 Einzelbilder wurden jeweils 3 Minuten lang unter Verwendung einer Canon Eos 20Da belichtet.

Der im Juli 2006 entdeckte Komet C/2006 M4 erreichte am 28. September den Perihel wenig innerhalb der Erdbahn und entfernt sich seither wieder von Sonne und Erde. Er kann bereits mit kleineren Teleskopen im Sternbild Wassermann gefunden werden − als unscheinbares Nebelflecklein von ungefähr 9. Grösse. Allerdings kann der Komet nur noch wenige Tage bei genügender Horizonthöhe beobachtet werden − ab Mitte Januar beträgt seine Höhe über Horizont bei Ende der astronomischen Dämmerung weniger als 10°.

Abendsichtbarkeit Januar 2006 von Komet C/2006 M4 SWAN
Die Position des Kometen C/2006 M4, SWAN am Abendhimmel bei Beginn der astronomischen Dämmerung, gezeichnet für Süddeutschland. Die schematische Darstellung des (Gas-)Schweifes soll nur deren Richtung anzeigen, aber nicht dessen Länge.

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22.01.2007 14:40 Uhr, Arnold Barmettler

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