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Planeten im Dezember 2006

In diesem Monat können abends noch keine Planeten einfach gesehen werden; Venus zeigt sich erst zaghaft in der Abenddämmerung. In den späteren Abendstunden geht der Ringplanet Saturn im Nordosten auf und steht vor Sonnenaufgang hoch im Südwesten. Merkur kann noch bis zur Monatsmitte in der Morgendämmerung gesehen werden. Zu ihm gesellen sich Jupiter und, weniger gut sichtbar, Mars. Diese drei Planeten stehen um den 10. Dezember nahe beisammen.

Saturn

Ab den Abendstunden im Osten und hoch am Morgenhimmel

Simulierte Ansicht von Saturn − laufend aktualisiert © CalSKY / A. Barmettler.
Saturn, aktuelle Ansicht

Der Ringplanet Saturn verfrüht seinen Aufgang im Nordosten laufend. Anfang Monat geht er noch gegen 22 Uhr auf, Ende Monat um 20 Uhr. Er steht im Sternbild Löwe in der Nähe des etwas lichtschwächeren Sterns Regulus. Am Morgen ist er einfach sichtbar: Saturn ist der hellste Stern recht hoch im Südwesten.

Saturn lädt zum morgendlichen Blick durch ein Teleskop ein; dieses zeigt das Ringsystem deutlich weniger weit geöffnet als noch letzten Winter − die Ringneigung bezüglich der Erde beträgt noch 13°. In drei Jahren wird Saturn für eine kurze Zeit als stark abgeplattetes Planetenscheibchen ohne Ringe erscheinen − dies geschieht wenn wir von der Erde aus direkt von der Seite auf die dünnen Ringe schauen, oder die Sonne die Ringebene durchstösst; dann sind die Ringe nicht beleuchtet und fallen uns deswegen nicht auf.

In der Nacht vom 9. auf den 10. Dezember steht der abnehmende Mond bei Saturn. Zur nächsten Annäherung in der Morgendämmerung beträgt der Abstand noch 3½°. Der Mond befindet sich gleichzeitig rechts des Löwen-Sterns Regulus − Regulus ist nochmals etwas weiter vom Mond entfernt als Saturn.



Merkur

Noch bis Monatsmitte in der Morgendämmerung beobachtbar

Ansicht von Merkur
Merkur, aktuelle Ansicht wird laufend aktualisiert
Merkur ist während der ersten Monatshälfte über dem Südost-Horizont in der Morgendämmerung zu sehen. Die Grafik zeigt die Höhe über Horizont, unter Angabe des Azimuts zum Zeitpunkt der bürgerlichen Dämmerung. © CalSKY / A. Barmettler.
Sichtbarkeit Dezember 2006 von Merkur

Merkur erreichte am 25. November die grösste östliche Elongation mit etwa 20° Abstand von der Sonne. Seine Helligkeit übersteigt den ganzen Dezember die Grenze von -0.6 Grössenklassen und steht bis Mitte Dezember genügend hoch über dem Südost-Horizont, um problemlos auch von blossem Auge gesehen zu werden.


Begegnung der Planeten Merkur, Mars und Jupiter

Vom 9. bis 12. Dezember läuft Merkur an den Planeten Jupiter und Mars vorbei. Während Mars mit 1.5 Grössenklassen in der fortgeschrittenen Morgendämmerung nur schwierig sichtbar sein wird, dürfte das Paar Jupiter-Merkur gut zu sehen sein. Jupiter ist dabei rund doppelt so hell wie Merkur. Es dürfte spannend zu beobachten sein, wie Jupiter und Merkur vom 10. auf den 11. Dezember scheinbar ihre Positionen tauschen − der Abstand der beiden Planeten beträgt jeweils rund einen Monddurchmesser. Die engste Stellung von nur 7.6 Bogenminuten ist für uns von Mitteleuropa aus nicht sichtbar, weil sich beide Planeten dann unter unserem Horizont befinden. Diese Begegnung kann als Anlass genommen werden, Jupiter und Mars zum ersten Mal in ihren neuen Sichtbarkeitsperioden zu begrüssen.

Merkur läuft im Dezember an den beiden Planeten Jupiter und Mars vorbei. Jupiter ist noch heller als Merkur, während Mars schwierig zu sehen sein dürfte. Die Grafik ist für einen Standort in Süddeutschland oder der Schweiz repräsentativ und ist für 7.30 MEZ bezeichnet. Die Planeten befinden sich zu diesem Zeitpunkt nur 5° über Horizont in Richtung Ostsüdosten. © CalSKY / A. Barmettler.
Planetentreffen im Dezember 2006



Jupiter

Taucht in der Morgendämmerung auf

Jupiter stand am 21. November in Konjunktion mit der Sonne und taucht im Dezember wieder in der Morgendämmerung auf. Die erste Sichtung in der neuen Sichtbarkeitsperiode von Jupiter dürfte am 10. Dezember aus Anlass der engen Begegnung mit Merkur erfolgen. Unmittelbar weiter oben auf dieser Seite, im Abschnitt über den Merkur, wird diese Begegnung diskutiert.


Venus

Taucht in der Abenddämmerung auf

Venus geht anfangs Dezember nur ½ Stunden nach Sonnenuntergang im Südwesten unter, Ende Monat bereits 75 Minuten nach der Sonne. Die Grafik zeigt die Höhe über Horizont, unter Angabe des Azimuts zum Zeitpunkt der bürgerlichen Abenddämmerung für die Abendsichtbarkeitsperiode 2007. © CalSKY / A. Barmettler.
Abendsichtbarkeit 2006/2007 von Venus

Venus durchlief am 27. Oktober die obere Konjunktionsstellung und befindet von der Erde aus gesehen immer noch ziemlich nahe bei der Sonne. Die Elongation verdoppelt sich im Dezember auf über 15°, so dass Venus ab der Monatsmitte eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang tief am Südwesthorizont erkannt werden kann. Bis im Mai steht Venus nur täglich etwas höher in der Abenddämmerung und wird schon bald als unübersehbarer Abendstern strahlen.



Mars

In der Morgendämmerung

Mars erreichte am 23. Oktober seine Konjunktion mit der Sonne und entfernt sich langsam vom Tagesgestirn. Anfang Dezember geht Mars gut eine Stunde vor der Sonne auf, bis zum Jahresende vergrössert sich sein Vorsprung auf rund 90 Minuten. Mars ist allerdings nur gerade 1.5 Grössenklassen hell, so dass eine Sichtung in der helleren Morgendämmerung schwierig sein dürfte − je weiter der Dezember schon fortgeschritten, desto einfacher dürfte dies werden.

Bei der ersten Sichtung von Mars in der neuen Sichtbarkeitsperiode dürfte die Konjunktion mit Merkur und Jupiter helfen: Am 10. Dezember steht der Mars unmittelbar rechts unterhalb des helleren Merkurs und nochmals helleren Jupiters. Der minimale Abstand zu Merkur beträgt dabei weniger als 1° (zwei Monddurchmesser). Am 11. Dezember ist Merkur bereits etwas weitergezogen, und Jupiter steht am nächsten bei Mars. Für beide Sichtungen empfiehlt sich die Hilfe eines Fernglasses oder Teleskops. Weiter oben auf dieser Seite finden Sie zu dieser Konjunktion weitere Angaben.



Uranus, Neptun

Am Abendhimmel sichtbar

Die beiden äusseren Gasplaneten sind nicht mehr gut zu beobachten. Sie kulminieren bereits vor oder um Sonnenuntergang. Nach dem Einnachten erreichen sie nur noch eine geringe Höhe über Horizont: Uranus maximal 30°, Neptun nur 20°. Zum Beobachten der beiden neuerdings äussersten Planeten des Sonnensystems reicht bereits die Hilfe eines Fernglasses oder Teleskops und einer Sternkarte.



Weiterführende Links



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28.11.2006 13:07 Uhr, Arnold Barmettler

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