Kometen im Dezember 2006
Helle Kometen am Himmel zu sehen ist ein seltenes Erlebnis.
Kometen, die von blossem Auge gut gesehen werden können,
finden nur alle paar Jahren den Weg an unseren Himmel und dann auf Titelseiten von Zeitungen.
Der Komet SWAN C/2006 M4 ist im Dezember mit Hilfe eines Fernglasses oder Teleskops noch als diffuser Nebel
im Sternbild Adler und gegen Ende Monat im Wassermann zu finden.
Komet Faye 4P ist gerade noch heller als die 10. Grössenklasse und somit kleineren Teleskopen zugänglich.
Selbst heute noch haben diese eisigen Besucher einen Hauch von Mystik:
Die meisten Kometen erreichen nur einmal die warmen Zonen des inneren
Sonnesystems und sie kommen von weit entfernt, von der Grenze unseres
Sonnensystems. Nach der Vorführung von bis zu einigen Wochen Dauer
verschwinden sie wieder (häufig für immer) in den Tiefen des Weltraums,
brechen vielleicht in Sonnennähe auseinander oder stürzen sogar in die Sonne.
Etwa alle 5-10 Jahre erscheinen von blossem Auge einfach sichtbare Kometen.
Mit einem Teleskop ist es aber jede Nacht möglich, gleich mehrere
dieser interessanten Himmelskörper zu sehen − allerdings wird
man selten einen Schweif erkennen können, sondern höchstens ein
verschwommenes Flecklein, oder sogar nur ein punktförmige Lichtquelle,
die sich im Laufe von Stunden merklich vor dem Fixsternhintergrund verschiebt.
Komet SWAN C/2006 M4 am Abendhimmel
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Der Komet C/2006 M4 (SWAN) konnte vom
Amateurastronom Christian Rusch am
16. Oktober 2006 im Sternbild Bootes festgehalten werden.
Die 6 Einzelbilder wurden jeweils 3 Minuten lang unter Verwendung einer Canon Eos 20Da belichtet.
Der im Juli 2006 entdeckte Komet C/2006 M4 erreichte am 28. September den Perihel wenig innerhalb der Erdbahn.
Im Oktober vergrösserte sich die anfangs geringe Elongation von der Sonne, so dass er rasch am mitteleuropäische
Abendhimmel auftauchte. Die Überraschung war gross, als der Komet deutlich heller erschien als
vorausberechnet: Statt 7. Grössenklasse lag die Helligkeit von SWAN im Bereich um 4. Grössenklasse und
war somit an Orten fernab von störender Lichtverschmutzung sogar von blossem Auge sichtbar.
Im Fernglas oder Teleskop ist der Komet SWAN im Dezember noch als verschwommenes Flecklein sichtbar. Er befindet sich bis
am 20. Dezember im Sternbild Adler, bevor er in das Sternbild Wassermann wechselt. Seine Helligkeit nimmt ab,
von anfangs 7.5 Grösse auf etwa 9. Grösse.
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Die Position des Kometen C/2006 M4, SWAN am Abendhimmel bei Beginn der astronomischen Dämmerung,
gezeichnet für Süddeutschland. Die schematische Darstellung des (Gas-)Schweifes soll nur deren Richtung
anzeigen, aber nicht dessen Länge.
Komet Faye (4P) am Morgenhimmel
Der periodische Komet Faye erreichte am 4. November den Perihel und entfernt sich seither von der Sonne.
Im Dezember lässt sich der nur noch 10.-11. Grössenklasse helle Komet im Sternbild Walfisch mit einem Teleskop
aufspüren.
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Die Position des Kometen 4P, Faye am Abendhimmel bei Ende der nautischen Dämmerung,
gezeichnet für Süddeutschland. Die schematische Darstellung des (Gas-)Schweifes soll nur deren Richtung
anzeigen, aber nicht dessen Länge.
Komet C/2006 P1 McNaught
Der von R. H. McNaught entdeckte Komet C/2006 P1 wird am 12. Januar 2007 voraussichtlich in nur 0.17 Astronomischen Einheiten (Abstand Erde-Sonne)
an der Sonne vorbei fliegen. Ob er diesen nahen Vorbeiflug überleben wird, dürfte sich anhand von Aufnahmen des
Sonnensatelliten SOHO beobachten lassen. Dem aktuellen Helligkeitsmodell nach dürfte der Komet um die Tage des Perihels eine Helligkeit
um 2. Grössenklasse erreichen − aber bei einer nur sehr geringen Elongation von unserem Tagesgestirn. Da der Komet
nach dem Perihel rasch gegen Süden wandert, besteht nur für die Südhalbkugel eine potentielle Chance auf einen hellen Kometen.
Von Mitteleuropa aus haben wir an den Tagen vor dem Perihel die Möglichkeit, C/2006 P1 abends knapp über dem Südwesthorizont
und morgens tief im Ostsüdosten zu sehen.
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