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Am 11. Juni ist Vollmond − noch nie seit 1932 stand der volle Mond so tief über dem Südhorizont wie dieses Jahr. Am 1. Juni stellt sich der zunehmende Mond zu einem besonderen Fotosujet zu Saturn: Saturn steht unmittelbar beim offenen Sternhaufen Krippe. In der Nacht vom 10. auf den 11. Juni steht der volle Mond neben dem rötlichen Fixstern Antares.
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Zu einem Jahrhundertereignis der besonderen Art kommt es in der Sommer-Vollmondnacht vom 11. auf den 12. Juni. Noch nie seit dem 18. Juni 1932 stand der volle Mond im Juni so tief über dem Südhorizont wie dieses Jahr.
Wer über die Jahre hinweg den Mondlauf beobachtet, stellt unschwer fest, dass der Pfad, den der Mond vor den Sternen zurücklegt nicht immer gleich verläuft. Einmal nimmt er einen tieferen Kurs, dann wieder schwingt er sich hoch über die scheinbare Sonnenbahn. In diesem Jahr ist die Lage der Mondbahn extrem, was uns den "tiefsten" Juni-Vollmond seit dem 18. Juni 1932 beschert.
Zum Beispiel in Zürich geht der voll beschienene Erdbegleiter am Sonntagabend, 11. Juni, erst um 21:51 Uhr MESZ am mathematischen Horizont auf. Je nach Beobachtungsstandort verzögert sich der Mondaufgang um eine weitere Dreiviertelstunde, da die Mondbahn extrem flach verläuft. Ein erhöhter Standort mit freier Sicht nach Südsüdosten ist von Vorteil. Gegen 01:36 Uhr MESZ (Montagmorgen, 12. Juni) steht die Mondscheibe nur etwas mehr als 13° hoch genau im Süden, wesentlich niedriger als die Sonne am kürzesten Tag des Jahres. Bereits um 5:20 Uhr MESZ taucht der Mond im Südsüdwesten wieder unter. Somit dauert die Sommervollmondnacht bei uns nur 7 Stunden und 29 Minuten. Das diesjährige Jahrhundertereignis wird nur noch einmal, am 22. Juni 2024, getoppt. Dann steht der Vollmond noch etwas knapper über dem Südhorizont.
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Im südlichen Skandinavien, etwa in der norwegischen Hauptstadt Oslo, schafft es der Vollmond nach Mitternacht kaum über den Horizont. Noch weiter nördlich gibt es keine Juni-Vollmondnacht mehr zu erleben, denn hier scheint während 24 Stunden die Sonne.
Grund für die speziellen Verhältnisse der Mondbahn in diesem Jahr ist deren besondere Lage gegenüber der scheinbaren Sonnenbahn (auch Ekliptik genannt). Die Mondbahn ist um etwas mehr als 5° gegen die Bahn der Sonne gekippt. Weil die Schnittpunkte von Mond- und Sonnenbahn im Laufe des Jahres mit dem Frühlings- beziehungsweise Herbstpunkt zusammenfallen, addieren sich Mondbahnschräge und Ekliptikschiefe, womit der Vollmond im Dezember gut 5° oder zehn Mondbreiten höher steht als die Sonne zum Zeitpunkt des Sommeranfangs. Im Juni sind die Verhältnisse genau verkehrt; jetzt kulminiert der Vollmond 5° tiefer als die Mittagssonne am 21. Dezember. Natürlich spielt der genaue Vollmondzeitpunkt und das Zusammenfallen der Mondknoten mit den Äquinoktien eine entscheidende Rolle. Der absolute Optimalfall wäre, wenn all diese Faktoren gleichzeitig mit der Sommersonnenwende eintreten würden.
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Mit einem Feldstecher oder Fernrohr erscheinen Mondkrater, Berge und Täler an der Lichtschattengrenze des Mondes besonders plastisch, da hier die Sonnenstrahlen flach auf das Mondrelief fallen und lange Schatten werfen. Die beste Zeit für die Mondbeobachtung ist deshalb der zunehmende Mond zwischen Neumond und Vollmond am Abend, oder der abnehmende Mond in der zweiten Nachthälfte. Vollmond ist für die Mondbeobachtung ungünstig, da dann die Sonnenstrahlen fast senkrecht auf die Mondoberfläche fallen und keine Schatten werfen. Als Orientierungshilfe können Sie unsere interaktive Mondkarte verwenden, welche über 800 Krater und Mondmeere beinhaltet.
Mond-Beobachtungen |
Für Mondbeobachtungen ist das Zeitintervall vom 1. bis 10. und am dem 29. Juni besonders geeignet, weil dann die Schattengrenze von der Erde aus abends gut beobachtet werden kann. |
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Erdlicht |
Am 1., 2. und ab dem 28. Juni erhellt das reflektierte Erdlicht die sonnenabgewandte Mondoberfläche genügend, so dass die gesamte Mondscheibe abends von blossem Auge gut gesehen werden kann, und nicht nur die helle Mondsichel. Am Morgenhimmel kann der selbe Effekt zwischen 19. und 23. Juni beobachtet werden. |
Schmale Mondsichel |
In der Abenddämmerung am 26. Juni ist die schmale Mondsichel erstmals nach Neumond zu sehen. Am 24. Juni letztmals vor Neumond in der Morgendämmerung. |
Deep-Sky Beobachtungen |
Die abendliche Beobachtung von lichtschwachen Himmelsobjekten (z.B. Deep-Sky-Objekten wie Galaxien, Nebel, Sternhaufen) führt man am Besten zwischen 14. und 28. Juni, durch − dann stört das Mondlicht abends nicht. |
| Juni 2006 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die folgenden Daten beziehen sich auf den deutschsprachigen Raum. Verwenden Sie CalSKY, um ortsgenaue Zeiten und Abstandsdaten zu erhalten.
Saturn |
31. Mai ab Abenddämmerung bis 1. Juni um 1 Uhr
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Jupiter |
8. Juni, fast ganze Nacht
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Antares |
10. Juni, ganze Nacht
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Venus |
23. Juni, in der Morgendämmerung
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