Kometen im Juni 2006
Helle Kometen am Himmel zu sehen ist ein seltenes Erlebnis.
Kometen, die von blossem Auge gesehen werden können,
finden nur alle paar Jahren den Weg an unseren Himmel und dann auf Titelseiten von Zeitungen.
Leider ist momentan kein solches Ereignis in Sicht.
Im Mai konnte der Komet Schwassmann-Wachmann 3 (73P) beobachtet werden, wie er auseinander fiel −
mehrere Dutzend kleinere Kometen haben sich seither gebildet. Nun sind sämtliche Fragmente aber zu
nahe bei der Sonne und stossen in südlichere Regionen vor, so dass Schwassmann-Wachmann 3 nur
von der Südhalbkugel aus beobachtet werden kann. Sämtliche andere von Mitteleuropa aus beobachtbaren
Kometen sind momentan lichtschwächer als 12. Grösse.
Selbst heute noch haben diese eisigen Besucher einen Hauch von Mystik:
Die meisten Kometen erreichen nur einmal die warmen Zonen des inneren
Sonnesystems und sie kommen von weit entfernt, von der Grenze unseres
Sonnensystems. Nach der Vorführung von bis zu einigen Wochen Dauer
verschwinden sie wieder (häufig für immer) in den Tiefen des Weltraums,
brechen vielleicht in Sonnennähe auseinander oder stürzen sogar in die Sonne.
Etwa alle 5-10 Jahre erscheinen von blossem Auge sichtbare Kometen.
Mit einem Teleskop ist es aber jede Nacht möglich, gleich mehrere
dieser interessanten Himmelskörper zu sehen − allerdings wird
man selten einen Schweif erkennen können, sondern höchstens ein
verschwommenes Flecklein, oder sogar nur ein punktförmige Lichtquelle,
die sich im Laufe von Stunden merklich vor dem Fixsternhintergrund verschiebt.
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