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Planeten im April 2006

Sternwarten werden Ihnen abends den Ringplaneten Saturn zeigen. Jupiter taucht bei Nachtbeginn im Südosten auf und gewinnt leider nicht so schnell an Höhe. Mars steht beim Eindunkeln sehr hoch am Himmel, inmitten heller Fixsterne der Wintersternbilder. Venus taucht vor Beginn der nautischen Morgendämmerung im Ostsüdosten auf.

Saturn

Am Abendhimmel

Simulierte Ansicht von Saturn − laufend aktualisiert © CalSKY / A. Barmettler.
Saturn, aktuelle Ansicht

Der Ringplanet Saturn erreicht in den Abendstunden seinen höchsten Punkt seiner täglichen Bahn. Er steht dann rund 60° hoch im Süden − dem Eindruck nach fast schon im Zenit. Saturn ist jetzt das Highlight bei Sternwartenführungen − und der Anblick lohnt sich wirklich, wie aus der untenstehenden Simulation zu sehen ist. Die Ringebene schliesst sich nun übrigens laufend, bevor die Ringe im August/September 2009 für eine kurze Zeit gänzlich unsichtbar werden.



Mars

Abends und bis tief in die Nacht sichtbar

Unser äusserer Nachbarplanet Mars scheint noch so hell wie ein Stern 1. bis 1½. Grösse. Er verlässt im April das Sternbild Stier und wechselt in die Zwillinge. Mars steht in einem Gebiet, das reich an ähnlich hellen Sternen ist. Mars verrät sich aber dadurch, das sein Licht im Gegensatz zu den Fixsternen ruhiger strahlt. Im Amateurteleskop kann ein strukturloses orange-rötliches Scheibchen erkannt werden, noch etwa grösser als Uranus erscheinen würde. Auffällig ist einzig der grosse Beleuchtungsdefekt.

Am 3. April steht der Mond bei Mars. Um 23 Uhr befindet sich Mars bezüglich einem am Mond angebrachten Zifferblatt in Richtung 8 Uhr. Der etwas lichtschwächere Stern Al Nath steht dann in Richtung 4 Uhr und etwas näher beim Mond.



Jupiter

Ab Nachtbeginn und Morgens im Südwesten

Die Grafik zeigt die Höhe von Jupiter über Horizont zum Ende der nautischen Dämmerung (Sonnenhöhe -12°) aufgetragen relativ zur Himmelsrichtung. Ab April geht Jupiter gerade etwa zum Ende der nautischen Dämmerung auf. © CalSKY / A. Barmettler.
Abendsichtbarkeit 2006 von Jupiter
Ansicht von Jupiter − laufend aktualisiert. © CalSKY / A. Barmettler.
Jupiter, aktuelle Ansicht

Jupiter verfrüht seinen Aufgang auf die Zeit des Eindunkelns. Er befindet sich weiterhin im Sternbild Waage. Der Gasplanet ist deutlich heller als die Fixsterne und fällt auch durch sein ruhiges Licht auf.

Teleskopische Beoachtungen zeigen auf der Jupiterscheibe Wolkenbänder, manchmal den Grossen Roten Fleck und natürlich die vier hellsten Monde des Jupitersystems. Für die Beobachtung des Grossen Roten Flecks wird ein Amateurteleskop benötigt und der Fleck auf Jupiter sollte möglichst in Richtung der Erde zeigen. Diese Transitzeiten sind mit dem unterstehenden Link zu finden. Beobachtungen des Grossen Roten Flecks macht man am Besten ±1 Stunde um diese gelisteten Zeiten.

Stellung der Jupitermonde

Aktuelle Stellung der Jupitermonde, © CalSKY.com.

Die Beobachtung von Schattenspielen der vier grössten Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto ist bereits in einem kleinen astronomischen Teleskop möglich, und die Stellung der vier Jupitermonde um Jupiter bereits im Fernglas sichtbar.



Venus

Hell in der Morgendämmerung

Simulation des Venusanblicks. © CalSKY / A. Barmettler.
Venus, aktuelle Ansicht
Venus ist im Laufe vom April/Mai nur wenig über Horizont am Morgenhimmel zu sehen. Die Grafik zeigt die Höhe über Horizont, unter Angabe des Azimuts zum Zeitpunkt der bürgerlichen Dämmerung. © CalSKY / A. Barmettler.
Morgensichtbarkeit Anfang 2006 von Venus

Unser innerer Nachbarplanet Venus erreicht nun nicht mehr so hohe Höhen über Horizont während der Morgendämmerung. Venus erscheint bei Beginn der Morgendämmerung im Ostsüdosten. Sie entfernt sich im Monatslauf um einen Drittel von der Erde und entsprechend nimmt ihre Helligkeit leicht ab. Trotzdem ist sie mit ihren etwa -4.2 Grössenklassen leicht in der späteren Morgendämmerung zu finden.

Durch ein Teleskop kann im Monatslauf beobachtet werden, wie der Venusdurchmesser scheinbar kleiner wird. Gleichzeitig wird die Phase der anfangs noch fast als Halbvenus sichtbaren Venus voller.



Merkur

unsichtbar

Der sonnennächste Planet Merkur befindet sich am 8. April in grösster westlicher Elongation. Zwar erreicht Merkur mit fast 28° Winkelabstand von der Sonne den grössten Wert vom Jahr 2006, der Verlauf der Merkurbahn ist aber so ungünstig, dass von Mitteleuropa aus Merkur fast nicht gefunden werden kann. Die noch besten dieser schlechten Gelegenheiten würden sich am ehesten in den ersten fünf Apriltagen bei Beginn der bürgerlichen Morgendämmerung bieten.

Die nächste gute Abendsichtbarkeit von Merkur für Mitteleuropa ist im Juni.



Uranus, Neptun

Unsichtbar

Neptun erreichte am 6. Febuar die Konjunktionsstellung, und Uranus stand am 1. März in Konjunktion mit der Sonne. Beide Planeten sind im April praktisch nicht beobachtbar, weil sie sich in tieferen Regionen der Ekliptik aufhalten.



Weiterführende Links



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18.03.2006 17:01 Uhr, Arnold Barmettler

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