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Planeten im Januar 2006

Venus kann anfang Januar in der Abenddämmerung und ab etwa 20. Januar in der Morgendämmerung beobachtet werden. Mars steht abends hoch im Süden. Saturn erreicht die Oppositionsstellung und bedeckt am 25. Januar einen Fixstern. Jupiter kann am Morgenhimmel gesehen werden.

Venus

Bis 9. Januar in der Abenddämmerung, ab 18. Januar in der Morgendämmerung

Simulation des Venusanblicks. © CalSKY / A. Barmettler.
Venus, aktuelle Ansicht
Anfang Januar steht Venus hell in der Abenddämmerung, um nur wenige Tage später am Morgenhimmel zu erscheinen. Grafik der Höhe über Horizont, unter Angabe des Azimuts zum Zeitpunkt der bürgerlichen Dämmerung. © CalSKY / A. Barmettler.
Abendsichtbarkeit Anfang 2006 von Venus

Morgensichtbarkeit Anfang 2006 von Venus

Venus ist die ersten beiden Wochen im Jahr nach Sonnenuntergang im Südwesten zu finden. Am 14. Januar erreicht Venus die untere Konjunktionsstellung mit der Sonne, wobei sie 5½° nördlich an der Sonne vorbei zieht. Tatsächlich nähert sich Venus auf ihrer sonnennäheren Bahn rasch der Erde, die sie am 13./14. Januar innen überholen wird. Bereits wenige Tage noch der Konjunktion kann Venus tief in der Morgendämmerung gesehen werden. Die rechts stehenden Grafiken zeigen die rasche Bewegung der Venus am Abend-, respektive Morgenhimmel, gezeichnet für jeweils den Zeitpunkt des Sonnenstands von 6° unter (mathematischem) Horizont.

Durch ein Teleskop kann im Monatslauf beobachtet werden, wie der Venusdurchmesser scheinbar bis zum Zeitpunkt der Konjunktion grösser wird. Gleichzeitig ist nur eine ganz schmale Venussichel zu sehen.

Das menschliche Auge hat theoretisch ein Auflösungsvermögen von etwa 60 Bogensekunden. In diesem Monat erreicht Venus fast diese Grösse. Beobachter mit scharfen Augen können deshalb versuchen, die schmale Venussichel als solche zu erkennen. Im Fernglas sollte dies übrigens problemlos möglich sein.

Die schmale, junge Mondsichel steht am 1. Januar in der Abenddämmerung bei Venus.



Saturn

In Opposition − ganze Nacht sichtbar

Saturn erreicht am 27. Januar kurz vor Mitternacht die Oppositionsstellung, steht also bezüglich der Erde der Sonne gegenüber. Somit geht der Planet bei Sonnenuntergang auf und bei Sonnenuntergang unter − ist somit die gesamte Nacht zu sehen. Nach Mitternacht kulminiert Saturn in Höhen um 60° über Horizont. Der Saturn dürfte nun für die nächsten Monate das Highlight bei öffentlichen Sternwartenführungen sein. Amateurastronomen finden ab Nachtbeginn bereits gute Verhältnisse für die Beobachtung des Ringplaneten vor. Bis Ende Februar übersteigt der Scheibendurchmesser von Saturn die Marke von 20 Bogensekunden.

Simulierte Ansicht von Saturn − laufend aktualisiert © CalSKY / A. Barmettler.
Saturn, aktuelle Ansicht

Die Grafik zeigt die Höhe von Saturn über Horizont zum Ende der nautischen Dämmerung (Sonnenhöhe -12°) aufgetragen relativ zur Himmelsrichtung. Ab Jahresbeginn geht Saturn gerade etwa zum Ende der nautischen Dämmerung auf. Rasch steigt der Ringplanet empor und kulminiert im April bereits um diese Zeit im Süden. © CalSKY / A. Barmettler.
Abendsichtbarkeit Frühjahr 2006 von Saturn

Saturn bedeckt am 25. Januar einen Fixstern

Saturnposition bei Beginn der Sternbedeckung (links, 19.45 MEZ) und nach dem Ende (rechts, 21.50 MEZ). Der Stern ist SAO 98054 und besitzt eine Helligkeit von 7.9mag.
Sternbedeckung durch Saturn am 25. Januar 2006 Sternbedeckung durch Saturn am 25. Januar 2006

Am 25. Januar bedeckt der Ringplanet Saturn den Fixstern SAO 98054 (TYC 1395-1113-1) von Mitteleuropa aus gesehen etwa zwischen 19.45 und 21.50 MEZ. Der Stern selber ist mit 8. Grössenklasse leider nicht wesentlich heller als der hellste Mond von Saturn, Titan. In der Grafik ist der Stern unterhalb zwischen den beiden Saturnabbildungen zu finden. Die Saturnposition links ist für 19.45 gezeichnet, die zweite (rechts) für 21.50. Die Bedeckung beginnt durch eine ausführliche Bedeckungen der Ringe. Zu Beginn steht der Planet etwas mehr als 20° über Horizont. Interessant dürfte das fünfminütige Auftauchen des Sterns durch die Cassini-Teilung sein (etwa ab 19.56 MEZ). Um 21.07 beginnt die Bedeckung durch die Planetenscheibe (unsichtbar, Stern hinter Saturnring). Das Ende der Bedeckung erfolgt durch die Planetenscheibe von Saturn gegen 21.50 MEZ.

Eine teleskopische Beobachtung wird durch die Helligkeit von Saturn nicht einfach sein, Amateurastronomen werden sich dieses Ereignis jedoch trotzdem nicht entgehen lassen − ist es doch für Europa die einzige Bedeckung eines helleren Stern durch Saturn in diesem Jahrhundert! (Zeiten für Deutschland berechnet von Dave Herald).



Mars

Abends bis tief in die Nacht sichtbar

Mars hält sich im Januar im Sternbild Steinbock auf. Seit seiner guten Oppositionsstellung Anfang November 2005 hat sich Mars ein gutes Stück von der Erde entfernt und leuchtet nur noch als Stern 0. Grössenklasse, zudem schrumpt der Scheibendurchmesser auf unter 10 Bogensekunden, was für die meisten Amateurteleskope zu klein ist, um Oberflächendetails zu zeigen.

Von blossem Auge wird Mars ab der Abenddämmerung aber weiterhin auffallen. Er steht dann bereits hoch im Osten und leuchtet mit ruhigem Licht in oranger Farbe. Am 21. Januar beginnt auf der Nordhemispäre des Mars der Frühling.

Am 8. Januar steht der Mond beim Mars.



Jupiter

Morgens im Südosten

Jupiter hat sich bereits wieder 30° von der Sonne entfernt, so dass er nun wieder in der Morgendämmerung gefunden werden kann. Zu Jahresende wächst die Elongation auf 57° an. Der Gasplanet ist deutlich heller als die Fixsterne im südöstlichen Himmelsabschnitt, in dem er sich aufhält.



Merkur

Allenfalls noch die ersten 2-3 Januartage in der Morgendämmerung

Merkur taucht rasch in die Morgendämmerung ein und erreicht am 26. Januar die obere Konjunktion mit der Sonne, befindet sich dann in Erdferne. An den ersten Januartagen kann Merkur vor Sonnenuntergang noch kapp über Horizont erhascht werden − ein Fernglas dürfte hierfür hilfreich sein.

Merkur startet im Februar dann zu seiner besten Abendsichtbarkeit in diesem Jahr.



Uranus, Neptun

Allenfalls noch in der Abenddämmerung

Uranus kann um Nachtbeginn abends noch beobachtet werden, bevor er im Febuar in der Abendämmerung verschwindet (Konjunktion am 1. März). Neptun erreicht im Februar die Konjunktionsstellung und ist im Januar praktisch nicht mehr beobachtbar.

Wenn Sie Uranus aufsuchen möchten, erstellen Sie sich bitte eine aktuelle Aufsuchkarte (die Bildausschnittshöhe entspricht jeweils etwa dem Winkel, der eine gespreizte, ausgestreckte Hand aufspannt):



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25.01.2006 14:11 Uhr, Arnold Barmettler

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