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In der Abenddämmerung leuchtet Venus hell im Südwesten, während Mars im Nordosten steht. Im Oktober und Anfangs November steht uns Mars so nahe wie für 13 Jahre nicht mehr: Entsprechend hell und auffällig leuchtet er in seiner orangen Farbe. Saturn geht zwischen 21 und 23 Uhr auf und steht am Morgen hoch im Süden.
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Ganze Nacht − auffälligstes Objekt am Nachthimmel und beste Beobachtungsbedingungen bis 2018
Die Oppositionsstellung erreicht Mars am 7. November. Bereits am 30. Oktober stand er in Erdnähe − so nahe wie bis 2018 nicht mehr. Von blossem Auge wird Mars ab der Abenddämmerung auch dem astronomischen Laien auffallen. Er steht dann noch tief im Nordosten, aber sein vergleichsweise ruhiges orang-rötlichen Licht macht ihn in der Himmelsregion auffällig. Seine Helligkeit nimmt im Monatslauf bereits wieder um 0.6 Grössenklassen ab. Am Monatsersten scheint Mars mit unübersehbaren 2.3 Grössenklassen. Nach dem Untergang von Venus in der Abenddämmerung scheint Mars heller als alle anderen natürlichen Himmelsobjekte (neben Sonne und Mond). Bis am 5. November übertrifft der Durchmesser von Mars noch die 20 Bogensekunden-Marke. Sein Durchmesser schrumpft im Monatslauf um 15%. Bereits kleinere Amateurteleskope zeigen Oberflächenstrukturen. Diese erscheinen visuell als relativ kontrastarme hellere und dünklere Gebiete. Ende Oktober hat sich ein grosser Sandsturm gebildet, der im Bereich um Zentralmeridian 5° als helles Gebiet gesehen werden kann (allerdings nicht während der ersten Novemberhälfte von Europa aus). Momentan kehrt uns Mars den Südpol zu. Da der Südsommeranfang auf Mars bereits am 16. August war, ist die Polkappe grösstenteils abgeschmolzen. Deshalb ist nun im Vergleich zu 2003 die Polkappe visuell nicht mehr auszumachen. Bei CalSKY finden Sie für den Vergleich mit dem Anblick durch Ihr Okular neu die Möglichkeit, den Teleskopdurchmesser angeben zu können. Entsprechend der theoretischen Teleskopauflösung erscheint dann das simulierte Bild mehr oder weniger stark verwaschen. Zudem wird regelmässig die ungefähre Ausdehnung der Polkappen nachgeführt (Staubstürme und lokale Wetterphänomene allerdings nicht). Mit Hilfe der Webcam-Technik können auch Amateurastronomen kontrastreiche Aufnahmen erzielen. Dabei werden Hunderte bis Tausende Bilder aufgezeichnet und manuell oder automatisch die besten Bilder ausgesucht. Anschiessend werden diese addiert. Es entsteht ein kontrastreiches Bild, wie sie vor wenigen Jahren nur professionelle Sternwarten erzeugen konnten. Obwohl die seit Jahrtausenden nächste Annäherung von Mars an die Erde vor zwei Jahren statt gefunden hat, hat die Opposition in diesem Jahr für uns einen grossen Vorteil: Mars steht 32° höher am Nachthimmel und Beobachtungen sind bei Kulminationshöhen bis zu 60° über Horizont deutlich weniger durch atmosphärische Turbulenzen gestört als damals. Für Amateurteleskope bleibt Mars bis etwa Januar interessant. Erst Mitte Januar schrumpft sein scheinbarer Durchmesser auf unter 10 Bogensekunden. Am 14. November steht der fast volle Mond beim Mars.
VenusSehr hell bis zum Nachtbeginn
Venus steht bei Sonnenuntergang nun höher am Himmel. Ende Monat geht die helle Venus, als Abendstern, bis zu 2½ Stunden nach der Sonne unter. Am 3. November erreicht Venus die grösse östliche Elongation von der Sonne. Sie befindet sich dann 47° von der Sonne entfernt. Ist der Himmel über dem Sonnenuntergangspunkt genügend dunkel (etwa Sonnenhöhe -9°), fällt Venus als heller, unübersehbarer Leuchtpunkt mit relativ ruhigem Licht auf. Durch ein Teleskop kann im Monatslauf beobachtet werden, wie der Venusdurchmesser scheinbar fast 50% grösser wird. Anfang Monat zeigt sich der Planet als Halbvenus (Dichotomie am 2. November). Langsam verändert sich anschliessend die Ansicht zu einer Sichel. Die schmale Mondsichel steht am 5. November bei Venus.
SaturnErscheint am späterem Abend und ist bis am Morgen sichtbar
Der Ringplanet Saturn erscheint nun schon im Laufe der Abendstunden auf der Himmelsbühne. Er verfrüht dabei seinen Aufgang von etwa 22.30 auf 21.00 Uhr MEZ. Saturn kulminiert vor Beginn der Morgendämmerung in Höhen bis 60° über Horizont. Für Frühaufsteher ist der Anblick des Ringplaneten durch eine Teleskop ein Leckerbissen!
JupiterAb Monatsende im Südosten Jupiter stand am 22. Oktober in Konjunktion mit der Sonne und geht nur wenig vor der Sonne auf. Erst Ende Monat kann der Gasplanet in der frühen Morgendämmerung tief am Südost-Horizont gefunden werden. Am 29. November steht die Mondsichel bei Jupiter in der Morgendämmerung.
MerkurUnsichtbar Der sonnennächste Planet Merkur steht am 3. November in östlicher Elongation, befindet sich dann 24° von der Sonne entfernt. Leider steht Merkur abends nur wenig höher als die Sonne, so dass Merkur in den beiden ersten November-Wochen nur mit viel Glück und sehr tiefem Horizont gefunden werden kann. Merkur kann in diesem Monat am besten am Taghimmel beobachtet werden; dies ist allerdings nur erfahrenen Amateurastronomen zu empfehlen. Ende November wird Merkur dann zu seiner besten Morgensichtbarkeit im Jahr 2005 starten.
Uranus und NeptunErste Nachthälfte
Uranus und Neptun können am Abendhimmel beobachtet werden. Beide Planeten kulminieren bereits während den frühen Abendstunden. Der Gasriese Uranus erreicht dabei Höhen über Horizont von etwa 27-35°. Die bläuliche Scheibchenform von 3.5 Bogensekunden Durchmesser kann bereits im Amateurteleskop erkannt werden. Der Planet selber kann mit Hilfe eines Fernglasses und einer Sternkarte im Sternbild Wassermann gefunden werden. Neptun erreicht noch tiefere Kulminationshöhen um 20-27°. Trotzdem dürfte ein besseres Amateurteleskop Neptun bei sehr ruhiger Atmosphäre gerade noch als Scheibe mit 2.2 Bogensekunden Durchmesser zeigen. Neptun befindet sich im Sternbild Steinbock und ist schon durch ein kleines Fernrohr sichtbar − wenn man weiss wo er gefunden werden kann: Wenn Sie diese beiden Planeten aufsuchen möchten, erstellen Sie sich bitte eine aktuelle Aufsuchkarte (die Bildausschnittshöhe entspricht jeweils etwa dem Winkel, der eine gespreizte, ausgestreckte Hand aufspannt):
Weiterführende Links
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