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In der Abenddämmerung ist Venus hell als Abendstern zu sehen. Kaum ist Venus untergegangen taucht das Paradeobjekt dieses Herbstes im Nordosten auf: der Mars. Er kommt uns für 13 Jahre nicht mehr so nahe wie in diesem Oktober. Entsprechend hell und auffällig leuchtet er in seiner orangen Farbe. Saturn geht nach Mitternacht auf und steht am Morgen hoch im Süden.
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Ganze Nacht − auffälligstes Objekt am Nachthimmel und beste Beobachtungsbedingungen bis 2018
Am 30. Oktober steht um 4.25 MEZ der Mars in Erdnähe − so nahe wie bis 2018 nicht mehr (die Oppositionsstellung erreicht er erst am 7. November). Von blossem Auge wird Mars ab der Abenddämmerung auch dem astronomischen Laien auffallen. Er steht dann noch tief im Osten, aber sein vergleichsweise ruhiges rötlich-orangen Licht macht ihn in der Himmelsregion einmalig. Seine Helligkeit nimmt im Monatslauf nachmals um 0.6 Grössenklassen zu und er scheint Ende Monat mit unübersehbaren −2.3 Grössenklassen − er ist dann nach dem frühen Untergang der Venus das hellste Objekt am Nachthimmel (neben dem Mond und einigen künstlichen Objekten natürlich). Jetzt ist nun die Zeit für alle Mars-Fans gekommen: der scheinbare Durchmesser übertrifft zwischen 23. Oktober und 5. November die 20 Bogensekunden-Marke. Im Amateurteleskop zeigen sich dunkle und helle Flecken, die dank der Webcam-Technik zu detailreichen Aufnahmen verfeinert werden können. Momentan ist uns (wie im Herbst 2003) der Marssüdpol zugeneigt. Im Gegensatz zu 2003 ist nun aber der Südsommer auf Mars schon recht fortgeschritten (Südsommeranfang war am 16. August 2005), so dass nur noch ein kleiner Rest der weisslichen Polkappe erhalten geblieben ist. Obwohl die seit Jahrtausenden nächste Annäherung von Mars an die Erde vor zwei Jahren statt gefunden hat, hat die Opposition in diesem Jahr für uns einen grossen Vorteil: Mars steht 32° höher am Nachthimmel und Beobachtungen sind bei Kulminationshöhen bis zu 60° über Horizont deutlich weniger durch atmosphärische Turbulenzen gestört als damals. Sein Durchmesser wächst im Monatslauf um über einen Achtel auf über 20 Bogensekunden an. Ab einer Grösse von 10" zeigen gute Amateurteleskope auch visuell die stärksten Oberflächenkontraste. Bei CalSKY finden Sie für den Vergleich mit dem Anblick durch Ihr Okular neu die Möglichkeit, den Teleskopdurchmesser angeben zu können. Entsprechend der theoretischen Teleskopauflösung erscheint dann das simulierte Bild mehr oder weniger stark verwaschen. Zudem wird regelmässig die ungefähre Ausdehnung der Südpolkappe nachgeführt.
VenusSehr hell in der Abenddämmerung
Venus kann in der Abenddämmerung noch bis gut 1½ Stunden nach Sonnenuntergang beobachtet werden. Bei Beginn der bürgerlichen Dämmerung steht Venus nur etwa eine Handbreite (8°) über dem Horizont, obwohl sie sich 45° von der Sonne entfernt befindet (Elongation). Ist der Himmel über dem Sonnenuntergangspunkt genügend dunkel (etwa Sonnenhöhe -9°), fällt Venus als heller, unübersehbarer Abendstern auf. Durch ein Teleskop kann im Monatslauf beobachtet werden, wie die Venusscheibe scheinbar 40% grösser wird. Ebenfalls nimmt der Beleuchtungsdefekt zu (die Breite des unbeleuchteten Teils der Venusscheibe). Halbvenus (Dichotomie) ist am 2. November. Die schmale Mondsichel steht am 7. Oktober bei Venus.
SaturnAm Morgenhimmel Saturn verfrüht seinen Aufgang von etwa 3.30 auf 1.30 Uhr MESZ. Somit erreicht er in der Morgendämmerung bereits wieder Höhen um 45° über Horizont − für Frühaufsteher ist der Anblick des Ringplaneten durch eine Teleskop ein Leckerbissen.
JupiterUnsichtbar Jupiter steht am 22. Oktober in Konjunktion mit der Sonne und ist deshalb von der Erde aus in diesem Monat nicht zu sehen.
MerkurUnsichtbar Merkur kann in diesem Monat höchstens am Taghimmel beobachtet werden. Erst Ende November wird Merkur dann zu seiner besten Morgensichtbarkeit starten.
Uranus und NeptunErste Nachthälfte
Uranus und Neptun können noch bevorzugt in der ersten Nachthälfte beobachtet werden. Beide Planeten kulminieren während der Abenddämmerung. Der Gasriese Uranus erreicht dabei Höhen über Horizont von etwa 27-35°. Die bläuliche Scheibchenform von 3.6 Bogensekunden Durchmesser kann bereits im Amateurteleskop erkannt werden. Der Planet selber kann mit Hilfe eines Fernglasses und einer Sternkarte im Sternbild Wassermann gefunden werden. Neptun erreicht noch tiefere Kulminationshöhen um 20-27°. Trotzdem dürfte ein Amateurteleskop Neptun bei sehr ruhiger Atmosphäre gerade noch als Scheibe mit 2.3 Bogensekunden Durchmesser zeigen. Neptun befindet sich im Sternbild Steinbock und ist schon durch ein kleines Fernrohr oder durch ein Fernglas sichtbar. Wenn Sie diese beiden Planeten aufsuchen möchten, erstellen Sie sich bitte eine aktuelle Aufsuchkarte (die Bildausschnittshöhe entspricht jeweils etwa dem Winkel, der eine gespreizte, ausgestreckte Hand aufspannt):
Weiterführende Links
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