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Planeten im September 2005

In der Abenddämmerung ist Venus hell als Abendstern zu sehen. Am 1. September steht sie nur 1.2° vom etwas weniger hellen Jupiter entfernt − Jupiter selber ist noch bis Ende Monat zu sehen. Mars hellt in diesem Monat stark auf und verfrüht seinen Aufgang auf etwa 21.30 Uhr. Er fällt durch sein rötliches, ruhiges Licht auf. Saturn geht Ende Monat gegen 1.30 Uhr auf und Merkur ist noch die erste Woche in der Morgendämmerung zu sehen.


Venus

Sehr hell in der Abenddämmerung

Simulation des Venusanblicks. © CalSKY / A. Barmettler.
Venus, aktuelle Ansicht
Venus steht sehr auffällig in der Abenddämmerung © CalSKY / A. Barmettler.
Abendsichtbarkeit 2005 von Venus

Venus kann in der Abenddämmerung noch bis gut 1¼ Stunden nach Sonnenuntergang beobachtet werden. Bei Beginn der bürgerlichen Dämmerung steht Venus nur etwa eine Handbreite (8°) über dem Horizont, obwohl sie sich 40° von der Sonne entfernt befindet (Elongation). Ist der Himmel über dem Sonnenuntergangspunkt genügend dunkel (etwa Sonnenhöhe -9°), fällt Venus als heller, unübersehbarer Abendstern auf.

Durch ein Teleskop kann im Monatslauf beobachtet werden, wie die Venusscheibe scheinbar 25% grösser wird. Ebenfalls nimmt der Beleuchtungsdefekt zu (die Breite des unbeleuchteten Teils der Venusscheibe). Halbvenus (Dichotomie) ist aber erst im November.

Konjunktion Venus mit Jupiter

An den ersten Tagen im September stehen die beiden hellsten Planeten Venus und Jupiter nahe beisammen in der Abenddämmerung − ein auffälliger Anblick, der sicherlich einige Male für 'Ufo-Meldungen' herhalten muss. Die nächste Annäherung ist mit weniger als drei Vollmonddurchmesser am Abend des 1. Septembers.

Die schmale Mondsichel steht am 7. September bei Venus.



Jupiter

Verfrüht seinen Untergang in die Abenddämmerung

Jupiter kann noch diesen Monat in der Abenddämmerung im Westen beobachtet werden. Er verfrüht seinen Untergang von anfangs 21.30 Uhr MESZ auf etwa 19.45 Uhr.

Stellung der Jupitermonde

Die Beobachtung von Schattenspielen der vier grössten Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto ist bereits in einem kleinen astronomischen Teleskop möglich, und die Stellung der vier Jupitermonde um Jupiter bereits im Fernglas sichtbar.


Mars

Mars, aktuelle Ansicht
Ansicht von Mars - alle 10 Minuten aktualisiert © CalSKY / A. Barmettler.

Verfrüht seinen Aufgang von 22 auf 21 Uhr − hellstes Objekt am Nachthimmel

Mars nähert sich rasch der Erde. Die für einige Jahre beste Erdnähe wird er am 30. Oktober erreichen. Obwohl die seit Jahrtausenden nächste Annäherung von Mars an die Erde vor zwei Jahren statt gefunden hat, hat die Opposition in diesem Jahr für uns einen grossen Vorteil: Mars steht 32° höher am Nachthimmel und Beobachtungen sind deutlich weniger durch atmosphärische Turbulenzen gestört. Noch ist es aber nicht so weit, und für ideale teleskopische Beobachtungsverhältnisse der Oberflächendetails muss man sich bis zum Beginn der Morgendämmerung gedulden.

Von blossem Auge wird Mars nun ab 22 Uhr auch dem astronomischen Laien auffallen. Er steht dann noch tief im Osten, aber sein ruhiges rötliches Licht macht ihn in der Himmelsregion einmalig. Seine Helligkeit nimmt im Monatslauf um 0.7 Grössenklassen zu und er scheint Ende Monat mit −1.7 Grössenklassen − er ist dann also das hellste Objekt am Nacht-, bzw. Morgenhimmel (neben dem Mond und einigen künstlichen Objekten natürlich).

Sein Durchmesser wächst im Monatslauf um über einen Viertel auf knapp 18 Bogensekunden an. Ab einer Grösse von 10" zeigen gute Amateurteleskope auch visuell die stärksten Oberflächenkontraste. Bis Ende Oktober wird sich der scheinbare Durchmesser noch auf 20.2" vergrössern. Bei CalSKY finden Sie für den Vergleich mit dem Anblick durch Ihr Okular neu die Möglichkeit, den Teleskopdurchmesser angeben zu können. Entsprechend der theoretischen Teleskopauflösung erscheint dann das simulierte Bild mehr oder weniger stark verwaschen. Zudem wird wöchentlich die ungefähre Ausdehnung der Südpolkappe nachgeführt.



Saturn

Am Morgenhimmel

Saturn verfrüht seinen Aufgang von etwa 3.30 auf 1.30 Uhr MESZ. Somit erreicht er in der Morgendämmerung bereits wieder Höhen um 45° über Horizont − für Frühaufsteher ist der Ringplanet ein Leckerbissen.


Merkur

Noch die erste September-Woche in der Morgendämmerung

Ansicht von Merkur © CalSKY / A. Barmettler.
Merkur, aktuelle Ansicht wird laufend aktualisiert
Merkur in der Abenddämmerung, dargestellt relativ zur Sonne. Die Sonne wäre jeweils 6° unter Horizont (bürgerliche Dämmerung). © CalSKY / A. Barmettler.
Morgensichtbarkeit August/September 2005 von Merkur

Merkur beendet nach der ersten September-Woche eine gute Morgensichtbarkeit. Bereits am 18. September steht er in oberer Konjuktion mit der Sonne und ist unsichtbar (er zeigt sich allerdings auffällig auf den Aufnahmen der Umgebung der Sonne des Sonnenteleskop-Satelliten SOHO).



Uranus und Neptun

Ganze Nacht

Ansicht von Uranus © CalSKY / A. Barmettler.
Uranus, virtuelle Ansicht

Uranus steht in der Nacht auf den 1. September in Opposition. Der Gasriese Uranus erreicht zur Kulmination Höhen über Horizont von etwa 27-35°. Die bläuliche Scheibe von 3.7 Bogensekunden Durchmesser kann im Teleskop gesehen werden.

Neptun erreichte am 8. August die Oppositionsstellung und ist nun noch fast die gesamte Nacht sichtbar. Leider fällt die Kulminationshöhe mit 20-25° nur sehr bescheiden aus. Trotzdem dürfte ein Amateurteleskop Neptun gerade noch als Scheibe mit 2.3 Bogensekunden Durchmesser zeigen. Neptun befindet sich im Sternbild Steinbock und ist schon durch ein kleines Fernrohr oder durch ein Fernglas sichtbar.

Beide Planeten bieten sich deshalb für die Beobachtung an. Wenn Sie diese beiden Planeten aufsuchen möchten − die sternenförmigen Punkte sind bereits im Fernglas sichtbar, und im Teleskop erkennen Sie eine Scheibchenform − erstellen Sie sich bitte eine aktuelle Aufsuchkarte (die Bildausschnittshöhe entspricht jeweils etwa dem Winkel, der eine gespreizte, ausgestreckte Hand aufspannt):



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01.09.2005 20:08 Uhr, Arnold Barmettler

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