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Planeten im August 2005

In der Abenddämmerung ist Venus hell als Abendstern zu sehen. Im Monatslauf holt sie Jupiter ein und überholt ihn. Bereits vor Mitternacht geht Mars im Osten auf. Er ist das auffälligste Objekt am Nachthimmel und überstrahlt mit rötlichem Licht alle Fixsterne. Merkur und Saturn können ab etwa 20. August in der Morgendämmerung gefunden werden.


Jupiter

Ansicht von Jupiter − laufend aktualisiert.
Jupiter, aktuelle Ansicht

Verfrüht seinen Untergang in die Abenddämmerung

Jupiter kann in diesem Monat abends noch im Westen beobachtet werden. Er verfrüht seinen Untergang von anfangs 23 Uhr MESZ auf etwa 21 Uhr. In der Abenddämmerung zeigen teleskopische Beoachtungen Wolkenbänder, manchmal den Grossen Roten Fleck und natürlich die vier hellsten Monde des Jupitersystems. Für die Beobachtung des Grossen Roten Flecks wird ein Amateurteleskop benötigt und der Fleck auf Jupiter sollte möglichst in Richtung der Erde zeigen. Diese Transitzeiten sind mit dem unterstehenden Link zu finden. Beobachtungen des Grossen Roten Flecks macht man am Besten ±1 Stunde um diese gelisteten Zeiten.

Am Abend des 9. August steht der Mond beim Jupiter.

Stellung der Jupitermonde

Die Beobachtung von Schattenspielen der vier grössten Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto ist bereits in einem kleinen astronomischen Teleskop möglich, und die Stellung der vier Jupitermonde um Jupiter bereits im Fernglas sichtbar.



Venus

Sehr hell in der Abenddämmerung

Venus steht sehr auffällig in der Abenddämmerung © CalSKY / A. Barmettler.
Abendsichtbarkeit 2005 von Venus

Venus kann in der Abenddämmerung noch bis gut 1¼ Stunden nach Sonnenuntergang beobachtet werden. Bei Beginn der bürgerlichen Dämmerung steht Venus nur etwa eine Handbreite (8°) über dem Horizont, obwohl sie sich 35° von der Sonne entfernt befindet (Elongation). Ist der Himmel über dem Sonnenuntergangspunkt genügend dunkel, fällt Venus als heller, unübersehbarer Abendstern auf.

Durch ein Teleskop kann im Monatslauf beobachtet werden, wie die Venusscheibe scheinbar etwas grösser wird. Ebenfalls nimmt der Beleuchtungsdefekt zu (die Breite des unbeleuchteten Teils der Venusscheibe).



Mars

Mars, aktuelle Ansicht
Ansicht von Mars - alle 10 Minuten aktualisiert © CalSKY / A. Barmettler.

Aufgang vor Mitternacht − dann hellstes Objekt am Himmel

Mars geht nun vor Mitternacht auf. Er bereitet sich langsam auf seine gute Oppositionsstellung ein, welche er im November erreichen wird. Seine Helligkeit nimmt um ½ Grössenklassen zu und er scheint Ende Monat mit −1.0 Grössenklassen − er ist dann also das hellste Objekt am Nacht-, bzw. Morgenhimmel (neben dem Mond und einigen künstlichen Objekten natürlich). Seine rötliche Farbe dürfte ihn auch für Laien auffällig machen. Mars wechselt vom Sternbild Fische kurz in den Wahlfisch, bevor er den grössten Teil des Monats im Sternbild Widder verbringt.

Sein Durchmesser wächst im Monatslauf um über einen Viertel auf 14 Bogensekunden an. Ab einer Grösse von 10" zeigen gute Amateurteleskop auch visuell die stärksten Oberflächenkontraste. Bis im November wird sich der scheinbare Durchmesser noch auf 20.2" vergrössern. Bei CalSKY finden Sie für den Vergleich mit dem Anblick durch Ihr Okular neu die Möglichkeit, den Teleskopdurchmesser angeben zu können. Entsprechend der theoretischen Teleskopauflösung erscheint dann das simulierte Bild mehr oder weniger stark verwaschen. Zudem wird wöchentlich die ungefähre Ausdehnung der Südpolkappe nachgeführt.


Merkur

Ab 20. August in der Morgendämmerung

Ansicht von Merkur © CalSKY / A. Barmettler.
Merkur, aktuelle Ansicht wird laufend aktualisiert
Merkur in der Abenddämmerung, dargestellt relativ zur Sonne. Die Sonne wäre jeweils 6° unter Horizont (bürgerliche Dämmerung). © CalSKY / A. Barmettler.
Morgensichtbarkeit August/September 2005 von Merkur

Am 6. August befindet sich Merkur zwischen der Erde und der Sonne in unterer Konjunktion. Er ist dann nicht von der Erde aus beobachtbar (er zeigt sich allerdings auffällig auf den Aufnahmen der Umgebung der Sonne des Sonnenteleskop-Satelliten SOHO). Am 24. August erreicht Merkur seine grösste westliche Elongation von der Sonne und steht rund 27° von unserem Zentralgestirn entfernt. Im Teleskop zeigt sich Merkur dann als Halbmerkur.

Obwohl sich Merkur rasch von der Erde entfernt und sich sein scheinbarer Durchmesser fast halbiert, wird er bis Ende August immer heller. Die besten Bedingungen findet man deshalb Ende Monat vor. Merkur sollte dann auch von blossem Auge einfach in der Morgendämmerung zu sehen sein. In der selben Himmelsregion steht momentan Saturn. Er steht höher als Merkur und ist weniger hell.



Saturn

Ab Monatsmitte in der Morgendämmerung

Nachdem Saturn am 23. Juli in Konjunktion zur Sonne stand, kann er ab Mitte Monat bereits wieder am Morgenhimmel gefunden werden. Hierfür dürfte allerdings ein Fernglas notwendig sein. Saturn darf nicht mit dem Planeten Merkur verwechselt werden, der sich Saturn nähert. Merkur steht jeweils unterhalb von Saturn und ist etwas heller.



Uranus und Neptun

Ganze Nacht

Ansicht von Uranus © CalSKY / A. Barmettler.
Uranus, virtuelle Ansicht

Neptun erreicht am 8. August die Oppositionsstellung und ist dann die gesamte Nacht sichtbar. Leider fällt die Kulminationshöhe mit 20-25° nur sehr bescheiden aus. Trotzdem dürfte ein Amateurteleskop Neptun gerade noch als Scheibe mit 2.3 Bodensekunden Durchmesser zeigen. Neptun befindet sich im Sternbild Steinbock und ist schon durch ein kleines Fernrohr oder durch ein Fernglas sichtbar.

Uranus steht in der Nacht auf den 1. September in Opposition. Der Gasriese Uranus erreicht zur Kulmination Höhen über Horizont von etwa 27-35°. Die bläuliche Scheibe von 3.7 Bogensekunden Durchmesser kann im Teleskop gesehen werden.

Wenn Sie diese beiden Planeten aufsuchen möchten − die sternenförmigen Punkte sind bereits im Fernglas sichtbar, und im Teleskop erkennen Sie eine Scheibchenform − erstellen Sie sich bitte eine aktuelle Aufsuchkarte (die Bildausschnittshöhe entspricht jeweils etwa dem Winkel, der eine gespreizte, ausgestreckte Hand aufspannt):



Weiterführende Links



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28.07.2005 14:41 Uhr, Arnold Barmettler

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