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Planeten im August 2004

Jupiter kann in der Abenddämmerung im Westen gesehen werden. Die weiteren klassischen Planeten Venus (in grösster Elongation von der Sonne), Saturn und Merkur (Ende Monat) stehen am Morgenhimmel; Mars ist unsichtbar. Die beiden Gasriesen Uranus und Neptun stehen in Opposition.


Jupiter

In der Abenddämmerung im Westen

Jupiter ist im August das einzige der seit der Antike bekannten Planeten, der noch einigermassen am Abendhimmel beobachtet werden kann. Anfang Monat verabschiedet er sich noch 90 Minuten nach der Sonne am Westhorizont, Ende August geht er nur 30 Minuten nach der Sonne unter, ist dann also nur noch schwer zu entdecken.


Uranus und Neptun

Beste Beobachtungsbedingungen für 2004

Ansicht von Uranus © CalSKY / A. Barmettler.
Uranus, virtuelle Ansicht
Ansicht von Neptun © CalSKY / A. Barmettler.
Neptun, virtuelle Ansicht

Die äusseren Gasriesen Uranus und Neptun befinden sich in den tieferen Regionen der Ekliptik. Der fernere der beiden Planeten, Neptun, erreicht am 6. August seine Oppositionsstellung. Er steht dann scheinbar der Sonne gegenüber und ist die gesamte Nacht über am Himmel. Uranus, der grössere der beiden, erreicht die Opposition am 27. August.

Wenn Sie diese beiden Planeten aufsuchen möchten − die sternenförmigen Punkte sind bereits im Fernglas sichtbar, und im Teleskop erkennen Sie eine Scheibchenform − erstellen Sie sich bitte eine aktuelle Aufsuchkarte (die Bildausschnittshöhe entspricht jeweils etwa dem Winkel, der eine gespreizte, ausgestreckte Hand aufspannt):


Venus

Strahlend hell am Morgenhimmel

Aktuelle Venussichel-Simulation. © CalSKY / A. Barmettler.
Venus, aktuelle Ansicht
Ab Mitte Juni steht Venus wieder über dem Morgenhorizont. © CalSKY / A. Barmettler.
Morgenbarkeit 2004 von Venus

Nach dem Jahrhundertereignis Venustransit entfernte sich Venus rasch von der Sonne und ist noch die restlichen Monate in diesem Jahr als strahlender Morgenstern unübersehbar in östlicher Richtung zu finden. Am 17. August steht Venus in grösster Elongation von der Sonne und steht bei Beginn der bürgerlichen Morgendämmerung (Sonne 6° unter Horizont) über 30° hoch am Himmel.

Nebenstehende Grafik verdeutlicht, wie die Venus täglich bei bürgerlicher Dämmerung (Sonne 6° unter Horizont) höher am Himmel steht. Gleichzeitig kann durch ein gutes Fernglas mitverfolgt werden, wie der scheinbar Durchmesser kleiner wird und sich die Sichelgestalt ändert.



Saturn

In der Morgendämmerung

Die Raumsonde Cassini beobachtet Saturn am 21. Juni 2004. Die Südpolregion wirft seinen Schatten bis zur Cassini-Teilung. Bild NASA. Originalbild
Cassini beobachtet die Saturnringe am 21. Juni 2004, JPL

Saturn stand Anfang Juli in Konjunktion mit der Sonne. Seither hat sie sich bereits fast 20° entfernt (1. August) und vergrössert die Elongation bis Ende Monat auf 45°. Aus diesem Grunde ist das Aufsuchen des Wandelsterns von 0.2 Grösse zu Beginn am Morgen noch nicht ganz so einfach − Saturn geht während der nautischen Dämmerung auf (Sonne weniger als 12° unter Horizont). Später im Monat ist Saturn leicht zu finden. Der Ringplanet befindet sich links unterhalb der alles andere überstrahlenden Venus. In der Nacht vom 31. August auf den 1. September stehen dann die beiden Planeten weniger als 2° von einander entfernt in der Morgendämmerung.


Merkur

Ende Monat tief in der Morgendämmerung

Der sonnennächste Planet steht am 23. August in unterer Konjunktion zur Sonne und ist deshalb um diese Zeit unsichtbar. Ende Monat startet Merkur dann seine Morgensichtbarkeit, die am 9. September in der günstigsten Geometrie des Jahres gipfelt: Merkur steht dann bei bürgerlicher Morgendämmerung noch über 15° über Horizont.

Merkur ist trotz seiner relativen Nähe zur Erde noch eine recht unbekannte Welt. Teleskopisch kann Merkur nur wenige Wochen im Jahr beobachtet werden und dies auch nur in Horizontnähe und während der Dämmerung. Deshalb startet die NASA in diesem Monat nach 30 Jahren die zweite Raumsonde zu diesem heissen Planeten.


Mars

Unsichtbar

Mars nähert sich nach einer langen Sichtbarkeitsperiode, welche letztes Jahr in einer Jahrtausendnähe zur Erde gipfelte, der Sonne. Unser äussere Nachbar ist nun zu weit von uns entfernt, um auffällig zu leuchten. Aus diesem Grunde kann der fast 2. Grössenklasse helle Wandelstern in der Abenddämmerung nicht mehr gesichtet werden. In Konjunktion zur Sonne steht Mars erst am 15. September.



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31.08.2004 16:45 Uhr, Arnold Barmettler

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