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Planeten im Juli 2004

Jupiter steht am Abendhimmel und Merkur zeigt sich in seiner zweitbesten Abendsichtbarkeit des Jahres. Venus ist der strahlende Morgenstern. Uranus und Neptun sind nach Mitternacht mit Fernglas oder Teleskop zu beoachten. Saturn und Mars sind praktisch unbeoachtbar.


Jupiter

In den Abendstunden hell im Westen

Jupiter ist das einzige Planetenhighlight am Abendhimmel. Aber auch er steht nach Sonnenuntergang schon im Westen und geht ausser an den ersten Julitagen vor Mitternacht unter. Er überstrahlt die anderen Sterne in dieser Himmelsgegend.

Seine vier grössten Mond, Io, Europa, Ganymed und Callisto sind bereits im Fernglas sichtbar, falls dieses an z.B. einer Hausmauer oder Balkongeländer stabilisiert wird. Die Stellung der Mond zueinander und und zu Jupiter ändern von Tag zu Tag komplett. Die Zeiten und Stellung finden Sie im untenstehenden Link auf unsere Seiten bei CalSKY.de.


Merkur

Tief in der Abenddämmerung

Merkur in der Abenddämmerung, dargestellt relativ zur Sonne. Die Sonne wäre jeweils 6° unter Horizont (bürgerliche Dämmerung). © CalSKY / A. Barmettler.
Abendsichtbarkeit Frühjahr 2004 von Merkur

Merkur erreicht am 27. Juli seine grösste östliche Elongation, steht dann von uns aus gesehen maximal weit von der Sonne entfernt (27°). Wie in nebenstehender Grafik ersichtlich, findet für die Nordhemisphäre die höchste Stellung von Merkur über Horizont bei bürgerlicher Dämmerung bereits zwei Wochen früher statt, um Monatsmitte. Berücksichtigt man noch, dass die Helligkeit während des Monats um gut 1.5 Grössenklassen abnimmt, dürften die beste Sichtbarkeit um den 10. Juli liegen.


Mars

Unauffällig in der Abenddämmerung

Mars geht anfang Monat vor 23 Uhr unter, zu Monatsende nach 21½. Wer das unscheinbare Scheibchen aufsuchen will, hat nun also noch Gelegenheit dazu. Allerdings ist Mars mit einer Helligkeit von 1.8 Grösse alles andere als auffällig.


Uranus und Neptun

Aufgang vor Mitternacht

Ansicht von Uranus © CalSKY / A. Barmettler.
Uranus, virtuelle Ansicht
Ansicht von Neptun © CalSKY / A. Barmettler.
Neptun, virtuelle Ansicht

Die äusseren Gasriesen Uranus und Neptun befinden sich in den tieferen Regionen der Ekliptik. Sie gehen vor Mitternacht auf und können vor der Morgendämmerung tief im Süden gefunden werden.

Wenn Sie diese beiden Planeten aufsuchen möchten - die sternenförmigen Punkte sind bereits im Fernglas sichtbar, und im Teleskop erkennen Sie eine Scheibchenform - erstellen Sie sich bitte eine aktuelle Aufsuchkarte (die Bildausschnittshöhe entspricht jeweils etwa dem Winkel, der eine gespreizte, ausgestreckte Hand aufspannt): Uranus bzw. Neptun.


Saturn

Unsichtbar, ab Ende Juli in der Morgendämmerung

Die Raumsonde Cassini beobachtet Saturn während dem Anflug am 7. Mai 2004. Bild NASA. Cassini erreichte am 1. Juli 2004 die Umlaufbahn um Saturn.
Cassini sieht Saturn am 7. Mai 2004, JPL

Der Ringplanet Saturn dürfte in diesem Monat regelmässig in den Medien präsent sein. Die europäisch-amerikanische Raumsonde Cassini-Huygens erreicht seine Umlaufbahn um den Saturn. In den nächsten 4 Jahren wird er Tausende von Bildern von Saturn und seinen Monden zur Erde senden. Lesen Sie hierzu auch unser Monatsthema.

Gesehen werden kann Saturn allerdings von uns aus eigentlich nicht. Anfang Monat läuft er hinter der Sonne durch und ist deshalb unsichtbar (am 8. Juli geht Saturn in Konjunktion zur Sonne). Bereits aber zu Monatsende könnte er in der Morgendämmerung mit seiner Helligkeit von 0.1 Grösse gesichtet werden.


Venus

Strahlend hell am Morgenhimmel

Aktuelle Venussichel-Simulation. © CalSKY / A. Barmettler.
Venus, aktuelle Ansicht
Ab Mitte Juni steht Venus wieder über dem Morgenhorizont. © CalSKY / A. Barmettler.
Morgenbarkeit 2004 von Venus

Nach dem Jahrhundertereignis Venustransit entfernte sich Venus rasch von der Sonne und ist in diesem Monat der strahlende Morgenstern. Bereits Mitte Monat ist Venus im grössten Glanz, erscheint also maximal hell für diese Morgensichtbarkeit.

Nebenstehende Grafik verdeutlicht, wie die Venus täglich bei bürgerlicher Dämmerung (Sonne 6° unter Horizont) höher am Himmel steht. Gleichzeitig kann durch ein gutes Fernglas mitverfolgt werden, wie der scheinbar Durchmesser kleiner wird und sich die Sichelgestalt ändert.




Weiterführende Links

Arnold Barmettler



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30.06.2004 20:55 Uhr, Arnold Barmettler

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