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Planeten im Juni 2004

Venus läuft am 8. Juni über die Scheibe der Sonne − ein Jahrhundertereignis! Ab Monatsmitte kann Venus bereits wieder in der Morgendämmerung gesehen werden. Jupiter steht abends im Südwesten und geht nach Mitternacht unter. Saturn und Mars sind noch in der Abenddämmerung auszumachen.

Venus

Venus als schwarzer Punkt vor der Sonne. Theoretisch findet eine ringförmige Sonnenfinsternis statt, aber es ist nur 1 Promille der Sonne durch die Venus abgedeckt. Simulation von CalSKY / A. Barmettler.
Simulation des Venustransits

Venustransit am 8. Juni und später am Morgenhimmel

In den ersten Junitagen läuft Venus rasch der Sonne entgegen und am 8. Juni 2004 steht sie in Konjunktion zum Zentralgestirn. Dies ist keine normale Konjunktion − zum ersten Mal seit 1882 durchläuft die rund 1/30 Sonnendurchmesser grosse Venusscheibe von der Erde aus gesehen die Scheibe der Sonne − als Simulation und je nach Wetter auch in Live-Übertragung.

Dieses Ereignis hat noch kein heute lebender Mensch live mitverfolgt. Wir widmen diesem Jahrhundertereignis unser Monatsthema − auf unseren umfangreichen Spezialseiten finden Sie alles Wissenswerte über den Venustransit, und am Transittag läuft dort Venus als schwarze Scheibe über die Sonne.

Ab Mitte Juni steht Venus wieder über dem Morgenhorizont. © CalSKY / A. Barmettler.
Morgenbarkeit 2004 von Venus

Nach dem Transit entfernt sich die Venus wieder rasch von der Sonne. So kann unser innerer Nachbarplanet schon wenige Tage nach dem Transittag am Morgenhimmel − noch tief am Horizont in der Morgendämmerung − gesehen werden. Nebenstehende Grafik verdeutlicht, wie die Venus täglich bei bürgerlicher Dämmerung (Sonne 6° unter Horizont) höher am Himmel steht. Gleichzeitig kann durch ein gutes Fernglas mitverfolgt werden, wie der scheinbar Durchmesser kleiner wird und sich die Sichelgestalt ändert.




Jupiter

Bis nach Mitternacht schönes Objekt

Bei Sonnenuntergang steht Jupiter bereits im Südwesten. Der Gasplanet bietet aber bis um Mitternacht gute Beobachtungsbedinungen und ist ein Sternwartenbesuch wert. Seine vier grössten Mond, Io, Europa, Ganymed und Callisto sind aber bereits auch im Fernglas sichtbar, falls dieses an z.B. einer Hausmauer oder Balkongeländer stabilisiert wird. Die im Laufe von Stunden wechselnde Stellung der Monde sind viele interessante Beobachtungen wert. Die Zeiten und Stellung finden Sie im untenstehenden Link auf unsere Seiten bei CalSKY.de.


Saturn

Die Raumsonde Cassini sieht am 9. Mai 2004 dunkle Punkte auf Saturn. Bild NASA. Cassini wird am 11. Juni 2004 bei Phoebe die Monde von Saturn erreichen.
Cassini sieht am 7. Mai 2004 dunkle Punkte auf Saturn, JPL

Saturn noch in der Abenddämmerung

Saturn nähert sich der Sonne, kann aber bis Mitte Monat noch in der Abenddämmerung gesehen werden. Wegen seiner geringen Höhe über Horizont ist das zitternde Bild im Teleskop nicht gerade spektakulär. Am 8. Juli geht Saturn dann in Konjunktion zur Sonne.


Mars

Unauffällig in der Abenddämmerung

Mars durchläuft im Laufe des Juni die östliche Hälfte des Sternbilds Zwillinge. Der Planet ist mit einer Helligkeit von 1.8 Grösse rund 0.5 Grössenklasse lichschwächer als die beiden Zwillingssterne Castor und Pollux, in deren Nähe sich Mars befindet. Den Mars als Ziel für eine teleskopische Beobachtung einzuplanen ist nicht empfehlenswert − mit der geringen Höhe über Horizont ist das mit 3.8" kleine Scheibchen ein sehr unruhiges Ziel − Mars erscheint nur geringfügig grösser als der viel weiter entfernte Planet Uranus.


Merkur

Unsichtbar

Merkur steht am 18. Juni in oberer Konjunktion zur der Sonne und ist unsichtbar. Anschliessend läuft Merkur langsam wieder von der Sonne weg und bereitet sich auf eine bescheidene Abendsichtbarkeit im Juli vor.



Uranus und Neptun

Ansicht von Uranus © CalSKY / A. Barmettler.
Uranus, virtuelle Ansicht
Ansicht von Neptun © CalSKY / A. Barmettler.
Neptun, virtuelle Ansicht

Am Morgenhimmel

Die äusseren Gasriesen Uranus und Neptun befinden sich in den tieferen Regionen der Ekliptik. Sie gehen nur wenige Stunden vor der Sonne auf und können vor der Morgendämmerung tief im Südosten gefunden werden.

Wenn Sie diese beiden Planeten aufsuchen möchten - die sternenförmigen Punkte sind bereits im Fernglas sichtbar, und im Teleskop erkennen Sie eine Scheibchenform - erstellen Sie sich bitte eine aktuelle Aufsuchkarte (die Bildausschnittshöhe entspricht jeweils etwa dem Winkel, der eine gespreizte, ausgestreckte Hand aufspannt): Uranus bzw. Neptun.


Weiterführende Links

Arnold Barmettler



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31.05.2004 12:49 Uhr, Arnold Barmettler

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