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Planeten im Mai 2004

Venus strahlt die ersten Mai-Tage in maximaler Helligkeit unübersehbar am Abendhimmel. Anschliessend nähert sie sich rasch der Sonne. Jupiter steht bei Abenddämmerung hoch im Süden. Saturn steht dann im Westen. Ebenso Mars, der zu einem unauffälligen Stern in der Nähe von Venus und Saturn geworden ist.

Venus

Ansicht von Venus © CalSKY / A. Barmettler.
Venus, aktuelle Ansicht
Im Mai steht Venus hoch über dem Abendhorizont. Grafik A. Barmettler/CalSKY.com. © CalSKY / A. Barmettler.
Abendsichtbarkeit 2004 von Venus

Unübersehbarer Abendstern im Westen

Der Planet Venus brilliert in den ersten Mai-Tagen als Stern mit einer Helligkeit von -4.5 Grösse; dies macht ihn zum unübersehbaren Objekt am Himmel − von blossem Auge kann Venus sogar schon am Taghimmel gesehen werden (am 21. Mai bedeckt der Mond am Nachmittag die Venus, siehe hierzu unsere Rubrik 'Mond').

Im Mai nähert sich Venus auf ihrer Bahn um die Sonne rasch der Erde. Die scheinbare Grösse nimmt deutlich um fast 55% zu und erreicht am Monatsende fast eine Bogenminute. Damit kann die Sichelform bereits mit einem Fernglas beobachtet werden. Gleichzeitig verkleinert sich der Winkelabstand zur Sonne um 27° − Venus fällt quasi im Laufe von Tagen der Sonne entgegen. Sie können dies selber mitverfolgen, wenn Sie die Höhe der Venus über Horizont täglich zur selben Zeit messen und mit nebenstehender Grafik vergleichen.

Am 5. Mai erreicht Venus einen Rekordwert: die nördliche Deklination ist mit +27°49' seit mindestens 100 Jahren nicht mehr so gross gewesen (Quelle Sternenhimmel 2004).

Am 8. Juni quert Venus dann die Sonnenscheibe − ein Ereignis, das noch kein heute lebender Mensch live mitverfolgt hat. Wir widmen diesem Jahrhundertereignis unser Monatsthema − auf unseren umfangreichen Spezialseiten finden Sie alles Wissenswerte über den Venustransit.


Saturn

Saturn am Abendhimmel im Westen

Der Saturn von der Raumsonde Cassini am 9. Februar 2004 aus gesehen. Bild NASA. Cassini wird im Juni 2004 die Monde von Saturn erreichen und später den Ringplaneten.
» Mehr zur Cassini-Mission
Saturn von Cassini aus gesehen

Der Ringplanet Saturn steht weiterhin im Sternbild Zwillinge mit einer Helligkeit von 0.1 Grösse. Saturn geht gegen Mitternacht unter. Er nähert sich der Sonne, steht aber für abendliche teleskopische Beobachtungen weiterhin zu Verfügung.

Venus und Mars nähern sich im Laufe der Tage dem Saturn. Während die sehr helle Venus am 18. Mai abdreht und sich wieder in Richtung Sonne bewegt, läuft der lichtschwächere Mars am Morgen des 25. Mai in 1.6° Entfernung am Ringplaneten vorbei. Mars ist der dabei deutlich lichtschwächere Stern. Von Deutschland aus sehen Sie die beiden Planeten an den Abenden vom 24. und 25. Mai nahe beisammen stehen.


Mars

Unauffällig am Abendhimmel - in westlicher Richtung bei Venus

Mars steht nach Sonnenuntergang als rötlicher Stern im Südwesten. Seine Helligkeit beträgt Ende Mai nur noch unspektakuläre 1.8 Grösse. Er begleitet bis Mitte Monat die unglaublich hell strahlende Venus − bevor letztere sich am 18. Mai aus der Stationarität in rückläufige Bewegung begibt und sich rasch der Sonne nähert.

Unser äussere Nachbarplanet geht gegen Mitternacht unter. Durch ein Amateurteleskop kann nur noch ein kleines Scheibchen von 4 Bogensekunden Durchmesser erkannt werden − der Durchmesser beträgt nur noch weniger als einen Sechstel seiner Rekordgrösse von letztem September.


Jupiter

Bis in den ersten Morgenstunden sichtbar

Jupiter verfrüht seine Kulmination im Mai auf die Zeit vor Sonnenuntergang. Er steht deshalb beim Eindunkeln hoch und hell im Süden. Er ist damit aber auch weiterhin gut für Teleskope zugänglich. Seine vier grössten Mond, Io, Europa, Ganymed und Callisto sind bereits im Fernglas sichtbar. Die im Laufe von Stunden wechselnde Stellung der Monde sind viele interessante Beobachtungen wert. Die Zeiten und Stellung finden Sie im untenstehenden Link auf unsere Seiten bei CalSKY.de.

Merkur

Unsichtbar

Merkur steht am 14. Mai in einer für unsere Breiten extrem ungünstigen Elongationsstellung zur Sonne. Trotz der 26° Abstand zur Sonne steht Merkur bei bürgerlicher Morgendämmerung praktisch am Horizont. Allenfalls kann Merkur von erfahrenen Beobachtern am Taghimmel aufgesucht werden − Vorsicht wegen der Sonne!



Uranus und Neptun

Ansicht von Uranus © CalSKY / A. Barmettler.
Uranus, virtuelle Ansicht
Ansicht von Neptun © CalSKY / A. Barmettler.
Neptun, virtuelle Ansicht

Vor der Morgendämmerung

Die äusseren Gasriesen Uranus und Neptun befinden sich in den tieferen Regionen der Ekliptik. Sie gehen nur wenige Stunden vor der Sonne auf und können vor der Morgendämmerung tief im Südosten gefunden werden.

Wenn Sie diese beiden Planeten aufsuchen möchten - die sternenförmigen Punkte sind bereits im Fernglas sichtbar, und im Teleskop erkennen Sie eine Scheibchenform - erstellen Sie sich bitte eine aktuelle Aufsuchkarte (die Bildausschnittshöhe entspricht jeweils etwa dem Winkel, der eine gespreizte, ausgestreckte Hand aufspannt): Uranus bzw. Neptun.


Weiterführende Links

Arnold Barmettler



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12.05.2004 10:00 Uhr, Arnold Barmettler

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