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Planeten im März 2004

Sämtliche klassischen Planeten stehen am Abendhimmel: Venus steht für rund 4 Stunden nach Sonnenuntergang unübersehbar strahlend im Westen. Jupiter ist die ganze Nacht zu beobachten (Opposition am 4. März, abends im Osten). Der Ringplanet Saturn steht ideal hoch, während Mars zu einem nicht mehr auffälligen Objekt geworden ist. Merkur startet ab Mitte März zu seiner besten Sichtbarkeitsperiode in diesem Jahr.

Saturn

Saturn ideal am Abendhimmel

Inmitten der hellen Sterne der Wintersternbilder steht der Ringplanet Saturn. Noch sind seit seiner guten Opposition zum Jahreswechsel nicht zu viel Zeit vergangen und so sind die Beobachtungsbedingungen auch in diesem Monat gut. Saturn scheint im März als Stern von etwa 0. Grösse, ist also noch etwas heller als die Sterne der Wintersternbilder (ausser Sirius).

Der Saturn von der Raumsonde Cassini am 9. Februar 2004 aus gesehen. Bild NASA. Cassini wird im Juni 2004 die Monde von Saturn erreichen und später den Ringplaneten.
» Mehr zur Cassini-Mission
Saturn von Cassini aus gesehen

Hinzu kommt, das Saturn im letzten Juli die Sonnennähe (Perihel) seines 29 Jahre dauernden Sonnenumlaufs erreichte. Deshalb stand uns Saturn im Januar so nahe wie seit 1975 nicht mehr − er wird uns aber im Januar 2005 noch ein wenig näher stehen.

Grosse Ringöffnung

Die Saturnring-Ebene ist gegenüber der Erdbahn geneigt. Deshalb ändert sich der Winkel, unter dem wir die Ringe sehen können, im Laufe eines Saturnumlaufs. Im April 2003 erreichten die Ringe die grösste Neigung und waren gut 27° geneigt. In diesem Monat beträgt die Neigung immer noch rund 26°.

In der folgenden Grafik ist der wechselnde Anblick der Saturnscheibe und seiner Ringe dargestellt. Zu sehen ist auch, dass im Jahr 2004 der äusserste Teil der Ringe (A-Ring) auch hinter Saturn gesehen werden kann.

Saturn im März 2004 Ende März 2004
'Schrägansicht'
Saturn im September 2009 9. September 2009
Erde auf der Ringebene
Die wechselnde Ansicht des Ringplaneten Saturn. Simulationen von A. Barmettler/CalSKY.com.

Die Ringe steuern für die Gesamthelligkeit des Saturns einen grossen Anteil bei. Während die Helligkeit der eigentlichen Saturnscheibe im Laufe des Sonnenumlaufs nicht wesentlich ändert, kann die Helligkeit je nach Ringstellung um gut eine Grössenklasse variieren − also um einen Faktor 2½. Wenn die Erde direkt auf der Ringebene liegt, kann dieses dünne Band mit üblichen optischen Mitteln gar nicht mehr gesehen werden. Jetzt sind die Ringe noch weit geöffnet, so dass das Saturn-System in relativ grosser Helligkeit erstrahlt.

Sichtbarkeit

Saturn fällt im ansonsten hellen Umfeld der Wintersterne wegen der etwas grösseren Helligkeit auf. Saturn steht den gesamten Monat über − und ausser 2-3 Stunden vor Sonnenaufgang die gesamte Nacht sichtbar − wie das ganze Jahr im Sternbild Zwillinge. Er befindet bei Sonnenuntergang im Südosten über dem Horizont, und gegen Mitternacht hoch im Westen.


Venus

Ansicht von Venus © CalSKY / A. Barmettler.
Venus, aktuelle Ansicht
Im März erreicht Venus höchste Höhen über Horizont. Grafik A. Barmettler/CalSKY.com. © CalSKY / A. Barmettler.
Abendsichtbarkeit 2004 von Venus

Unübersehbarer Abendstern im Westen

Unser innerer Nachbar Venus erreicht am 29. März seine grösste Elonation von der Sonne. Die Winkeldistanz zwischen den beiden Gestirnen beträgt dann 46°. Wegen der sehr günstigen Geometrie zwischen Sonne, Erde und Venus steht in unseren Breiten beim Eindunkeln die Venus über 35° hoch über dem Horizont − dies ist eine sehr seltene Konstellation, so dass die Venus ausnahmsweise auch fotografisch sehr gut zugänglich sein sollte; steht sie doch markant höher als Mars im letzten September bei seiner Jahrhundertopposition.

Im Teleskop ändert sich die Phasengestalt nicht wesentlich − am Monatsende ist Halbvenus. Dafür nimmt der scheinbare Durchmesser um einen Drittel zu.


Jupiter

In Opposition − ganze Nacht gut sichtbar

Der riesige Gasplanet erreicht am 4. März seine Oppositionsstellung. Jupiter steht dann der Sonne gegenüber und geht deshalb zu Sonnenuntergang im Osten auf. Er begleitet uns durch die ganze Nacht und verabschiedet sich bei Sonnenaufgang.

Wenn Sie den Osthimmel nach dem Jupiter-Aufgang beobachten, wird Ihnen auffallen, dass der Planet nicht funkelt − ganz im Gegensatz zum in der Nähe stehenden Fixsterns Regulus, dessen Licht beim Durchgang durch die Erdatmosphäre durch Luftturbulenzen stark gebrochen wird. Verglichen mit einem Fixstern besitzen Planeten unseres Sonnensystems einen viel grösseren scheinbaren Durchmesser. Wir empfangen vereinfacht gesprochen nicht nur einen Lichtstrahl vom Planeten, sondern die Summe von vielen − jeder davon wurde aber in der Atmosphäre auf eine andere Art gebrochen, so dass die Lichtsumme zu einem konstanteren Licht führt.

Jupiter ist neben der Venus der hellste Stern am Himmel. Er ist einfach zu finden − am Abend steht Jupiter noch nicht allzu hoch im Osten (Venus im Westen). Falls seit dem Aufgang von Jupiter nicht mehr als ein Stunde vergangen sind, können Sie das oben beschriebene konstantere Licht von Jupiter als Auffindhilfe verwenden.


Mars

Am Abendhimmel - in südlicher Richtung

Mars steht nach Sonnenuntergang als rötlicher Stern im Südwesten. Obwohl seine Helligkeit unter die 1. Grössenklasse zurückfällt, fällt er dank der weniger hellen Sterne in seiner Umgebung trotzdem etwas auf. Unser äussere Nachbarplanet geht um Mitternacht unter. Durch ein Amateurteleskop wird man nur noch ein kleiner Scheibchen erkennen − der Durchmesser beträgt nur noch rund einen Fünftel seiner maximalen Grösse von letztem September.


Merkur

Ab Monatsmitte in bester Abendsichtbarkeit

Ansicht von Merkur © CalSKY / A. Barmettler.
Merkur, aktuelle Ansicht wird laufend aktualisiert
Merkur in der Abenddämmerung, dargestellt relativ zur Sonne. Die Sonne wäre jeweils 6° unter Horizont (bürgerliche Dämmerung). © CalSKY / A. Barmettler.
Abendsichtbarkeit Frühjahr 2004 von Merkur

Merkur steht am 4. März in oberer Konjunktion mit der Sonne und kann dann von der Erde aus nicht beobachtet werden. Anschliessend läuft Merkur aus seiner Erdferne 'hinter' der Sonne langsam gegen Osten. Bereits am 29. März erreicht der flinke Planet die grösste Winkelentfernung von der Sonne von rund 19° (grösste östliche Elongation). Rasch kommt Merkur der Erde näher und geht am 17. April in unterer Konjunktion zwischen Erde und Sonne durch.

Merkur sollte ab Mitte Monat in der Abenddämmerung erkennbar sein. Seine Helligkeit nimmt laufend ab, so dass die Tage um dem 20. März für die Suche am geeignetsten sind. In unseren Breiten verläuft die Ekliptik im März steil zum Abendhorizont. Aus diesem Grunde steht Merkur, obwohl nur 19° von der Sonne entfernt, fast 18° oberhalb unseres Zentralgestirns. Bei Ende der bürgerlichen Dämmerung steht Merkur Ende März immer noch 12° über Horizont (siehe obenstehende Grafik). Der Planet geht dann bis über eine Stunde nach der Sonne unter. Verwechseln Sie aber den Merkur nicht mit dem hellen Planeten Venus. Venus ist der extrem helle Stern, der hoch im Westen steht. Merkur ist deutlich weniger hell und befindet sich unterhalb der Venus nahe am Horizont (etwa 5° rechts der Lotlinie). Am einfachsten finden Sie Merkur mit einem Fernglas.

Am 22. März hilft die schmale Mondsichel beim Finden von Merkur: Merkur ist 5° rechts (westlich) vom Mond.

Im Laufe des März ändert sich die Ansicht von Merkur von Vollmerkur zu Halbmerkur. Was Sie beim Anblick durch eine Teleskop erwarten können, sehen Sie in der vituellen Ansicht oben links − seien Sie aber nicht enttäuscht, wenn Sie nur knapp die Phasengestalt ausmachen können − Oberflächendetails kann man von der Erde aus keine erkennen.


Weiterführende Links

Arnold Barmettler



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05.03.2004 08:35 Uhr, Arnold Barmettler

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