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Planeten im Februar 2004

Venus steht abends unübersehbar hell im Südwesten. Jupiter geht ab 20 Uhr im Osten auf und dominiert dann diese Himmelsregion. Saturn ist im Februar ein Grund für den Besuch einer Sternwarte: Seine weit geöffneten Ringe sind durch ein Teleskop ein fantastischer Anblick. Saturn ist am Abend hoch in südlicher Richtung inmitten heller Sterne zu finden. Mars kann am Abend im Südwesten als wenig auffälliger Stern gesehen werden.

Saturn

Auf zur Sternwarte - Saturn ideal am Abendhimmel

Ansicht von Saturn - laufend aktualisiert © CalSKY / A. Barmettler.
Saturn, aktuelle Ansicht

Inmitten der hellen Sterne der Wintersternbilder steht der Ringplanet Saturn. Noch sind seit seiner guten Opposition zum Jahreswechsel nicht viele Wochen vergangen und so sind die Beobachtungsbedingungen auch in diesem Monat sehr gut. Im Februar erreicht Saturn noch negative Helligkeitswerte - also nur noch Sirius scheint in der Himmelsgegend heller.

Hinzu kommt, das Saturn im letzten Juli die Sonnennähe (Perihel) seines 29 Jahre dauernden Sonnenumlaufs erreichte. Deshalb stand uns Saturn im Januar so nahe wie seit 1975 nicht mehr - er wird uns aber im Januar 2005 noch ein wenig näher stehen.

Grosse Ringöffnung

Die Saturnring-Ebene ist gegenüber der Erdbahn geneigt. Deshalb ändert sich der Winkel, unter dem wir die Ringe sehen können, im Laufe eines Saturnumlaufs. Im April 2003 erreichten die Ringe die grösste Neigung in 15 Jahren und waren gut 27° geneigt. In diesem Monat beträgt die Neigung immer noch gute 26°.

In der folgenden Grafik ist der wechselnde Anblick der Saturnscheibe und seiner Ringe dargestellt. Zu sehen ist auch, dass im Jahr 2004 der äusserste Teil der Ringe (A-Ring) hinter Saturn gesehen werden kann.

Saturn im April 2003 7. April 2003
Grösste Ringöffnung
Saturn im Januar 2005 13. Januar 2005
Grösste Erdnähe seit 30 Jahren
Saturn im Februar 2007 10. Februar 2007
'Normale' Opposition
Saturn im September 2009 9. September 2009
Erde auf der Ringebene
Die wechselnde Ansicht des Ringplaneten Saturn. Simulationen von A. Barmettler/CalSKY.com.

Die Ringe steuern für die Gesamthelligkeit des Saturns einen grossen Anteil bei. Während die Helligkeit der eigentlichen Saturnscheibe im Laufe des Sonnenumlaufs nicht wesentlich ändert, kann die Helligkeit je nach Ringstellung um gut 1 Grössenklasse variieren - also um einen Faktor 2½. Wenn die Erde direkt auf der Ringebene liegt, kann dieses dünne Band mit üblichen optischen Mitteln gar nicht mehr gesehen werden. Nun sind die Ringe noch weit geöffnet, so dass das Saturn-System in relativ grosser Helligkeit erstrahlt.

Sichtbarkeit

Saturn fällt im ansonsten hellen Umfeld der Wintersterne wegen der etwas grösseren Helligkeit auf. Saturn steht den gesamten Monat über - und ausser der Morgendämmerung die gesamte Nacht sichtbar - im Sternbild Zwillinge. Er befindet bei Sonnenuntergang im Nordosten über dem Horizont, und gegen Mitternacht hoch im Südwesten.


Venus

Ansicht von Venus © CalSKY / A. Barmettler.
Venus, aktuelle Ansicht

Als Abendstern unübersehbar hell im Südwesten

Venus wird in diesem Monat noch heller und steht nach der Abenddämmerung noch höher am Abendhimmel als im Januar. Venus zu sehen ist sehr leicht: Venus ist der schon fast unglaublich helle Stern, der links über der Stelle steht, wo eine Stunde zuvor die Sonne untergegangen ist. Venus ist im Februar heller als -4. Grössenklasse und die scheinbare Planetenscheibe wächst im Monatslauf um über 20% auf 18" an. Langsam beginnt sich auch die Phasengestalt zu verändern. Im März wird dann nur noch die Hälfte der Scheibe beleuchtet sein.


Jupiter

Aufgang in den Abendstunden - hoch und unübersehbar hell am Morgen

Der grösste Planet unseres Sonnensystems erscheint Anfang Monat gegen 20½ Uhr im Osten und Ende Monat schon kurz nach 18 Uhr. Wenn Sie den Osthimmel nach dem Jupiter-Aufgang beobachten, wird Ihnen auffallen, dass der Planet nicht funkelt - ganz im Gegensatz zum in der Nähe stehenden Fixsterns Regulus, dessen Licht beim Durchgang durch die Erdatmosphäre durch Luftturbulenzen stark gebrochen wird. Verglichen mit einem Fixstern besitzen Planeten unseres Sonnensystems einen viel grösseren scheinbaren Durchmesser. Wir empfangen vereinfacht gesprochen nicht nur einen Lichtstrahl vom Planeten, sondern die Summe von vielen - jeder davon wurde aber in der Atmosphäre auf eine andere Art gebrochen, so dass die Lichtsumme zu einem konstanteren Licht führt.

Jupiter ist neben der Venus der hellste Stern am Himmel. Er ist einfach zu finden - am Abend steht Jupiter noch nicht allzu hoch im Osten (Venus im Westen). Falls seit dem Aufgang von Jupiter nicht mehr als ein Stunde vergangen sind, können Sie das oben beschriebene konstantere Licht von Jupiter als Auffindhilfe verwenden.


Mars

Am Abendhimmel - in südlicher Richtung

Die verlassene Landeplattform von MER-A 'Spirit' auf dem Mars, NASA. Mehr zur NASA-Mission.
Landeplattform von Spirit

Mars steht nach Sonnenuntergang als rötlicher Stern im Südwesten. Obwohl seine Helligkeit unter die 1. Grössenklasse zurückfällt, fällt er dank der weniger hellen Sterne in seiner Umgebung auf. Mars geht wenig nach Mitternacht unter. Durch ein Amateurteleskop wird man nur noch ein kleiner Scheibchen erkennen.


Merkur

Unsichtbar

Merkur ist diesen Monat von der Südhalbkugel der Erde aus gut zu sehen - in unseren Breiten allerdings steht er ungünstig tief am Morgenhimmel.


Weiterführende Links

Arnold Barmettler



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03.02.2004 09:49 Uhr, Arnold Barmettler

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