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Planeten im Januar 2004

Mars steht abends im Südwesten als recht heller rötlicher Stern im Sternbild Fische. Der Ringplanet Saturn stand zu Neujahr in Opposition zur Sonne und ist nun die ganze Nacht zu bestaunen: Saturn stand uns seit 1975 nicht mehr so nah. Jupiter verfrüht seinen Aufgang um 2 Stunden von anfangs 23 Uhr Venus kann am Abend als sehr heller Stern im Westen bis 3 Stunden nach Sonnenuntergang gesehen werden.

Saturn

In grösster Erdnähe seit 1975 und die ganze Nacht so hell wie lange nicht mehr

Ansicht von Saturn - laufend aktualisiert © CalSKY / A. Barmettler.
Saturn, aktuelle Ansicht

Der Ringplanet Saturn kam in der Nacht auf Neujahr in Opposition zur Sonne - d.h. stand dann von der Erde aus betrachtet der Sonne gegenüber. Er geht deshalb in diesem Monat bei Sonnenuntergang auf und bei Sonnenaufgang unter und kann die gesamte Nacht über beobachtet werden. Saturn steht dabei inmitten des sogennanten Wintersechsecks, (der Verbindungsfigur der hellsten Sterne von Orion, Stier, Fuhrmann, Zwillinge und Kleinem und Grossem Hund). Weil die Sonne noch in den tiefsten Regionen ihrer jährlichen scheinbaren Bahn verweilt, steht Saturn hingegen sehr hoch am Himmel - höher kann er fast nicht mehr steigen. Saturn stand zum letzten Mal im Mai 1975 so weit nördlich. Dies ist für teleskopische Beobachtungen aus unseren Breiten besonders günstig, weil das Licht, das uns vom Planeten erreicht, dann nur durch ein kurzes Stück Erdatmosphäre laufen muss.

Hinzu kommt, das Saturn im letzten Juli die Sonnennähe (Perihel) seines 29 Jahre dauernden Sonnenumlaufs erreichte. Deshalb steht uns Saturn im Januar so nahe wie seit 1975 nicht mehr.

Grosse Ringöffnung

Die Saturnring-Ebene ist gegenüber der Erdbahn geneigt. Deshalb ändert sich der Winkel, unter dem wir die Ringe sehen können, im Laufe eines Saturnumlaufs. Im April 2003 erreichten die Ringe die stärkste Neigung in 15 Jahren und waren gut 27° geneigt. In diesem Monat beträgt die Neigung immer noch gute 26°.

Saturn im April 2003 Saturn im Juli 1999 Saturn im März 1995
April 2003Juli 1999März 1995
Die wechselnde Ansicht des Ringplaneten Saturn. Simulationen von A. Barmettler/CalSKY.com.

Die Ringe steuern für die Gesamthelligkeit des Saturns einen grossen Anteil bei. Während die Helligkeit der eigentlichen Saturnscheibe im Laufe des Sonnenumlaufs nicht wesentlich ändert, kann die Helligkeit je nach Ringstellung um gut 1 Grössenklasse variieren - also um einen Faktor 2.5. Wenn die Erde direkt auf der Ringebene liegt, kann diese dünnes Band mit üblichen optischen Mitteln gar nicht mehr gesehen werden. Anfang Jahr sind die Ringe aber noch weit geöffnet, so dass zusammen mit der Sonnennähe von Saturn das Saturn-System in maximaler Helligkeit erstrahlt. In der obenstehenden Abbildung erkennen Sie, wie die Ringstellung sich im Laufe der Jahre ändert.

Sichtbarkeit

Saturn wird dann auch im ansonsten hellen Umfeld der Wintersterne deutlich auffallen: Saturn steht den gesamten Monat über - und die gesamte Nacht sichtbar - im Sternbild Zwillinge. Einzig der hellste von uns aus sichtbare Stern Sirius ist noch heller als Saturn. Nach der Abenddämmerung, Saturn steht dann noch tief am Nordosthorizont, fällt das im Vergleich zu den hellen Umgebungssternen ruhigere Licht auf.

Saturn geht bei Sonnenuntergang im Nordosten auf, steht gegen Mitternacht ganz hoch im Süden und geht bei Sonnenaufgang im Nordwesten unter.

Die Opposition in diesem Jahr liefert uns also die besten Beobachtungsbedingungen für gut 30 Jahre! Dies sollten nun genügend Gründe sein, um das Juwel unter den Planeten mit Ihren eigenen Augen durch das Teleskop Ihrer öffentlichen Sternwarte zu bewundern!

Mars

Mars, aktuelle Ansicht
Ansicht von Mars - alle 10 Minuten aktualisiert © CalSKY / A. Barmettler.

Am Abendhimmel - in südlicher Richtung

Mars steht nach Sonnenuntergang als noch relativ auffällig heller und rötlicher Stern im Süden. Mars geht nach Mitternacht im Südosten unter.

Das Planeten-Highlight des vergangenen Sommers ist für üblich ausgerüstete Amateurastronomen nicht mehr gut zugänglich. Was einzig festgestellt werden kann, ist die ovale Form des Planeten. Diese rührt davon her, dass wir auf Mars eine Phasengestalt erkennen können, genauso wie die vom Erdmond wenige Tage vor Vollmond.

Die Helligkeit von Mars nimmt im Monatslauf um 0.6 Grössenklassen ab und erreicht wieder Werte über 0. Grössenklasse.


Venus

Heller Abendstern - In der Abenddämmerung und am Abend

Ansicht von Venus
Venus, aktuelle Ansicht

Venus ist für gut 2-3 Stunden nach Sonnenuntergang der unübersehbare Abendstern im Südwesten. Im Teleskop ist Venus nun deutlich grösser als das Mars-Scheibchen. Im Monatslauf nimmt die Distanz zwischen der Erde und der Venus um etwa 15% ab, ist aber immer noch weiter von uns entfernt als die Sonne.



Jupiter

Aufgang am Abend - hoch und unübersehbar hell am Morgen

Jupiter, der grösste Planet unseres Sonnensystems, verfrüht seinen Aufgang auf der Himmelsbühne um 2 Stunden, von Anfang Monat um 22-23 Uhr auf 20-21 Uhr zu Monatsende. Er steht den gesamten Monat über im Sternbild Löwe. Wenn Sie den Osthimmel nach dem Jupiter-Aufgang beobachten, wird Ihnen auffallen, dass der Planet nicht oder nicht stark funkelt - ganz im Gegensatz zum in der Nähe stehenden Fixstern Regulus, dessen Licht beim Durchgang durch die Erdatmosphäre durch Luftturbulenzen stark gebrochen wird. Verglichen mit einem Fixstern besitzen Planeten unseres Sonnensystems einen viel grösseren scheinbaren Durchmesser. Wir empfangen vereinfacht gesprochen nicht nur einen Lichtstrahl vom Planeten, sondern die Summe von vielen - jeder davon wurde aber in der Atmosphäre auf eine andere Art gebrochen, so dass die Lichtsumme zu einem konstanteren Licht führt.

Am Morgen ist Jupiter einfach der unübersehbar helle Stern, der vor Sonnenaufgang hoch (45°-50°) im Süden steht.

Stellung der Jupitermonde

Aktuelle Stellung der Jupitermonde, © CalSKY.com.

Jupiter erreicht schon im März seine Oppositionsstellung. Die Beobachtung von Schattenspielen der Jupitermonde ist nun wieder besonders spannend.

» Tipp: Mit unserer Online-Software CalSKY können Sie sich die Zeiten von Finsternissen auf Jupiter berechnen und Simulationen anzeigen lassen. Sehen Sie auch die untenstehende Ansicht der Jupitermonde.


Merkur

Morgensichtbarkeit vom 10.-15. Januar

Merkur stand am 27. Dezember zwischen Erde und Sonne und entfernt sich nun wieder von der Erde. Der sonnennächste Planet kommt um die Monatsmitte in grösste westliche Elongation (17. Januar). Die beste Sichtbarkeit - zwischen 30 und 90 Minuten nach Sonnenuntergang - dürfte zwischen 10. und 15. Januar sein, weil dann auch seine Helligkeit negative Werte in der Grössenklassenskala einnimmt.


Weiterführende Links

Arnold Barmettler



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31.12.2003 00:50 Uhr, Arnold Barmettler

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