Am Himmel · News
Das Logo von www.astronomie.info: astro-info mit dem '!'
Am Himmel · News
 
Astrolexikon
 
Finsternisse
 
Planetarium
 
Sternbilder
 
Schweiz
 
Deutschland
  

Sterne und Planeten im Jahr 2004

Simulation; Venus vor der Sonnenscheibe am 8. Juni

Simulation des Vorübergangs der Venus vor der Sonnenscheibe. Graphik A. Barmettler, CalSKY.com.

 

Das Jahr 2004 ist das vierte Jahr im 21. Jahrhundert und im 3. Jahrtausend nach Christus. Es ist ein Schaltjahr und dauert 366 Tage. Von besonderer Bedeutung ist der Vorübergang des Planeten Venus vor der Sonnenscheibe am 8. Juni 2004. Dies ist der erste Vorübergang der Venus seit dem 19. Jahrhundert. Deshalb hat kein heute lebender Mensch je einen solchen Vorübergang gesehen. Zwei Mondfinsternisse werden von Mitteleuropa beobachtbar sein - und zwar am 4. Mai und am 28. Oktober. Sonnenfinsternisse sind im Jahre 2004 nicht von Europa aus beobachtbar. Daneben bietet der gestirnte Himmel immer eine Reihe von interessanten Konstellationen und Phänomenen.

Sternenhimmel

Der Anblick des Sternenhimmels ändert sich ebenfalls im Jahreszyklus. Da die meisten Leute am Abend und weniger am Morgen zu den Sternen empor blicken, wird der Abendhimmel nach Sonnenuntergang beschrieben. In den ersten drei Monaten dominiert der Orion den Sternenhimmel. Sternwartenbesucher können das berühmte Sternentstehungs-Gebiet "der grosse Orion-Nebel" bewundern. Im April versinkt der Orion und mit ihm die Wintermilchstrasse in der immer später einsetzenden Abenddämmerung. Ein an hellen Sternen eher armes Gebiet rund um das Sternbild Löwe beherrscht dann den Abendhimmel.

In der zweiten Sommerhäfte beherrscht die Sommermilchstrasse die Nacht. Richtung Süden blicken wird dann in etwa in Richtung des galaktischen Zentrums und damit auch in Richtung der sternenreichsten Gegend unseres Sternenhimmels.

Die auf dem geflügelten Pferd Pegasus sitzende Andromeda löst schliesslich im Herbst die Sommermilchstrasse ab, obwohl diese sich dank der immer früher einsetzenden Dunkelheit relativ zäh am Himmel hält. Hinter dem Sternbild Andromeda erkennt man in dunklen Nächten schon von blossem Auge die 2.7 Millionen Lichtjahre entfernte grosse Galaxie M31 "der grosse Andromedanebel".

Mit dem Erscheinen von Fuhrmann, Plejaden und Orion in der ersten Nachthälfte schliesst sich im November und Dezember die jährlich immer gleiche Abfolge der Sternbilder. Erst im Laufe der Jahrtausende ändert sich diese "Jahreszeiten der Sternbilder".

Planeten

Die klassischen Planeten (Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn) sind am Sternenhimmel auffällige Objekte. Es braucht kein besonderes Geschick sie zu finden.

Merkur

Merkur wird Ende März, Anfang April gut am Abendhimmel zu sehen sein. Die beste Morgensichtbarkeiten des Merkurs finden Anfang September und Ende Dezember statt.

Venus

Venus wird uns bis im Mai als auffälliger Abendstern begleiten. Nach dem Vorübergang vor der Sonnenscheibe am 8. Juni (Transit) wird sie ab dem Monat Juli bis zum Jahresende als Morgenstern glänzen.

Mars

Von Mars hat man im Jahre 2003 viel lesen und hören können. Im Jahre 2004 legt der Mars eine Pause ein. Er befindet sich das ganze Jahr über in relativ grosser Entfernung zur Erde. Bis im Mai kann er am Abendhimmel als wenig auffälliger rötlicher Stern beobachtet werden. Der Anblick im Fernrohr zeigt im Jahre 2004 aufgrund der grossen Distanz keine Details auf Mars.

Jupiter und Saturn

Jupiter und Saturn sind in der ersten Jahreshälfte auffällige Gestirne am Nachthimmel. Wobei Jupiter im Januar und Februar erst deutlich nach Sonnenuntergang aufgeht. Saturn wird nach einer "Sommerpause" ab August wieder am Morgenhimmel zu sehen sein; Jupiter ab Oktober.

Uranus und Neptun

Uranus und Neptun sind nur mit einem Fernglas oder noch besser einem Fernrohr auffindbar. Die beste Zeit diese erst in der Neuzeit entdeckten Planeten zu beobachten, sind die Monate August und September.

Pluto

Pluto bleibt dem sehr gut ausgerüsteten, fortgeschittenen Amateurastronomen vorbehalten.

Finsternisse

Europa erlebt 2004 ein vergleichsweise finsternisreiches Jahr. Zunächst tritt am 4. Mai der Mond für in den Schatten der Erde, es findet in den Abenstunden eine von Mitteleuropa aus beobachtbare totale Mondfinsternis statt. Abgesehen von der Halbschattenphase zu Beginn ist sie in ihrer vollen Länge vom deutschen Sprachraum aus beobachtbar. Ebenso ist die zweite totale Mondfinsternis am frühen Morgen des 28. Oktobers von Mitteleuropa in ihrer vollen Länge zu sehen.

 Simulation der totalen Mondfinsternis vom 4. Mai  
  Totale Mondfinsternis am 4. Mai 2004. Simulation von CalSKY.com.
 
 Simulation der totalen Mondfinsternis vom 28. Oktober  
  Totale Mondfinsternis am 28. Oktober 2004. Simulation von CalSKY.com.
 

Auch der Vorübergang (Transit) der Venus vor der Sonnenscheibe vom 8. Juni 2004 ist eine Finsternis. Es wird jedoch nicht wirklich finster. Die Venus erscheint dem mit einer Finsternisbrille geschützen Auge als schwarzer Punkt vor der Sonnenscheibe. Dies ist der erste Transit seit dem 19. Jahrundert. Im 21. Jahrhundert finden nur 2 solche Transits statt.

HINWEIS: Es ist gefährlich ohne ausreichenden Schutz die Sonne mit optischen Geräten wie Fernglas oder Teleskop zu beobachten. Sie MUESSEN eine Ausrüstung verwenden, die ausdrücklich vom Hersteller für die Sonnenbeobachtung zugelassen ist. Der Blick zur Sonne durch ein Fernglas wird Ihr Augenlicht irreparabel zerstören. Im Zweifelsfall raten wir Ihnen dringend, von selbstständiger Beobachtung abzusehen und eine Volkssternwarte aufzusuchen.

Die beiden partiellen Sonnenfinsternisse vom 19. April (südliches Afrika) und 14. Oktober (Japan, Sibirien, Alaska) sind von Europa aus unbeobachtbar.

Künstliche Satelliten

Die grössten künstlichen Satelliten wie die Internationale Raumstation ISS und das Space-Shuttle sind in der Dämmerung leicht zu beobachten, wenn ein Überflug stattfindet. Auch viele weitere Satelliten ziehen im Laufe von Minuten als mehr oder weniger helle Sterne über den Himmel. Da die Bahnen der Satelliten dauernd korrigiert und verändert werden, kann keine langfristige Prognose erstellt werden, wann welcher Satellit günstig in der Abenddämmerung auftaucht. Deshalb muss man via Internet sich die Sichtbarkeiten möglichst für nur wenige Tage im Voraus berechnen lassen, am Besten bei CalSKY.com.



Top of Page

30.11.2003 16:44 Uhr, Dr. Roland Brodbeck

astro!nfo