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Planeten im Dezember 2003

Mars steht zwar abends bereits relativ hoch am Himmel, aber nur noch grosse Teleskope vermögen Oberflächendetails aufzulösen. Mehr verspricht nun Saturn: Der Ringplanet steht in der Silvesternacht in Opposition zur Sonne. Saturn stand uns seit 1975 nicht mehr so nah. Jupiter verfrüht seinen Aufgang auf die Stunde vor Mitternacht und Venus kann in der Abenddämmerung gut gesehen werden und auch Merkur ist in den ersten Wochen in guter Abendsichtbarkeit.

Saturn

In grösster Erdnähe seit 1975 und die ganze Nacht so hell wie lange nicht mehr

Ansicht von Saturn - laufend aktualisiert © CalSKY / A. Barmettler.
Saturn, aktuelle Ansicht

Der Ringplanet Saturn kommt am 31. Dezember 2003 kurz vor Mitternacht in Opposition zur Sonne - d.h. steht dann von der Erde aus betrachtet der Sonne gegenüber. Er geht dann bei Sonnenuntergang auf und bei Sonnenaufgang unter. Weil die Sonne fast noch ihren tiefsten Punkt ihrer jährlichen scheinbaren Bahn erreicht, steht Saturn hingegen sehr hoch am Himmel - höher kann er fast nicht mehr steigen. Saturn stand zum letzten Mal im Mai 1975 so weit nördlich. Dies ist für teleskopische Beobachtungen aus unseren Breiten besonders günstig, weil das Licht, das uns vom Planeten erreicht, dann nur durch ein kurzes Stück Erdatmosphäre laufen muss.

Hinzu kommt, das Saturn im letzten Juli die Sonnennähe (Perihel) seines 29 Jahre dauernden Sonnenumlaufs erreichte. Deshalb steht uns Saturn im Dezember so nahe wie seit 1975 nicht mehr.

Grosse Ringöffnung

Die Saturnring-Ebene ist gegenüber der Erdbahn geneigt. Deshalb ändert sich der Winkel, unter dem wir die Ringe sehen können, im Laufe eines Saturnumlaufs. Im April 2003 erreichten die Ringe die stärkste Neigung in 15 Jahren und waren gut 27° geneigt. In diesem Monat beträgt die Neigung immer noch gute 26°.

Saturn im April 2003 Saturn im Juli 1999 Saturn im März 1995
April 2003Juli 1999März 1995
Die wechselnde Ansicht des Ringplaneten Saturn. Simulationen von A. Barmettler/CalSKY.com.

Die Ringe steuern für die Gesamthelligkeit des Saturns einen grossen Anteil bei. Während die Helligkeit der eigentlichen Saturnscheibe im Laufe des Sonnenumlaufs nicht wesentlich ändert, kann die Helligkeit je nach Ringstellung um gut 1 Grössenklasse variieren - also um einen Faktor 2.5. Wenn die Erde direkt auf der Ringebene liegt, kann diese dünnes Band mit üblichen optischen Mitteln gar nicht mehr gesehen werden. Am 31. Dezember 2003 sind die Ringe aber noch weit geöffnet, so dass zusammen mit der Sonnennähe von Saturn das Saturn-System in maximaler Helligkeit erstrahlt. In der obenstehenden Abbildung erkennen Sie, wie die Ringstellung sich im Laufe der Jahre ändert.

Sichtbarkeit

Saturn wird dann auch im ansonsten hellen Umfeld der Wintersterne deutlich auffallen: Saturn steht den gesamten Monat über - und die gesamte Nacht sichtbar - im Sternbild Zwillinge. Saturn geht bei Sonnenuntergang im Nordosten auf, steht gegen Mitternacht ganz hoch im Süden und geht bei Sonnenaufgang im Nordwesten unter.

Die Opposition in diesem Jahr liefert uns also die besten Beobachtungsbedingungen für gut 30 Jahre! Dies sollten nun genügend Gründe sein, um das Juwel unter den Planeten mit Ihren eigenen Augen durch das Teleskop Ihrer öffentlichen Sternwarte zu bewundern!

Mars

Mars, aktuelle Ansicht
Ansicht von Mars - alle 10 Minuten aktualisiert © CalSKY / A. Barmettler.

Am Abendhimmel - in südlicher Richtung

Mars steht nach Sonnenuntergang als noch relativ auffällig heller und rötlicher Stern im Süden. Mars geht nach Mitternacht im Südosten unter.

Das Planeten-Highlight des vergangenen Sommers ist für üblich ausgerüstete Amateurastronomen nicht mehr gut zugänglich. Was einzig festgestellt werden kann, ist die ovale Form des Planeten. Diese rührt davon her, dass wir auf Mars eine Phasengestalt erkennen können, genauso wie die vom Erdmond wenige Tage vor Vollmond.

Die Helligkeit von Mars nimmt im Monatslauf um 0.6 Grössenklassen ab und erreicht wieder Werte über 0. Grössenklasse.


Venus

In der Abenddämmerung und am Abend

Venus stand nun einige Monate recht tief am Abendhimmel und war nur für geübte Beobachter ein einfaches Ziel. In diesem Monat steigt sie aber rasch empor und steht bei bürgerlicher Dämmerung Ende Dezember rund 10° höher als am Monatsanfang. Die Untergangszeit verspätet sich dementsprechend um fast 1½ Stunden! Somit ist die Venus rund eine Stunde nach Sonnenuntergang der unübersehbar helle Stern über dem Südwesthorizont.


Merkur

Gute Abendsichtbarkeit bis Mitte Dezember

Ansicht von Merkur © CalSKY / A. Barmettler.
Merkur, aktuelle Ansicht wird laufend aktualisiert

Merkur stand am 25. Oktober in oberer Konjunktion zur Sonne, also 'hinter' der Sonne in Erdferne. Er bewegte sich seither langsam gegen Osten und erreicht am 9. Dezember die grösste Winkelentfernung von der Sonne (grösste östliche Elongation). Der Abstand beträgt dann rund 21°. Anschliessend kommt Merkur der Erde rasch näher und steht bereits am 27. Dezember zwischen Erde und Sonne. Merkur ist dann nicht von der Erde aus beobachtbar.

Merkur sollte bis Mitte Monat in der Abenddämmerung erkennbar sein. Seine Helligkeit nimmt nach Monatsbeginn laufend ab, so dass die ersten Tage für die Suche am geeignetsten sind. Der Planet geht dann bis zu eine Stunde nach der Sonne unter. Verwechseln Sie aber den Merkur nicht mit dem hellen Planeten Venus. Venus sollte einfach zu finden sein - Merkur hingegen befindet sich in der gesamten Sichtbarkeitsperiode rund 10° rechts unterhalb der Venus und ist deutlich weniger hell. Am einfachsten finden Sie Merkur mit einem Fernglas. Verwenden Sie hierfür die einfach zu findende Venus als Ausgangspunkt.

Im Laufe der ersten 2-3 Wochen im Dezember ändert sich die Ansicht von Merkur in einem Teleskop von Tag zu Tag merklich. Was Sie beim Anblick erwarten können, sehen Sie in der vituellen Ansicht oben links - seien Sie aber nicht enttäuscht, wenn Sie nur knapp die Phasengestalt ausmachen können - Oberflächendetails kann man von der Erde aus keine erkennen.


Jupiter

Aufgang vor Mitternacht - hoch und unübersehbar hell am Morgen

Jupiter, der grösste Planet unseres Sonnensystems, geht nun endlich wieder vor Mitternacht auf - Ende Monat sogar schon gegen 22½ Uhr. Er steht im Sternbild Löwe. Wenn Sie den Osthimmel nach dem Jupiter-Aufgang beobachten, wird Ihnen auffallen, dass der Planet nicht funkelt - ganz im Gegensatz zum in der Nähe stehenden Fixsterns Regulus, dessen Licht beim Durchgang durch die Erdatmosphäre durch Luftturbulenzen stark gebrochen wird. Verglichen mit einem Fixstern besitzen Planeten unseres Sonnensystems einen viel grösseren scheinbaren Durchmesser. Wir empfangen vereinfacht gesprochen nicht nur einen Lichtstrahl vom Planeten, sondern die Summe von vielen - jeder davon wurde aber in der Atmosphäre auf eine andere Art gebrochen, so dass die Lichtsumme zu einem konstanteren Licht führt.

Am Morgen ist Jupiter einfach der unübersehbar helle Stern, der vor Sonnenaufgang hoch (45°-50°) im Süden steht.


Weiterführende Links

Arnold Barmettler



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30.11.2003 16:23 Uhr, Arnold Barmettler

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