Der Neptunmond Triton
Der Planet Neptun ist der äusserste der Gasriesen. Er wurde erst 1846 von Galle (Berlin) entdeckt. Bereits einen Monat nach der Entdeckung des Planeten selbst konnte William Lassel einen Mond nachweisen: Triton. Triton ist ein ungewöhnlicher Mond. Als einziger grosser Mond kreist er entgegen dem Rotationssinn seines Mutterplaneten. Trotz der extrem kalten Oberfläche (-235°C) gibt es etwas vulkanische Aktivität.
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Der grösste Neptunmond Triton, aufgenommen als die Raumsonde Voyager 2 1989 am Planetensystem vorbeiflog. Bereits sind einige topografischen Details erkennbar. © JPL/NASA.
Obwohl Triton mit 2700 km Durchmesser etwas kleiner ist als der Mond der Erde, ist er eine interessante und zugleich extreme Welt. Triton ist der mit Abstand grösste Mond des Planeten Neptun. Bereits einen Monat nach der Entdeckung des Planeten selbst wurde Triton entdeckt. Damit war er für die Profiinstrumente Mitte des 19. Jahrhunderts kein besonderes schwieriges Objekt. Dies bedeutet, dass für fortgeschrittene Amateurastronomen mit Instrumenten der oberen Preisklasse (visuell ab 30 cm Teleskopöffnung) dieser Neptunmond durchaus zugänglich ist.
Triton ist kälter als jede andere Welt im Sonnensystem, deren Temperatur gemessen wurde: Die mittlere Oberflächentemperatur beträgt -235 Grad Celsius. Der Mond hat einen dünnen Hauch aus Stickstoff als Atmosphäre mit einem Bodendruck von 1.4 Pascal. Das entspricht etwa einem 1/70'000 des Bodendrucks auf der Erde. Partikel aus gefrorenem Stickstoff können zeitweise für eine dünne Bewölkung sorgen, die sich dann wenige Kilometer oberhalb der Oberfläche befindet. Es gibt im Sonnensystem nur drei Atmosphären, deren Zusammensetzung von Stickstoff dominiert wird: Diejenige der Erde, die des Saturnmondes Titan und Triton.
Die enorme Kälte von nur 35 Grad über dem absoluten Nullpunkt bewirkt, dass der Hauptanteil von Tritons Stickstoffatmosphäre als Frost auf der Oberfläche kondensiert. Somit ist Triton der einzige näher erforschte Körper im Sonnensystem, dessen Oberfläche von gefrorenem Stickstoff geprägt wird. Die etwas pinkfarbenen Ablagerungen besonders in der Südpolgegend werden als Beimengungen von Methaneis interpretiert. Dieses verändert sich chemisch unter der Einwirkung von Sonnenlicht.
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Die kleinsten Merkmale die auf diesem Falschfarbenbild von Neptun's grösstem Mond Triton erkennbar sind, haben etwa einen Durchmesser von 47 Kilometer. Das Bild wurde am 23. August 1983 von der Raumsonde Voyager 2 aufgenommen. Die Farben kommen von drei unterschiedlichen Aufnahmen, jeweils eine durch Ultraviolet-, Grün- und Violetfilter. Aufnahme NASA.
Triton ist der einzige grössere natürliche Satellit im Sonnensystem, der seinen Planeten retrograd umläuft. Retrograd heisst entgegen dem Drehsinn des Planeten um seine eigene Achse. Die Dichte des Mondes ist etwa doppelt so gross wie diejenige von Wasser (die Dichte der Erde ist 5.5x grösser als diejenige von Wasser). Dies bedeutet, dass Triton mehr felsiges Material enthält als die Eismonde von Saturn und Uranus. Die relativ hohe Dichte lässt die Wissenschaftler vermuten, dass Triton unabhängig im Sonnensystem entstanden ist und vor Milliarden von Jahren durch irgendein Ereignis in die Umlaufbahn von Neptun geraten ist. Wenn das so passierte, dann wären die Gezeitenkräfte auf der ursprünglich elliptischen ("ovalen") Umlaufbahn in der Lage gewesen, den Satelliten über ca. eine Milliarde Jahre flüssig zu halten.
Auch heute noch hinterlassen die Gezeitenkräfte sichtbare Spuren auf Triton. Grosse Brüche überziehen die Oberfläche und geysirartige Eruptionen schleudern Stickstoff und dunkle Staubpartikel kilometerhoch in die Atmosphäre. Diese Auswürfe treten als streifenartige dunkle Strukturen auf der Oberfläche auf.
Bisher war den Planetologen nur ein kurzer Blick auf diese eisige eigenartige Welt erlaubt. Alle Informationen stammen von der Raumsonde Voyager 2, die im Jahre 1989 am Planeten Neptun und auch an Triton vorbeiflog und zahlreiche Bilder und andere Messungen zur Erde zurückfunkte.
Zu Neptun und Triton sind keine weiteren Raumsondenflüge geplant. Vielleicht ist Pluto eine mit Triton vergleichbare Welt. Die Raumsonde "New Horizons" wird dies um das Jahre 2015 zeigen, wenn diese Mission nicht doch noch Budgetproblemen zum Opfer fällt.
Falschfarbenbild der Tritonoberfläche. Rechts im Bild befindet sich
grau-blau eingefärbt ein Gebiet, das 'cantaloupe' Terrain genannt wird. Auf der linken Seite sieht man ein Gebiet, das ein
anderes topographisches Muster aufweist. Die dunklen Streifen sind bei Eruptionen ausgeworfener Staub, der offenbar von Wind bevorzugt in eine Richtung geblasen wird. © NASA, Voyager II.
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