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Mars ist das Highlight in den lauen Sommernächten schlechthin, und er verfrüht seinen Aufgang auf die Zeit in der Abenddämmerung. Unser Nachbarplanet nähert sich seiner erdnächsten Position in der Menschheitsgeschichte, die er am 27. August erreicht. Durch das Teleskop ist auf der grossen Marsscheibe die abschmelzende Südpolkappe gut erkennbar. Saturn steht morgens im Südosten.
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In Rekordnähe - Aufgang in der späteren Abenddämmerung
Mars ist das Highlight in den lauen Sommernächten schlechthin. Gehen Sie bei einigermassen klarem Nachthimmel nach draussen und suchen den unübersehbar hellen, rötlichen Stern, der nur wenig über Horizont steht - dies ist Mars! Unser Nachbarplanet nähert sich seiner erdnächsten Position in der neueren Menschheitsgeschichte. Am 27. August 2003 steht Mars in nur 55.76 Millionen Kilometer Abstand von der Erde. Die Helligkeit des Mars wächst im Monatslauf von -2.3 Grössenklassen auf rekordverdächtige -2.9 Grösse - Mars erscheint uns dann sogar noch heller als dies Jupiter maximal kann. Mars geht anfangs um 22½ Uhr auf, verfrüht dann aber seinen Aufgang bis auf 20½ Uhr (sämtliche Zeiten in MESZ). Es lohnt sich aber, den roten Wandelstern zum Zeitpunkt der Kulmination zu beobachten - der Planet steht dann genau im Süden und erreicht die höchste Höhe über Horizont. Dies ist mit 22-31° nicht gerade überwältigend hoch, aber leider müssen wir uns damit begnügen. Die Kulmination findet anfang August gegen 3½ Uhr statt, und verfrüht sich täglich bis auf 1½ Uhr am Monatsende. Die Erdatmosphäre dürfte am frühen Morgen übrigens weniger turbulent sein als am Abendhimmel, deshalb lohnt sich der Blick durch ein Teleskop besonders in der zweiten Nachthälfte. Falls Sie von blossem Auge oder durch ein Fernglas beobachten, dürfen Sie auf Mars keine Oberflächendetails erwarten - erfreuen Sie sich über den markanten Helligkeitsanstieg in diesen Wochen und planen Sie in den Wochen um den Monatswechsel August/September einen Besuch in einer öffentlichen Sternwarte ein. Meiden Sie hierfür wenn möglich die beiden Tage 27. und 28. August - die populären Medien werden vor allem diese beiden Daten in den Vordergrund stellen und die Sternwarten werden möglicherweise dem Ansturm von Beobachtungswilligen kaum standhalten können... Tatsache ist aber, dass in der Woche vor und nach der Rekordnähe wenig Änderung auf dem Mars zu erwarten ist.
Polkappe Auch der direkte Blick durch ein Teleskop zeigt den Mars als rotes Scheibchen mit der klar sichtbaren Südpolkappe. Der hohe Kontrast des Kohlendioxid-Eises zur roten Oberfläche ist unübersehbar. Die Polkappe sollte sich im Laufe der nächsten Monate zurückziehen, weil auf der Mars-Südhemisphäre Frühjahr ist. Diese Verkleinerung sollte ebenfalls im Teleskop über Wochen bemerkbar sein. Desweiteren sollten gewisse Albedoformationen, also Gebiete unterschiedlicher Lichtrückstreuung, sichtbar sein. Hierfür muss das Teleskop gar nicht allzu gross sein.
Allerdings könnten nach der Opposition Staubstürme auf dem Mars vermehrt auftreten, bedingt durch die Sonnennähe. Diese könnten sogar globale Ausmasse annehmen und uns den Blick auf die Marsoberfläche fast komplett verunmöglichen, so wie dies im Sommer 2001 der Fall war - ein Grund mehr, den schönen Anblick der Marsscheibe so früh wie möglich zu geniessen.
Mars hat zwei kleine Monde: Phobos und Deimos. Die rund 20 km grossen kartoffelförmigen Gesteinsbrocken wurden erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entdeckt. Diese späte Entdeckung zeugt schon davon, dass diese beiden Himmelskörper keine einfachen Objekte zur Beobachtung sind - obwohl sie von der Helligkeit her kein Problem scheinen: Phobos wird zur Opposition als Sternchen von 10.5 Grösse und Deimos von 11.6 Grösse scheinen. Leider bewegen sie sich in nur geringer Distanz um den Mars, so dass das gleissend helle Licht die lichtschwachen Monde völlig überstrahlt. Während dieser Opposition ist das System besonders hell und die Winkeldistanz von der Marsscheibe recht gross (22", respektive 85") - ein Grund also, sich auch etwas in der Umgebung von Mars umzusehen!
SaturnAm Morgen Saturn verfrüht seinen Aufgang im Laufe des Monats um 1¾ Stunden von anfangs um 3 Uhr auf zwischen 1-2 Uhr. Die Helligkeit von Saturn erreicht in diesem Monat mit 0.2 Grössenklassen ein Jahresminimum. Bis Jahresende wird der Ringplanet nun wieder laufend heller (-0.4 Grösse im Dezember). Die Saturnscheibe erscheint uns rund einen Drittel kleiner als diejenige von Mars. MerkurIn der Abenddämmerung Merkur steht zwar am 14. August mit 27° in der für dieses Jahr grössten Elongation von der Sonne entfernt, aber seine Bahn schneidet unseren Horizont so flach, dass er in der Abenddämmerung nur wenig über den Horizont guckt. Erfahrende Himmelsbeobachter können versuchen, den flinken Planeten bis etwa am 10. August nach Sonnenuntergang etwa 25° östlich der Sonne zu suchen. VenusUnsichtbar Die Venus steht am 18. August in oberer Kunjunktion mit der Sonne und ist deshalb in diesem Monat nicht zu sehen. JupiterUnsichtbar Jupiter, der grösste Planet unseres Sonnensystems, nähert sich scheinbar rasch der Sonne und steht am 22. August in Konjunktion mit unserem Zentralgestirn. Wir können deshalb den Planeten im August nicht sehen. Uranus und NeptunGanze Nacht - in südlicher Richtung Die äusseren Gasriesen Uranus und Neptun befinden sich in den tiefsten Regionen der Ekliptik. Uranus ist gar nicht allzu weit von Mars entfernt zu finden. Obwohl die Kulminationshöhen recht bescheiden sind, können die kontrastlosen Planetenscheiben nun bereits gut beobachtet werden. Neptun erreicht am 4. August seine Oppositionsstellung - steht dann also von der Erde aus gesehen der Sonne gegenüber. Dies ist der beste Zeitpunkt für das Aufsuchen des fernen Gasplaneten. Auch Uranus steht in diesem Monat in Opposition: Am 24. August geht Uranus etwa bei Sonnenuntergang auf und bei Sonnenaufgang wieder unter. Wenn Sie diese beiden Planeten aufsuchen möchten - die sternenförmigen Punkte sind bereits im Fernglas sichtbar, und im Teleskop erkennen Sie eine Scheibchenform - erstellen Sie sich bitte eine aktuelle Aufsuchkarte (die Bildausschnittshöhe entspricht jeweils etwa dem Winkel, der eine gespreizte, ausgestreckte Hand aufspannt): Uranus bzw. Neptun. PlutoGanze Nacht am Himmel Der sonnenfernste Planet Pluto stand im Juni in Opposition zur Sonne und wäre jetzt am Abendhimmel zu beobachten. 'Wäre' deshalb, weil der Planet mit einer Helligkeit von 13.8 Grösse von Auge nur durch grosse Teleskope (30 cm Öffnung) direkt beobachtet werden kann und auch nur dann, wenn die atmosphärischen Verhältnisse ideal sind. Mit fotografischen Hilfsmitteln an einem mindestens 15 cm grossen Teleskop ist dies einfacher möglich, v.a. mit CCD-Kameras, die speziell für astronomische Zwecke hergestellt wurden. Aber selbst auf CCD-Aufnahmen ist es schwierig, das richtige Pünktlein als Pluto zu identifizieren: Meistens sind zwei Bilder nötig, die mehrere Stunden nacheinander aufgenommen wurden; der kleine Lichtfleck, der sich gegenüber den helleren Sternen bewegt hat, ist Pluto.
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