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Planeten im Juni 2003

Jupiter kann in diesem Monat abends noch gut gesehen werden - er steht als heller Stern bis Mitternacht im Westen. Wer sich vom Ringplaneten Saturn nur schwer losreisen kann, findet an den ersten Juni-Tagen noch Gelegenheit, diesen in der Abenddämmerung zu sehen - für Fernrohrbeobachtungen ist er seiner Nähe zur Sonne wegen aber ungeeignet. Der rote Planet Mars geht immer früher auf, anfangs um 2 Uhr, zu Monatsende um 1 Uhr. Er nähert sich der Erde auf fast eine halbe Sonnendistanz und ist am Morgenhimmel der unübersehbare helle Stern im Süden, nicht allzu hoch über Horizont.

Jupiter - abends

Des helle Gasplanet Jupiter kulminiert einiges vor Sonnenuntergang. Je nach dem wann die Dämmerung einsetzt, steht Jupiter noch recht hoch über dem Südwest bis Westhorizont. Er ist der unübersehbar helle Stern, der bis nach Mitternacht am Himmel strahlt. Der Riesenplanet befindet sich den gesamten Monat über im Sternbild Krebs, tritt aber am Monatsletzten über ins Sternbild Löwe.

Solange Jupiter noch so günstig hoch am Abendhimmel steht, sollten Sie diesen Gasplaneten so oft wie möglich durch ein Teleskop beobachten: um beispielsweise die Schattenspiele der Jupitermonde zu verfolgen, und den Grossen Roten Fleck und die Wolkenbänder zu erkennen. Falls Sie kein Fernrohr besitzen, lohnt sich der Besuch einer öffentlichen Sternwarte. Meiden Sie hierfür aber wenn möglich die Zeit um den Vollmond, weil dann die vom hellen Mondlicht aufgehellte Erdatmosphäre den Kontrast vieler Objekte verschlechtert.

Eine bekannte und recht auffällige Struktur auf der Jupiteroberfläche ist der Grosse Rote Fleck, der seit dem 19. Jahrhundert beobachtet wird. Der Grosse Rote Fleck wird am besten 30 Minuten um den Transitzeitpunkt des Flecks beobachtet. Diese Transitzeiten finden Sie bei unserem CalSKY.

Gegenseitige Beckung der Jupiter-Monde

Am 28. März begann auf Jupiter der Herbst. Weil die Äquatorebene von Jupiter dann die Sonne überstreifte, und sich die Monde von Jupiter in etwa der Äquatorebene bewegen, können die Schatten der Monde über die anderen Jupitermonde hinwegziehen. Eine solche Finsternis, oder, falls ein Mond den anderen bedeckt, eine Bedeckung, kann mit Amateurmitteln beobachtet werden. Bemerkbar wird ein Helligkeitabfall von mehreren Minuten sein. Selbstverständlich können Sie sich auch die Zeiten dieser Ereignisse mit unserer Online-Software CalSKY berechnen lassen. Allerdings finden solche beobachtbare Ereignisse nur noch an den ersten Juni-Tagen statt, anschliessend müssen wir wieder warten, bis auf Jupiter der Frühling beginnt: also bis 2009.

» Gegenseitige Bedeckungen und Verfinsterungen der Jupitermonde

Stellung der Jupitermonde

Aktuelle Stellung der Jupitermonde, © CalSKY.com.

Jupiter steht nach dem Einnachten noch hoch am Himmel. Die Beobachtung von Schattenspielen der Jupitermonde ist auch in diesem Monat spannend.
» Tipp: Mit unserer Online-Software CalSKY können Sie sich die Zeiten von Finsternissen auf Jupiter berechnen und Simulationen anzeigen lassen. Sehen Sie in der obenstehenden Ansicht der Jupitermonde dereen Position relativ zu Jupiter.


Saturn - Abenddämmerung

Saturn bietet kein günstiges Objekt mehr - erfahrene Himmelsbeobachter können den Planeten vielleicht noch in den ersten Juni-Tagen kurz nach Sonnenuntergang nur wenig über Horizont sehen. Am 24. Juni befindet sich dann der Ringplanet in Konjunktion mit der Sonne, d.h. läuft 'hinter' der Sonne durch und kann deshalb nur mit dem Satelliten SOHO gesehen werden.


Mars - morgens

Ansicht von Mars - alle 10 Minuten aktualisiert © CalSKY / A. Barmettler.
Mars, aktuelle Ansicht

Der rötlich leuchtende Mars geht zwar immer früher auf, wir müssen aber trotzdem noch bis 2 Uhr, Ende Monat bis 1 Uhr, warten, bis wir Mars auf der Himmelsbühne bestaunen können. Er kulminiert gut eine Stunde vor Sonnenaufgang; dies ist allerdings so früh, dass sich nur wenige den Planeten durch ein Teleskop ansehen werden. Seit März strebt er langsam höheren Bereichen der Ekliptik entgegen. Er wechselt im Laufe des Juni vom Sternbild Steinbock in den Wassermann. Mars wird bis nach seiner allernächsten Erdnähe in der Geschichte der Menschheit in etwa dieser Region bleiben. Für Beobachter in unseren Breiten sind diese -15° Deklination nicht gerade ideal, trotzdem sollten Sie versuchen im Laufe des Sommers und des Herbst öfters mal einen Blick in Richtung des roten Planeten zu werfen!

Im Laufe des Monats nähert sich uns Mars von 0.75 auf 0.56 AE (astronomischen Einheiten, die mittlere Distanz Erde-Sonne). Deshalb erscheint uns auch die Marsscheibe Ende Monat rund einen Drittel grösser als am Monatsersten, die Oberflächenhelligkeit bleibt dabei gleich, so dass sich die Gesamthelligkeit von -0.7 auf -1.4mag vergrössert. Er ist damit deutlich heller als alle anderen in der Himmelsregion stehender Fixsterne und bald auch heller als der hellste Fixstern, Sirius (-1.46mag).

Der Blick durch ein Teleskop zeigt den Mars als rotes Scheibchen. Es lohnt sich nun wieder mit Amateurteleskopen die Konturen auf Mars zu suchen, obwohl dies zu einer nicht gerade angenehmen Nachtstunde stattfinden muss. Am 27. August 2003 wird Mars die seit 60'000 Jahre geringste Erddistanz erreichen - wir werden also die ersten Menschen sein, die den Mars so nahe erleben dürfen.

» Schwerpunktthema: Mars-Opposition 2003
» Für den Überblick: die Mars-Karte



Venus - Morgendämmerung

Venus nähert sich in diesem Monat weiter der Sonne. Sie geht erst während der Morgendämmerung, etwa eine Stunde vor der Sonne, im Nordosten auf. Die Beobachtung wird laufend schwieriger, sollte aber noch möglich sein. Die Konjunktion mit der Sonne wird erst im Laufe des August stattfinden.



Merkur - Morgendämmerung

Der sonnennächste Planet wäre am Morgenhimmel sichtbar. Die Verbindungslinie Sonne-Merkur schneidet aber den Horizont so flach, dass er fast nicht gefunden werden kann. Besser wäre eine Beobachtung am Taghimmel, dies ist aber nur den erfahrenen Amateurastronomen vorbehalten, weil er sich in der Nähe der Sonne aufhält.



Uranus und Neptun - morgens

Die beiden sonnenfernsten Gasriesen in unserem Sonnensystem stehen diesen Monat immer noch recht ungünstig tief unter dem Äquator und gehen in den ersten Stunden des Tages auf. Die Beobachtungsbedingungen werden langsam besser, ausser dass diese zu einer nicht gerade angenehmen Nachtzeit stattfinden müssen.

Wenn Sie diese beiden Planeten aufsuchen möchten - die sternenförmigen Punkte sind bereits im Fernglas sichtbar und im Teleskop erkennen Sie eine Scheibchenform - erstellen Sie sich bitte eine aktuelle Aufsuchkarte (die Bildausschnittshöhe entspricht jeweils etwa dem Winkel, der eine gespreizte, ausgestreckte Hand aufspannt): Uranus bzw. Neptun.

Weiterführende Links

Arnold Barmettler



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10.01.2007 19:16 Uhr, Arnold Barmettler

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