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Die Wintersternbilder sind fast von der Bühne verschwunden und die Frühlingssternbilder Löwe, Jungfrau und Bootes stehen hoch im Süden. Der Grosse Wagen steht fast im Zenit und mit ihm eine ganze Reihe von relativ hellen Galaxien. Im Nordosten funkeln schon Vega und Deneb und künden den nahenden Sommer an.
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» Verwenden Sie diese Beschreibung des Sternenhimmels gemeinsam mit unserer Sternkarte. |
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Wenn man Amateurastronomen längere Zeit zusehen würde, käme man auf die Idee zu denken, dass diese nur 3 Himmelsrichtungen kennen. Falls Sie selber häufig hinter oder neben einem Teleskop stehen, können Sie diese Richtungen sogar benennen: Süden, Westen und Osten - in dieser Reihenfolge.
Anfänger im Hobby der Himmelsbeobachtung werden schnell herausfinden, dass ein Beobachtungsort gut ist, wenn er freie Sicht nach Süden zulässt, und sich in dieser Richtung auch keine grösseren Ortschaften mit Lichtemissionen befinden. Im Süden reihen sich nämlich die saisonalen Sternbilder als Parade auf; auch der Mond und die äusseren Planeten lassen sich in dieser Richtung am besten beobachten, weil sie dort am höchsten stehen. Falls im Süden Bäume oder Häuser die Sicht stören, werden Sie die besten Stücke der Vorführung verpassen.
Und was ist im Osten und Westen? In diesen Richtungen haben wir die bewegenden ersten und letzten Blicke auf die Sternbilder und Planeten, wie sie mit den Jahreszeiten kommen und gehen. Dort sehen wir Auf- und Untergänge, dort ist mit den Dämmerungen das Tor zum Tag und zur Nacht. Wenn sich die Türen öffnen sehen wir manchmal die Venus glänzen und versuchen dort manchmal krampfhaft den Merkur zu erhaschen, aber erfreuen uns auch am schönen Anblick der erdbeschienenen Mondsichel.
Den Westen werden die meisten Himmelsbeobachter über den Osten stellen, weil die meisten Menschen einen grösseren Bezug zur Abenddämmerung als zur Morgendämmerung haben (die TV-Primetime ist abends um 8 Uhr und nicht morgens um 4 Uhr!). Aber genau deshalb hat auch der Osten seine starke Berechtigung: Stehen Planeten in Opposition, werden wir sie abends im Osten sehen.
Wir sollten aber den Norden auch nicht vergessen, auch wenn er nur ganz selten Besuch von einem Kometen erhält und eine eigene spannende Bühne wird. Mit den Sternbildern im Norden sind wir am meisten vertraut, weil wir sie jeden Tag sehen können - und der Polarstern bei jedem Justieren des Teleskops im Suchfernrohr zu sehen ist! Zur Stunde der abgebildeten Sternkarte steht die Cassiopeia ganz tief im Norden, in Norddeuschland berührt die Königin sogar fast den Horizont. Sonst stehen die hellen Sterne des 'Nordens' nahe beim Zenit: Der Grosse Wagen mit der Whirlpool-Galaxie M51 und der kleine Wagen balanciert sich auf seiner Deichsel oberhalb des Polarsterns. Aber auch das 'runde' Sternbild Drache kurvt im Nordosten schwungvoll um den kleinen Wagen.
Wir können den Zeitpunkt die Stunde der Spica nennen - das klassische Frühlingssternbild Jungfrau mit ihrem Ährenstern Spica steht im Süden. Spica ist der einsame Stern erster Grösse, der ausser Regulus im Westen, und Arcturus hoch im Norden, fast in der ganzen Südhälfte des Firmaments keine ähnlich hellen Nachbarsterne hat - ein wirklich einsamer Stern! Immerhin hat die Jungfrau einen treuen und aufmerksamen Begleiter: das unscheinbare Sternbild Rabe. Spica muss aber nicht immer einsam sein, zu nahe liegt der Stern an der Ekliptik. Monatlich kommt der Mond zu Besuch, wie auch ein Planet nach dem anderen. Spica ist also bei weitem nicht wirklich so alleine wie der Herbststern Fomalhaut.
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Wer über ein Teleskop verfügt weiss aber, dass diese leeren Stellen am Frühlingshimmel nicht wirlich leer sind - ganz im Gegenteil! Wir sehen in dieser Richtung fast senkrecht aus der galaktischen Ebene unserer Milchstrasse und blicken deshalb fast ungestört in die Tiefen des Weltraumes. In dieser Region wimmelt es richtig von Galaxien! Sogar ganze Gruppen von Galaxien finden wir dort - der Virgo-Haufen zum Beispiel befindet sich nordwestlich von Spica in rund 50 Millionen Lichtjahre Entfernung.
Drehen wir uns nun etwas weiter gegen links, nach Osten zu. Dort können wir unter der nördlichen Krone bereits den Schlangenkopf erblicken. Mit Herkules und dem darin eingebetteten Kugelsternhaufen M13 können wir bereits eine ganze Reihe von hellen Kugelsternhaufen bestaunen - Im Zenit steht beispielsweise M3, der zwar beim Bootes steht, aber zum Sternbild Jagdhunde gehört.
Was sind das für zwei hell funkelnde Sterne im Nordosten? Es sind bereits die Vorboten des Sommers - die Sterne Vega und Deneb aus der Leier, bzw. dem Schwan. Diese sind Teil des Sommerdreiecks, das uns bis zum Jahresende am Abendhimmel an die warmen Zeiten denken lässt.
Saturn steht am Westhimmel und Jupiter steht im Südwesten.
» Hier erfahren Sie mehr zu den Planeten in diesem Monat.
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