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Planeten im April 2003

Jupiter steht ab der Abenddämmerung unübersehbar und sehr hoch am Himmel. Er ist am 3. April stationär und befindet sich einigen Tage in der Krippe, dem offenen Sternhaufen im Krebs. Saturn zieht sich gegen Westen zurück, steht abends aber immer noch hoch. Merkur zeigt sich im April in seiner besten Abendsichtbarkeit im 2003. Er geht bis zu 2 Stunden nach Sonnenuntergang unter. Mars steht morgens nur 10-15° über dem Südhorizont und wird langsam heller, und Venus ist noch wenig vor Sonnenaufgang im Osten sichtbar.

Jupiter

Jupiter in der 'Krippe', dem offenen Sternhaufen M44 (Jupiter nicht massstäblich). © CalSKY.com.

Des helle Gasplanet Jupiter kulminiert während der Abenddämmerung. Er ist der unübersehbar helle Stern, der abends und nachts am Sternenhimmel strahlt. Der Riesenplanet befindet sich den gesamten Monat über im Sternbild Krebs. Er wird am 4. April stationär, d.h. bewegt sich scheinbar nicht mehr vor dem Sternenhintergrund. Anschliessend ist er rechtläufig, er wandert dann wieder ostwärts (» Oppositionsschleife).

Anfang April steht Jupiter unmittelbar unterhalb der auffälligen Sternansammlung M44. Dieser offene Sternhaufen wird auch Praesepe oder Krippe genannt. Er läuft der Krippe (offener Sternhaufen (» Messier 44) entgegen. Dieser Besuch dürfte im kleinen Teleskop und im Fernglas eine schöne Ansicht sein!

Aber Jupiter lohnt sich sowieso so oft wie möglich durch das Teleskop beobachtet zu werden: um die Schattenspiele der Jupitermonde zu verfolgen, und den Grossen Roten Fleck und die Wolkenbänder zu erkennen. Falls Sie kein Fernrohr besitzen, lohnt sich der Besuch einer öffentlichen Sternwarte. Meiden Sie hierfür aber wenn möglich die Zeit um den Vollmond, weil dann die vom hellen Mondlicht aufgehellte Erdatmosphäre den Kontrast vieler Objekte verschlechtert.

Eine bekannte und recht auffällige Struktur auf der Jupiteroberfläche ist der Grosse Rote Fleck, der seit dem 19. Jahrhundert beobachtet wird. Der Grosse Rote Fleck wird am besten 30 Minuten um den Transitzeitpunkt des Flecks beobachtet. Diese Transitzeiten finden Sie bei unserem CalSKY.

Herbstbeginn auf Jupiter, Monde bedecken sich

Am 28. März begann auf Jupiter der Herbst. Weil die Äquatorebene von Jupiter dann die Sonne überstreift, und sich die Monde von Jupiter in etwa der Äquatorebene bewegen, können die Schatten der Monde über die anderen Jupitermonde hinwegziehen. Eine solche Finsternis, oder, falls ein Mond den anderen bedeckt, eine Bedeckung, kann mit Amateurmitteln beobachtet werden. Bemerkbar wird ein Helligkeitabfall von mehreren Minuten sein. Selbstverständlich können Sie sich auch die Zeiten dieser Ereignisse mit unserer Online-Software CalSKY berechnen lassen.

» Gegenseitige Bedeckungen und Verfinsterungen der Jupitermonde

Stellung der Jupitermonde

Aktuelle Stellung der Jupitermonde, © CalSKY.com.

Jupiter steht nach dem Einnachten sehr hoch am Himmel. Die Beobachtung von Schattenspielen der Jupitermonde ist in diesem Monat besonders spannend.
» Tipp: Mit unserer Online-Software CalSKY können Sie sich die Zeiten von Finsternissen auf Jupiter berechnen und Simulationen anzeigen lassen. Sehen Sie auch die untenstehende Ansicht der Jupitermonde.



Saturn

Ansicht von Saturn - laufend aktualisiert © CalSKY / A. Barmettler.
Saturn, aktuelle Ansicht

Der Ringplanet Saturn ist zwar auch recht hell, scheut aber den Vergleich mit Jupiter bei weitem. Er steht am Abend noch recht hoch im Südwesten, in Mitten der hellen Sterne des Wintersechsecks. Er präsentiert sich dann noch besser als Jupiter für die teleskopische Beobachtung: Bereits beim Einnachten steht der Ringplanet 55-65° hoch über dem Südhorizont!

Saturn zeigt uns in diesen Monaten weit geöffnete Ringe, was seine Helligkeit und Attraktivität weiter steigert.

Grösste Ringöffnung

Die Saturnring-Ebene ist gegenüber der Erdbahn geneigt. Deshalb ändert sich der Winkel, unter dem wir die Ringe sehen können, im Laufe eines Saturnumlaufs. Am 7. April werden die Ringe die stärkste Neigung in 15 Jahren aufweisen. Die Ringebene von Saturn ist dann über 27° geneigt, so dass wir im Teleskop sogar den A-Ring vollständig sehen. Jetzt und um die Opposition zu Jahresende dürfen wir uns noch an den besten Beobachtungsbedingungen für gut 30 Jahre erfreuen! Dies sollten also genug Gründe sein, um das Juwel unter den Planeten mit Ihren eigenen Augen durch das Teleskop Ihrer öffentlichen Sternwarte zu bewundern! (» Sternwarten der Schweiz).



Merkur

Ansicht von Merkur © CalSKY / A. Barmettler.
Merkur, aktuelle Ansicht wird laufend aktualisiert

Merkur steht im Laufe des Aprils in seiner besten Abendsichtbarkeit in diesem Jahr. Anfang Monat kann er rund ½ Stunde nach Sonnenuntergang tief im Westnordwest im Fernglas entdeckt werden. Er hat dann zwar noch eine geringe Winkelentfernung von der Sonne (rund 10°), aber seine Helligkeit erreicht helle -1.5 mag. Am 4. April können Teleskop-Besitzer Merkur in grösster beleuchteter Fläche beobachten.

Am 16. April erreicht Merkur mit einem Winkelabstand von 20° die grösste östliche Elongation von der Sonne. Diese beträgt eigentlich verglichen mit dem Wert von 27° von der Sichtbarkeit im August nicht sehr viel. Die Lage der Ekliptik ist aber so steil, dass Merkur im April fast senkrecht über der untergegangenen Sonne steht. Im August schneidet die Ekliptik den Horizont dann nur ganz flach, so dass der Merkur nur wenig nach der Sonne untergeht.

In den Tagen um den 16. April geht Merkur fast 2 Stunden nach der Sonne unter und sollte auch für ungeübte Himmelsbeobachter ein einfaches Ziel liefern. Achten Sie darauf, wie die Helligkeit des Merkur von Tag zu Tag merklich abnimmt!

Spezialisten können übrigens den kleinen Planeten auch am Taghimmel beobachten. Im Teleskop kann dann die täglich grösser werdende Merkurscheibe gut beobachtet werden. Diese Art der Beobachtung ist aber sehr gefährlich wegen der Nähe zur Sonne, und nur erfahrenen Beobachtern empfohlen! Durch Klicken auf das Merkurbild können Sie die notwendigen Koordinaten berechnen lassen.



Mars

20. April 2003, 05:00 MESZ. Mars nördlich vom Kugelsternhaufen M75 im Sternbild Schütze (Mars nicht massstäblich). © CalSKY.com.

Der rötliche Planet Mars steht erst ab 4 Uhr über dem Südosthorizont. Mars hat zwar seinen tiefsten Punkt auf seiner Bahn bereits im März durchschritten, kommt aber nur langsam in höhere Bereiche der Ekliptik. Er wechselt im Laufe des Monats April vom Sternbild Schütze ins Sternbild Steinbock (am 21. April).

Am Morgen des Ostersonntag, 20. April, läuft Mars am Kugelsternhaufen M75 vorbei. Der Abstand beträgt dabei minimal ¾°. Die Annäherung ist in der Grafik rechts dargestellt, der Sternhintergrund stammt vom Digitized Sky Survey. Selbst die hellsten abgebildeten Sterne sind lichtschwach, so dass diese nicht von blossem Auge erkannt werden können. Der 6' durchmessende Kugelsternhaufen M75 (Messier 75, NGC 6864) hat eine Helligkeit von 8.5 mag.

Trotz der ungünstigen südlichen Stellung von Mars nimmt seine Helligkeit im Laufe des Monats um genau 0.5 mag zu und endet am 30. April als Stern 0. Grössenklasse. Er ist damit deutlich heller als sämtliche in der Himmelsregion stehender Fixsterne.

Der Blick durch ein Teleskop zeigt den Mars als rotes Scheibchen. Ende Monat durchschreitet er die Distanzmarke zur Erde von 1 AE (Astronomische Einheit, 150 Mio km.), so dass nun erstmals seit vielen Monaten grössere Amateurteleskope die ersten Kontouren zeigen sollten.

Noch ist das Marsscheibchen weniger als 10 Bogensekunden gross. Dies wird sich in den nächsten Monaten aber ändern: Im Sommer wird seine Fläche 10-mal grösser erscheinen als im April! Am 27. August 2003 wird Mars die seit 60'000 Jahre geringste Erddistanz erreichen - wir werden also die ersten Menschen sein, die den Mars so nahe erleben dürfen.

Aus diesem speziellen Anlass beschäftigen wir uns deshalb bereits im » April-Monatsthema mit der diesjährigen Mars-Opposition.



Venus

Ansicht von Venus © CalSKY / A. Barmettler.
Venus, aktuelle Ansicht

Venus nähert sich in diesem Monat weiter rasch der Sonne. Sie geht erst während der Morgendämmerung im Osten auf. Die Beobachtung wird laufend schwieriger, sollte aber noch gut möglich sein. Die Konjunktion mit der Sonne wird erst im Laufe des August stattfinden.



Uranus und Neptun

Die beiden sonnenfernsten Gasriesen in unserem Sonnensystem stehen diesen Monat immer noch recht ungünstig tief unter dem Äquator und gehen nur wenig vor Sonnenaufgang auf. Sie können noch nicht beobachtet werden.

Weiterführende Links

Arnold Barmettler



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02.06.2003 14:13 Uhr, Arnold Barmettler

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