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Sterne am Abendhimmel

Neben den Gerüchen und Tönen des Frühlings bietet uns auch der Himmelsanblick unverkennbare Vorboten. Der Löwe und der Grosse Wagen stehen schon hoch, während sich die hellen Sterne der Wintersternbilder auf die westliche Hemisphäre verschoben haben.

» Verwenden Sie diese Beschreibung des Sternenhimmels gemeinsam mit unserer Sternkarte.

Hinweis auf unsere Sternkarte. © A. Barmettler.
Hinweis auf Sternkarte

Als Bewohner von Mitteleuropa werden Sie in diesem Monat bestimmt einmal das Gefühl haben, dass etwas neues in der Luft liegt. Vielleicht der Geruch von vom Regen gereinigtem Boden, Geräusche, Vogelstimmen. Möglicherweise ist es auch nur das Fehlen der Kälte in Ihrem Gesicht, und die neue Nähe zur Luft, weil Sie nicht mehr die dicke Daunenjacke und Kappe für Ihre Sternbeobachtungen anziehen müssen.

Wenn Sie ein engagierter Sternenfreund sind, erkennen Sie den beginnenden Frühling nicht nur am Blühen der ersten Pflanzen, sondern auch daran, dass die typischen Wintersternbilder den Zenit überschritten haben und langsam nach Westen wandern. Hoch im Südosten steht bereits der Löwe, bereit um die Hauptbühne des Sternenhimmels zu übernehmen. Zwar befinden sich die Wintersternbilder Orion, Stier, Fuhrmann, Zwillinge und die Hunde bereits im Südwesten, aber um Untergehen oder unauffällig sind sie durch das noch lange nicht: Die beiden hellen Sterne Castor und Pollux in den Zwillingen und Capella im Fuhrmann stehen praktisch im Zenit und auch die anderen stehen noch sehr hoch am Himmel.

Auffällig zu dieser Zeit ist die Teilung des Himmels in eine Hälfte mit hellen Sternen, in der westlichen Hemisphäre, und in einen anderen Teil mit weniger und auch lichtschwächeren Sternen.

Wir wollen aber nicht den Wintersternbildern zu lange nachtrauern - dies wäre schade. Andere Sternbilder lassen Sie die Nähe des Frühlings nämlich richtig spüren: Da ist beispielsweise der Grosse Bär (Grosser Wagen), der schon auf halbe Höhe im Nordosten aufgestiegen ist. Oder der Löwe, der schon hoch im Südosten steht. Auffällig ist seine Sichel, an deren Ende der Stern Regulus wie der Punkt eines Fragezeichens erscheint.

Haben Sie einen ungestörten Blick gegen Osten? Dort sollten Sie nun einen stark funkelnden hellen Stern sehen. Dies ist der Stern Arkturus im Bootes. Dieser Stern des typischen Frühlingssternbildes ist aber noch tief am Himmel.

Krebs und die Krippe Messier 44

Etwas haben wir noch vergessen: Gerade über unseren Köpfen, im Zenit, befindet sich das Sternbild Krebs. Es liegt zwischen dem Löwen und den Zwillingen, zwischen Regulus und Pollux (dem Pol-ferneren Stern des Castor/Pollux-Paares). Das Sternbild ist nicht auffällig und eigentlich deutet nichts auf seine Gefährlichkeit als Krebs hin. Wenn Sie das Glück haben, an einem Ort ohne viel Lichtverschmutzung zu wohnen, können Sie im Zentrum des Krebs einen verschwommenen Lichtfleck erkennen. Dies ist der offene Sternhaufen Messier 44, der Krippe oder Praesepe genannt wird. Schon Hipparcus soll 130 Jahre vor unserer Zeitrechnung den Stern als 'wolkiger Stern' in seinen Sternkatalog aufgenommen haben. Erst im Jahre 1610 entdeckte Galileo Galilei mit dem von ihm gebauten Teleskop, dass es sich um eine Ansammlung von Sternen handelt.

Die Krippe im Sternbild Krebs. M44, NGC2632. © Arnold Barmettler/DSS.
Mehr Informationen zu diesem offenen Sternhaufen finden Sie auf unserer Objektseite, und bei unserem CalSKY die Aufsuchkarten.
Krippe M44.

Das Alter von M44 wird von Baade mit etwa 400 Millionen Jahre abgeschätzt, andere Angaben gehen bis 660 Millionen Jahre. Damit ist dieser Sternhaufen deutlich älter als die Plejaden (M45), die noch im Westen stehen. Seine mittlere Dichte von 1.5 Sternen pro Kubikparsec ist sehr gering, im Zentrum erreicht sie 13.8 Sterne pro Kubikparsec.

Trümpler gibt den Durchmesser des Sternhaufens mit fast 6 Grad an, wobei er alle schwachen Sterne einbezieht. Auffällig ist das Objekt aber nur über rund 1.5 Grad. Die Entfernung von M44 wird derzeit mit etwa 600 Lichtjahre angegeben.

Mit seiner Grösse von gut dreifachem Vollmonddurchmesser ist der Sternhaufen selbst am besten in Feldstechern und Teleskopen mit grossem Gesichtsfeld zu sehen. Dann zeigt sich eine dichte, beeindruckende Wolke aus hellen Sternen.

Planeten am Abendhimmel

Saturn steht im Südosten inmitten der Wintersternbilder. Jupiter steht im Krebs, östlich (links) von der Krippe M44. Jupiter überstrahlt alle anderen Sterne mit seinem ruhigen Licht.

» Hier erfahren Sie mehr zu den Planeten in diesem Monat.



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30.03.2003 19:10 Uhr, Arnold Barmettler

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