|
||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Saturn mit seinen weit geöffneten Ringen ist die gesamte Nacht über am Himmel und steht um Mitternacht sehr hoch. Im Laufe des Abends geht auch der helle Jupiter auf. Ab Monatsmitte ist Merkur gut in der Abenddämmerung zu beobachten. Venus erreicht am Morgenhimmel rasch an Höhe und überstrahlt alle anderen Sterne. Den gesamten Monat über befindet sich Mars nie mehr als 5° von Venus entfernt.
Opposition
![]() |
Der Ringplanet Saturn befindet sich am 17. Dezember 2002 in Opposition zur Sonne - d.h. steht dann von der Erde aus betrachtet der Sonne gegenüber. Er geht dann bei Sonnenuntergang auf und bei Sonnenaufgang unter. Weil die Sonne fast ihren tiefsten Punkt ihrer jährlichen scheinbaren Bahn erreicht, steht Saturn sehr hoch am Himmel - höher kann er fast nicht mehr steigen. Um den Zeitpunkt der Opposition stehen Planeten auch der Sonne am nächsten - deshalb sind die Wochen um die Opposition die besten für die teleskopische Beobachtung. Gleichzeitig erreicht Saturn schon nächsten Juli den Perihel seines 29 Jahre dauernden Sonnenumlaufs - Saturn erscheint deshalb im Teleskop nochmals etwas grösser als in anderen Jahren.
Grosse Ringöffnung
Die Saturnring-Ebene ist gegenüber der Erdbahn geneigt. Deshalb ändert sich der Winkel, unter dem wir die Ringe sehen können, im Laufe eines Saturnumlaufs. Nächsten April werden die Ringe die stärkste Neigung in 15 Jahren aufweisen und Saturn sogar noch heller erscheinen lassen. Die Opposition in diesem Jahr und 2003 werden für uns die besten Beobachtungsbedingungen für gut 30 Jahre liefern! Dies sollten also genug Gründe sein, um das Juwel unter den Planeten mit Ihren eigenen Augen durch das Teleskop Ihrer öffentlichen Sternwarte zu bewundern!
Mond und Sternbegegnung
Saturn steht auffällig in der Umgebung heller Fixsterne: Capella (Sternbild Fuhrmann) ist nördlich, der rötliche Aldebaran (Sternbild Stier) westlich (rechts) und Betelgeuse (Sternbild Orion) befindet sich südlich von Saturn. Zwischen dem 18. und 20. Dezember steht der Vollmond in der Nähe des Saturns.
![]() |
Ein weiteres schönes Ereignis für Fernglasbeobachter ist die nahe Begegnung von Saturn mit dem 3.0 mag hellen Stern Zeta Tauri am Abend des Stefanstags, 26. Dezember 2002. Der minimale Abstand beträgt gegen 18:30 nur 54', also weniger als zwei Vollmonddurchmesser.
Saturn nahe bei Krebsnebel M1
Desweiteren nähert sich Saturn Ende Jahr dem Krebsnebel M1 im Stier. Teleskope zeigen am Silvesterabend den Ringplaneten im selben Gesichtsfeld mit dem bekannten planetarischen Nebel (Supernova-Überrest) M1. In der Nacht vom 4. auf den 5. Januar durchläuft der Ringplanet scheinbar sogar dieses Objekt!
Der Gasriese Jupiter verfrüht seinen Aufgang laufend und kann anfangs ab 22:00 und Ende Monat bereits ab 19:45 am Osthorizont gesichtet werden. Er überstrahlt mit einer Helligkeit von -2.5 mag selbst die hellen Sterne der Wintersternbilder und ist unübersehbar. In den Morgenstunden steht er hoch im Süden.
Den gesamten Monat über befindet er sich an den Sternbildgrenzen von Löwe und Krebs: Er startet anfangs im Löwe und wird am 4. Dezember rückläufig; später überquert er die Grenz zum Sternbild Krebs. Am 23. und 24. Dezember befindet sich der Mond in der Nähe des Jupiters.
Jupiter erreicht schon bald seine Oppositionsstellung. Die Beobachtung von Schattenspielen der Jupitermonde ist nun wieder besonders spannend.
» Tipp: Mit unserer Online-Software
CalSKY können Sie sich die Zeiten von Finsternissen auf Jupiter berechnen und
Simulationen anzeigen lassen. Sehen Sie auch die untenstehende Ansicht der Jupitermonde.
![]() |
Venus ist der unübersehbare, am hellsten strahlende Stern am Morgenhimmel. Unser innerer Nachbarplanet Venus entfernt sich von uns aus betrachtet rasch weiter von der Sonne, und erreicht am Morgenhimmel eine immer grössere Horizonthöhe.
Durch ein Teleskop kann man im Laufe des Monats beobachten, wie die Venusscheibe über die Tage kleiner wird, und sich die anfangs schmale Venussichel rasch öffnet.
Der rötliche Planet Mars befindet sich den gesamten Dezember über in der Nähe der alle anderen Sterne überstrahlenden Venus. Der Abstand ist nie grösser als 5°, und zwischen dem 2. und 12. Dezember ist der Abstand sogar kleiner als 2°. Die minimale Distanz wird am 6. Dezember mit etwa drei Vollmonddurchmesser erreicht (1.55°). Interessant dabei ist, dass keine Konjunktion im eigentlichen Sinn stattfindet: In der Astronomie wird als Konjunktion der Zeitpunkt bezeichnet, an dem zwei Himmelskörper dieselbe Rektaszension aufweisen (dies ist die Winkeldistanz auf der Himmelskugel vom Frühlingspunkt aus, gemessen in Ostrichtung entlang dem Äquator). Der Fall vom 6. Dezember wird häufig auch als Quasi-Konjunktion bezeichnet.
Mars ist deutlich weniger hell als die Venus und im Teleskop lässt sich wegen der grossen Distanz zur Erde nur eine kleine rötliche Scheibe erkennen. ![]() |
Mitte November befand sich Merkur in oberer Konjunktion zur Sonne. Ab Mitte Dezember hat er sich genügend weit von der Sonne entfernt und der Erde genähert, dass er am Abendhimmel sichtbar wird. Gegen Ende Monat zeigt er sich sogar in recht guter Sichtbarkeit und geht erst 1.5 Stunden nach der Sonne unter. Am 26. Dezember erreicht der sonnennächste Planet Merkur seine grösste Winkeldistanz zur Sonne von rund 20° (östliche Elongation).
Die beiden entferntesten Gasriesen standen im Laufe des August in Opposition zur Sonne (sie befanden sich dann von der Erde aus betrachtet der Sonne gegenüber). Sie sind im Dezember in den frühen Abendstunden mit den angemessenen Mitteln noch zu beobachten. Beide stehen im Sternbild Steinbock und damit in den südlichsten Regionen der Ekliptik. Die Sichtbarkeit ist deshalb recht kurz, die Planeten erreichen nur eine beschränkte Höhe über Horizont (20-25°) und der Einfluss der Erdatmosphäre mit ihren Luftturbulenzen ist recht gross. Viel darf man sich also beim Blick durch ein - auch grosses - Teleskop nicht erwarten.
Wenn Sie diese beiden Planeten aufsuchen möchten - die sternenförmigen Punkte sind bereits im Fernglas sichtbar und im Teleskop erkennen Sie eine Scheibchenform. Erstellen Sie sich bitte eine aktuelle Aufsuchkarte (die Bildausschnittshöhe entspricht jeweils etwa dem Winkel, der eine gespreizte, ausgestreckte Hand aufspannt): Uranus bzw. Neptun.
|
|||||||||||
|
|||||||||||